Please hold the line

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Auf meinem Lesegerät befinden sich so einige Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. Ich lese gern Bücher, die sich aus meiner Sicht in greifbarer Zeit bewegen. Gegenwartsliteratur oder Romane, die Themen, die nicht viel weiter als zweihundert Jahre zurückliegen, aufgreifen.

Als ich vor zwei Tagen in einer Firma anrief, wurde ich in eine Warteschleife gelegt. Es lief ein paar Sekunden eine angenehme Backgroundmusik. Dann begann eine warme männliche Stimme zu sprechen:

„Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.

Artikel 1. Die würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Please hold the line.“ … wieder ein paar Sekunden Musik.

„Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland:

Arikel 2. (1) Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Please hold the line.“ … wieder ein paar Sekunden Musik.

„Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland:

Artikel 5. Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Please hold the line.“

Danach begann die Ansage erneut. Ich wollte nicht länger warten und beschloss, die Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerkanzlei zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anzurufen.

Noch niemals erlebte ich eine derartige Warteschleife. Ich spitzte die Ohren und beschloss, das Büchlein mit dem Grundgesetz wieder einmal gründlich zu lesen. Denn bereits diese drei von der Kanzlei ausgewählten Punkte stimmten mich sehr nachdenklich.

Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen nahmen mir die Luft. Worte und Reden, die aus den Reihen der Zweckampel kamen, widern mich an. In billiger Fäkalsprache erniedrigte Deutschlands Spitzenkandidatin für die Wahl des Europaparlamentes 2024 die Menschen, nämlich diese vielen Wahlberechtigte, die sich nicht für die bunte hilflos blinkende Lichtorgel entscheiden würden, wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl. Diese am Mikrofon arrogante und selbstvergessene Person stammt aus einer Partei, die 88,5 Prozent der Wählerschaft im Jahr 2021 ablehnten und nicht haben wollten. Ihre damals 11,5 Prozent der Ja-Stimmen waren die mit Honig beschmierte Kröte, die man gern schluckte, um das rechnerische Zahlenspiel einer machtbesessenen Regierung zu ermöglichen. Zwei Jahre später, müsste diese Partei mit gerade noch vier Prozent Zustimmung aus der Bevölkerung ihr Köfferchen packen. Die FDP hat ausgedient. Welch ein Wort! Hätte sie es doch jemals getan, dem Volk gedient.

Der Bundeskanzler ruft die Menschen in Deutschland zu Demonstrationen gegen die eigenen Bundesregierung auf. Er marschiert mit seiner Ampel vorweg gegen die demokratisch gewählte Opposition, die am Erstarken ist und all die, die sich vorsichtig gegen den offensichtlichen Wahn erheben. Alles, das nicht links ist, ist eben rechts. Grautöne gibt es nicht mehr. Bei der letzten Bundestagswahl war die „Kanzlerpartei“ die stärkste Partei mit 25,7 Prozent. Das reichte zwar nicht zum alleinigen regieren, aber immerhin. Heute steht die SPD bei schwachen 14 Prozent.

Wer mit dem ideologiebesessenen Machtrausch der Grünen Partei, die ihren Einzug in die Zweckampel mit 14,8 Prozent Ja-Stimmen der Wähler, ein doch eher jämmerliches Ergebnis mitbrachte, nicht einverstanden ist, ist rechts. Ich will das noch etwas verdeutlichen: 85,2 Prozent der Wähler lehnten diese Grüne Partei ab! Aber wie schon beschrieben, der Zweck heiligt die Mittel. An Selbstüberschätzung nicht zu überbieten, walzen diese nun in ihrem Machtrausch durch die Lande und über Landesgrenzen und reißen nieder, was nur niederzureißen geht. Heute würde diese Partei noch auf 13 Prozent Zustimmung kommen.

Offensichtliche Tricksereien, Machtspielchen, Machtmissbrauch, Manipulationen, Lügen, leere Versprechungen, Ignoranz und Inkompetenz – unsere moralisierende und ideologiegetriebene Regierung fordert Demokratie ein, ist jedoch nicht in der Lage, diese selbst zu leben.

Die Wörter Demokratie und demokratisch werden am Tag x-fach durch die Sender getrieben. Sind sich die Politiker und deren Handlanger tatsächlich bewusst, was Demokratie ist?

Als ich vor drei Tagen hörte, dass ein Bedrohungsszenario zum Anlass genommen werden soll, um das Grundgesetz zu ändern, hinterließ das in mir einen faden Beigeschmack.

Wir sollten nie vergessen, dass die Politiker in unserer Regierung in unserem Auftrag und von uns bezahlt für uns arbeiten. – Holzauge sei wachsam 😉

Heute etwas nachdenklich.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

2 Gedanken zu “Please hold the line

  1. Liebe Petra
    „Ich spitzte die Ohren und beschloss, das Büchlein mit dem Grundgesetz wieder einmal gründlich zu lesen. Denn bereits diese drei von der Kanzlei ausgewählten Punkte stimmten mich sehr nachdenklich“
    Du musst dich mit dem Lesen beeilen solange das GS in seiner jetzigen Form noch Gültigkeit hat. Das was die Väter des Grundgesetzes sich damals dachten, wird durch die jetzigen Ampelmännchen ad Absurdum geführt und sie arbeiten schon an Plänen, um es nach ihren Vorstellungen anzupassen. Wir steuern auf eine Zeit zu, die man sich lieber nicht vorstellen möchte.

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