Neulich las ich einen Artikel über das Auffischen des eigenen kreativen Teiches. Es ging um das Austrocknen der Kreativität. Folgen zum Beispiel sind oftmals Schreibblockaden oder das sture Sitzen vor einer weißen Leinwand. Das betrifft natürlich alle anderen Bereiche gleichfalls. Du kennst das sicher, wenn Du unbedingt etwas tun wills, Dir jedoch nichts, aber auch absolut nichts einfällt.
Ich denke, dass wir das total unterschätzen. Zumindest zähle ich mich dazu. Wie oft beobachte ich mich selbst dabei, mir so einige Dinge nicht zu gönnen, weil anderes viel wichtiger sei. Und: Asche aufs Haupt. Manches Mal habe ich keinen Bock und lasse es.
Es ist ein riesengroßer Fehler! Es ist unglaublich wichtig, raus zu gehen und den Sinnen andere Eindrücke zu schenken. Oder Dinge zu tun, die dem Alltag entrinnen und etwas völlig anderes sind. Empfohlen wird in dem besagten Artikel, das ganz allein für sich selbst zu tun, für die eigene intensivere Wahrnehmung. Aber ich mag derlei auch gern teilen.
Ganz ehrlich: Wenn ich solche, nennen wir es Mikroerlebnisse, habe, fühlt sich das unendlich groß an. So, als hätte ich etwas Gewaltiges erlebt. Ich sauge die Augenblicke in mir auf und genieße diese.
In dieser Woche war ich nach langer Zeit wieder einmal auf dem Weg von Friedrichshafen nach Konstanz. Ich fuhr die Strecke am Bodensee entlang und mein Herz weitete sich. Ich liebe diesen Blick. Als der Verkehr zum Stehen kam, machte ich diese Aufnahmen.
Konstanz, Markstätte: Hier hatte ich einen Termin. Unzählige Male bin ich hier gewesen und jedes Mal entdecke ich ein für mich neues Detail. Zum Beispiel fiel mir nie diese Tafel an dem Eckgebäude auf.
Goethe hatte einen guten Geschmack 😉
Der Blick in die Markstätte: Für den Sommer wurden Blumenbälle an den Masten befestigt. Was sich nie ändert sind die vielen, vielen Fahrräder.
Konstanz, eine ewige Bausstelle. Seit 2011 war ich beruflich regelmäßig und häufig in Konstanz. Ich kenne die Stadt nicht anders. Das rechte Bild ist der Blick in die zweite Reihe, in einen Hinterhof. Bauplatz ist wertvoll und teuer. So weit wie es nur möglich ist, wird jeder Platz irgendwie bebaut.
Von Konstanz fuhr ich weiter nach Singen und von dort nach Hause.
Auf dem Weg, kurz vor meinem Wohnort, machte ich noch einen Boxenstopp. Ich mag diese Stelle. Sie gibt den Blick frei zu dem kleinen Ort, an dem ich wohne. Ich mag die alten Apfelbäume, die den Straßenrand säumen.
Ein so ruhiger und schöner Moment.
Insgesamt saß ich zweihundertzwanzig Kilometer im Auto. Meine Termine konnte ich in den acht Stunden gut bewältigen. Und ich hatte noch Zeit und Gelegenheit, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden und meinen Teich ein wenig auffüllen.
Ich denke, die Kunst liegt in der Wahrnehmung der kleinen Momente, die uns Kraft geben.
Über zehn Jahre lang schreibe ich meinen Blog. Ich tue es unglaublich gern. Oft schrieb ich über meine Intention, über das Warum.
Nach wie vor stehe ich dazu. Jeder von uns der schreibt und bloggt schreibt Zeitgeschichte. Ich denke, es gibt nichts das authentischer ist, als die Zeilen aus dem Jetzt aus den verschiedensten Perspektiven betrachtet. Letztendlich schmelzen die vielen Texte zusammen zu einem Abbild dieser heutigen Zeit. Für mich ist das unglaublich spannend und es motiviert und treibt mich, eines dieser Zahnrädchen in diesem hochwertigen präzisen Getriebe zu sein.
Mein Blog ist keine klassische Nische. Ihr findet hier keinen Ratgeber zu irgendwelchen augesuchten Dingen. Mir liegt es fern, mich als spezieller Wissensträger über all die vermeintlich Unwissenden zu stellen und hier als Coach klugzuscheißen.
In den letzten Wochen habe ich lange darüber nachgedacht, welche Richtung ich meinem Blog geben möchte. Soll alles so bleiben? Wenn nicht, was dann?
Man findet mich auch auf Instagram und Facebook. Das sind zwei Formate, die vom Clientel sehr unterschiedlich sind, auch wenn sie letztendlich zu einem Unternehmen gehören. Dort experimentierte ich mit verschiedenen Beiträgen. Was bei Instagram auf Interesse trifft, muss nicht auf Facebook zutreffen oder eben umgekehrt. Eines ist bei beiden jedoch ähnlich. Je weniger Worte, desto besser. Texte werden in der Regel übergangen, wenn sie länger als zwei, drei Sätze sind.
Und ganz ehrlich: Es ist eine Herausforderung, Inhalte in zwei bis drei Sätze zu quetschen. Auf dem Instagramkanal unseres Familien-Kunst-Projektes „ARTverwandt“ habe ich das ausgiebig trainiert und wende es konsequent an. Dieser Kanal soll informieren, auf unser Kunstprojekt aufmerksam machen und natürlich werben wir mit unerer hohen Qualität des Erschaffenen. Auf meinen eigenen Kanälen halte ich es ähnlich, verbinde es jedoch auch mit einer persönlichen Note.
Letztendlich: Instagram, Facebook & Co. sind nett, jedoch oberflächlich und kurzlebig. Es ist gut, dass es diese gibt als unbeschwerte Kommunikation.
Wie geht es weiter mit meinem Blog?
Stelle Dir ein Café vor, in das Du gern gehst, wenn Du auf dem Weg bist, um ein paar Minuten abzuspannen, zu schwatzen, Deinen Kaffee, Tee, Espresso, Latte oder das, was Du magst zu nehmen. Du greifst nach der Tageszeitung oder einer Illustrierten, die ausgelegt sind, um einfach zu schauen, was es an Neuigkeiten oder Interessantem auf dieser Welt so gibt. Oder Du nimmst Dein Smartphone und blätterst in den Sozial Media, guckst, was Deine Freunde so treiben. Vielleicht aber schaust Du in Deinen Lieblingsblogs nach Neuem. Du liest und diskutierst gern in den Kommentaren mit … etwas später zahlst Du und verlässt Dein Lieblings-Café …
Das ist meine Vision. Ich hatte diese bereits, als ich meinen Podcast startete und diesen „Hör-Café“ nannte.
Mein Blog soll zeitgemäß sein und Nähe präsentieren. So von Nachbar zu Nachbar. Mal tiefsinnig, mal plaudernd, vielleicht auch mal provozierend. Letztendlich ist es mein Blick auf diese Welt aus meiner Welt.
Ich nehme Dich mit in die kleinen und größeren Dinge, die mein Leben frequentieren. Du bist herzlich eingeladen, dabei zu sein.
Ich werde auch immer wieder meine eigenen erschaffenen Werke aus der Kunst und Schriftstellerei bewerben. Du wirst hin und wieder Links finden, die zu anderen Anbietern weiterführen. Wenn Du dort etwas kaufst, erhalte ich ein bis zwei Prozent Provision des verkauften Produktes. Es hilft mir unter anderem meinen Blog zu finanzieren.
Ist es eine Weggabelung? Nein. Es bleibt dabei. Mein Blog wird weiterhin breit aufgestellt sein. Ich freue mich riesig, Dich in meinem „Blog-Café“ begrüßen zu dürfen.
Um nichts zu verpassen, kannst Du ihn einfach über den Button auf dieser Seite mit Deiner Email-Adresse abonnieren. Du wirst dann automatisch informiermiert, wenn es Neues gibt.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich seit guten zwanzig Jahren den Fußballsport recht oberflächlich verfolge. Die letzte Mannschaft, die mir ans Herz gewachsen war, wurde damals von Volker Finke trainiert. Die meisten von Euch werden sofort wissen, dass ich vom FC Freiburg spreche. Ein paar Jahre lebte ich dort und verbrachte hin und wieder Zeit im Arial des Stadions. Es lag auf meinem Weg und ich nahm dort in diesem Sportcasino manches Mal einen Snack, einen Kaffee oder ein erfrischendes Getränk. Von dort aus konnte man die Mannschaft beim Training beobachten. Ich sah auch am Rande des Spielfeldes das harmonische Miteinander der Frauen der Spieler und deren Kinder und Familien. Diese Mannschaft war besonders. Sie machte einen freundschaftlich verbundenen Eindruck und das Spiel wirkte leicht mit Spaß an dem, was sie taten. Und der Trainer war unglaublich sympathisch. Ich mochte den Verein. Das alles erlebte ich kurz nach der Jahrtausendwende. Im Jahr 2003 verließ ich Freiburg wieder. Auch wenn ich diesem Verein immer irgendwie verbunden blieb, änderte sich doch so einiges mit dem Trainerwechsel und dem Druck, den der profitorientierte Sport mit sich bringt. Das Stadion besuchte ich danach nie wieder. Ich denke, auch dort wird sich vieles verändert haben.
Mit der Jahrtausendwende ging mein Ex und mit ihm das Interesse für den Fußball, das in meinem Leben fast fünfundzwanzig Jahre eine dominante Rolle spielte.
Heute weiß ich nur vage Bescheid. Nicht, dass ich den Fußballsport ablehne. Nein. Ich lehne den Missbrauch des Sports ab. Ich spreche über die riesigen Summen von Geld, die hin- und hergereicht werden. Ich meine das Verhökern von Spielern von einem Club in den anderen. Deutsche Fußballclubs sind oftmals mehr international, als deutsch. Ich spreche vom unglaublichen Druck, der dadurch aufgebaut wird. Und ich meine den verdammten politischen Missbrauch der Deutschen liebsten Sport, den Fußball. Allen voran die „Ampel“, denen ideologiegetrieben nix zu blöd ist, ihren woken Mist der gesamten Welt zu demonstrieren und Deutschland der Lächerlichkeit preiszugeben.
Die deutsche Fußballmannschaft, also „unsere Jungs“, wird aus der ganzen Welt zusammengerufen. Es sind deutsche Spieler. Es sind die besten deutschen Spieler. Es ist unsere Nationalmannschaft, die Fußballmannschaft Deutschlands, unseres Heimatlandes.
Spielt unsere, die deutsche Fußballmannschaft, so vertritt sie in unserem Namen Deutschland, unser Land. Und es sollte unser aller Anliegen sein, unserer Mannschaft unsere Verbundenhet zu zeigen und diese zu motivieren, ihr Bestes zu geben.
Natürlich, sind es Berufssportler und sie spielen auch in ihrem eigenen Interesse. Denn die Überweisung auf ihr Bankkonto wird nicht zu gering ausfallen, wenn sie den Titel holen.
Aber warum hole ich so weit aus? Weil ich den Eindruck habe, dass sich unserer Leute schämen, zu zeigen, dass sie hinter unserer deutschen Mannschaft stehen, weil es irgendwie unpassend sei, es sich nicht gehöre, unerwünscht ist. Was ist geschehen mit diesem Land in den wenigen Jahren?
Eine deutsche Flagge sieht man nur selten. Trotzig und mutig gehisst. Ein lautes Jubeln, wenn die deutsche Fußballmannschaft ein Tor geschossen hat ist nicht zu hören. Keine Knallkörper, kein Jäääääähhh! oder irgendetwas, einfach nur Stille. Unglaublich!
Vorgstern spielte Deutschland gegen Dänemark. Sie gewannen 2:0. Es war ein heißer Tag. Es war schwül bis in die tiefe Nacht. Wir hatten alle Fenster weit geöffnet und ließen einen Windhauch durch die Wohnung wabern. Bei keinem geschossenen Tor rührte sich etwas da draußen. Vor wenigen Jahren gingen Knallkörper durch die Luft, man hörte von überall her freudige Rufe. Stolz fuhren die Deutschen an ihren Autos Fähnchen in den deutschen Nationalfarben, schmückten die Spiegel an den Autos damit. Überall waren Fußball-Partys in den Kneipen, im Freien auf Plätzen und so weiter und so fort. In diesem Jahr scheint es so, als wäre es unangenehm, fast peinlich, zur deutschen Mannschaft zu stehen.
Heute führte mich mein Weg über Friedrichshafen, Konstanz und Singen. Es sind etwa zweihundertzwanzig Kilometer, die ich auf den Rädern war. Mir begegneten insgesamt vier Fahrzeuge mit Deutschlandfähnchen. Insgesamt herrscht eine sehr verhaltene, gedämpfte Fußball“euphorie“.
Deutsch – ein Stück Cancel Culture. Aus „Made in Germany“ wurde „Hergestellt in der Europäischen Union“.
Wir Deutschen sind inzwischen ziemlich entwurzelt. Die Fußball-Europameisterschaft ist nur ein weiterer und verdammt deutlicher Ausdruck der erbärmlichen Situation, in die wir uns haben bringen lassen.
Ich denke, uns fehlt es an Leichtigkeit. Wir Menschen brauchen eine Erdung, eine Verbundenheit. Man nennt es auch Heimat. Es ist ein Gefühl, das man sich nicht aus ideologischem Gehorsam verwehren darf.
Made in Germany, ein Gütesiegel, auf das wir stolz sein können.
Wenn Euch das zu groß erscheint, fangt einfach klein an. Made in … Bayern, Thüringen, Sachsen … Wählt die Region, mit der Ihr Euch verbunden fühlt. Zeigt es und steht dazu. Es wird Euch gut tun und Euch stärken.
Übrigens: Am Freitag spielt um 18 Uhr Deutschland gegen Spanien 😉 …
Wenn du deinen Namen ändern müsstest, wie würde dein neuer Name lauten?
Zum Glück muss ich das nicht tun. Aber rein hypothetisch, wenn ich es müsste, würde ich einen Namen wählen, der sich gut und flüssig schreiben lässt und kurz ist. Als Vornamen würde ich Sina wählen. Ich mag den Namen und er verbindet positive Gedanken an eine sympathische Frau, die ich einst vor fünfzig Jahren kennenlernte. Ich schrieb über sie bereits hier in meinem Blog. Meine erste Katze nannte ich nach ihr. Der Name Sina schreibt sich gut in einem Zug.
Da dieser Vorname zwei Silben hat, sollte der Nachname nur eine Silbe haben, wie zum Beispiel Mann oder Mai. Mai wäre ungünstig, denke ich, da dadurch beim Unterschreiben ein zweiter i-Punkt fällig ist. Das macht den Schriftzug während des Schreibens ruppig. Am Ende nur einen i-Punkt statt zwei zu setzen, wirkt schöner. Damit wird die Unterschrift mit einem Punkt beendet.
Man könnte das „i“ durch ein „y“ersetzen, also May. Das ist wahrscheinlich auch nicht gut, da der Stift nach dem „a“ abgesetzt werden muss. Also wenn schon ein neuer Name, dann muss der auch praktisch sein. Selbst ein „Meier“ ist unpraktisch, da dieser Name immer nach einer Erklärung verlangt, so einfach er auch klingen mag, ob Meier mit ei, ai oder ay.
Auf keinen Fall darf in dem Namen ein „t“ sein. Dieser Buchstabe soll negativ behaftet sein. Darüber erfuhr ich von einer ehemaligen Arbeitskollegin vor vielen Jahren. Seitdem achte ich darauf. Auch, wenn ich nirgendwo eine Begründung dafür fand. Aber besser ist besser Deshalb haben meine Kinder in ihren Vornamen kein „t“.
Also: Zügig schreibbar, eine Silbe, selbsterklärend
Ich denke „Mann“ ist ein guter Nachname, der diesen Ansprüchen gerecht wird. Immerhin gab es eine Literatenfamilie, die diesen Namen trug.
Ich entscheide mich in dem Fall für den Namen „Sina Mann“.
Hier habe ich diesen Schriftzug gleich einmal ausprobiert. Und ich muss feststellen, er schreibt sich wirklich gleichmäßig und zügig.
Ich schrieb diese Worte ohne abzusetzen flink hintereinanderweg. Das funktioniert perfekt. Bei meiner Namenswahl war eher eine pragmatische, als eine emotionale Entscheidung primär.
Namensänderungen scheinen heutzutage kein Problem zu sein, wie ich hörte. Jährlich könne man sich entscheiden, welches Geschlecht man glaubt zu sein und dieses dann einfach mal amtlich ändern lassen. Und in gleichem Zuge kann der Name angepasst beziehungsweise geändert werden.
Ich denke jedoch, man legt mit seinem Namen ein Stück seiner eigenen Identität ab und schlüpft in eine andere, neue Rolle. Die vergangenen Zeiten lassen sich nur nicht so einfach ausradieren, denke ich. Das wird ganz bestimmt eine mächtige psychische Belastung für die menschliche Seele sein. Aber das ist ein anderes Thema, das ich heute nicht vertiefen möche.
Wie ist es bei Dir? Welchen Namen würdest Du wählen, wenn Du Dich für einen neuen entscheiden müsstest?
Zum Glück muss ich meinen Namen nicht ändern. Auch wenn sich dieser nicht so besonders gut schreibt und außerdem auch noch ein „t“ enthalten ist. Möge er so bleiben, wie er ist. Schließlich schleppe ich den schon eine lange Zeit mit mir herum.
Ich weiß, wir Deutschen sind von Natur aus etwas zurückhaltend, wenn wir von uns selber sprechen. Unsere eigenen Vorzüge hervozuheben und gar ein Lob auf uns zu singen, ist nicht unser Ding. Meins auch nicht. Ich übe mich da eher in vornehmer Zurückhaltung.
Ich denke, ich bin ganz gut darin, zu beobachten, zuzuhören und meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich bin nicht nachtragend. Das heißt, ich vergesse nicht, aber ich kann verzeihen. Ich habe ein gewisses Organisationstalent und kann mich in der Regel ganz gut durchsetzen. Alles andere, was ich „abliefere“ mache ich so gut ich kann und es vermag. Ob es letztendlich gut ist? Keine Ahnung. Mögen andere darüber richten. Lobhudelei ist nicht mein Ding, dafür bin ich wahrscheinlich zu deutsch.
Schwierigkeiten, ob groß oder klein sind nicht schön, aber letztendlich lasse ich mich nicht ins Bodenlose reißen. Krönchen richten und weiter!
Es sind ein paar Stunden ins Ländle gegangen und ich muss an die gestrige Mittagszeit denken. Es waren nur zwei oder drei Stunden, die ich besonders intensiv wahrnahm. Dinge, die ich beobachtete, wo ich zuhörte, wo es nicht ganz glatt lief und dennoch war es eine Erfahrung, die in die heutige Zeit gehört. Es sind Kleinigkeiten aneinandergereiht, die letztendlich ein Ganzes ergeben.
Unser Ziel war Ravensburg. Es ist nur knapp zwanzig Kilometer entfernt. Ein paar unserer Flyer für die Ausstellung „Kunstmix“ mit ARTverwandt wollten wir in der Touristeninformation am Marienplatz hinterlegen. Nur fünf Stück nahm mir die Mitarbeiterin ab. Es mache ja keinen Sinn, wenn so viele der Flyer vernichtet werden müssten. Es sei ja schade ums Geld. Mir fehlten die Worte. Wurde mir doch auf diese Weise mitgeteilt, dass sich für unsere Kunstausstellung keine S.. interessiere. So verließ ich sprachlos die großzügig, hochmoderne, nüchterne, kühl wirkende Touristeninformation, in der ich heute, wie auch vor fünf Jahren außer zwei Beschäftigten keinen einzigen Touristen antraf.
Ganz ehrlich, ich war enttäuscht. Jede andere Touristen-Info nahm unsere Flyer gern entgegen. Bieten diese doch somit den interessierten Touristen eine Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten in die nahe Umgebung an. In unserem Fall an den nur knapp fünfundzwanzig Kilometer entfernten Bodensee nach Eriskirch. Das nicht nur wegen unserer einwöchigen Kunstausstellung ein toursitisches Hihglight ist. Denn zur Zeit ist die bekannte Irisblüte und es gibt noch so viele andere Gründe mehr, dorthin einen Abstecher zu machen. Ganz sicher werden die meisten Gäste Ravensburgs Ausflüge an den Bodensee unternehmen.
Egal, es ist wie es ist. Nun hatte ich also die restlichen Flyer in der Hand und keine passende Tasche dabei, in die ich diese unterbringen konnte. So trug ich sie in den Händen.
Wir nutzten die Gelegenheit, um ein wenig in Ravensburg herumzustiefeln. Früher, also vor vier, fünf Jahren waren wir sehr oft in der Altstadt. Wir besuchten die Kinos, verbrachten den Abend in einem sympathischen französischen Restaurant, aßen auf der Veitsburg oder beim Italiener (das Eis ist unschlagbar), bummelten durch die Stadt, waren bei etlichen Buchlesungen im sympathischen und individuellen „Ravensbuch“, die leider während der Corona-Zeit 2021 fussionierten und nun zum großen Thalia gehören, tranken einfach nur ein Glas Wein zu ein paar Zeppelin-Käsestückchen und zogen weiter, wir besuchten zu gern das Theater …
Kurz und gut: Ravensburg war für uns immer eine gemütliche Kleinstadt mit einer warmen Atmosphäre.
Bis gestern war ich seit der Zeit des Lockdowns nie wieder aus privaten Gründen in der Altstadt. Ich kann es nicht erklären. Mich zog es instinktiv nicht dahin.
Als ich aus der Tiefgarage nach oben stapfte, schlug mir in dieser mit Menschen überfüllten Altstadt ein unangenehm hoher Geräuschpegel entgegen. Vor den vielen Restaurants standen wie in Ausflugslokalen lange Tische, an denen sich die Leute pferchten. Dazwischen versuchten die Kellner ihren Job zu erledigen. Es wurden lauthals Gespräche in allen möglichen Sprachen geführt. Kinder rannten spielend und kreischend zwischen den Leuten umher. Aus den Lautsprechern etlicher Bistros, Kneipen und Restaurants schallte irgendwelche Musik. Eine Partei hatte ihren Wahlstand mitten auf dem Marienplatz aufgestellt, für den sich allerdings kein Mensch interessierte.
Ich fand keinen Ruhepol. Es war laut, zu viele Leute, zu unruhig, zu hektisch, zu fremd. Es erschöpfte mich unendlich.
Das Frühstück lag eine ganze Zeit zurück. Wir wollten einen kleinen Snack nehmen und suchten uns ein Plätzchen im sonnigen Freien etwas abseits des zentralen Marienplatz. Auch hier ließ sich die Lautstärke und Unruhe nicht abstellen. Es war, wie es war.
Ich schaute mir die Menschen an und stellte für mich fest, dass die wenigsten Chick, Stolz und Eleganz mit sich trugen. Sie latschten durch die Straßen mit irgendwelchen Stoffbeuteln und Einkaufstaschen, die zum mehrmaligen Benutzen an den Supermarktkassen erhältlich sind, oder trugen die eingekauften Dinge einfach über den Arm oder in ihren Händen. Nur wer in einem Reischmann-Haus einkaufte, erhielt wahrscheinlich eine schicke Papiertragetasche mit seinen neuen Schätzen. Denn das waren die einzigen, die auf den Straßen zu sehen waren.
Das typische Shopping-Bild mit den verschiedensten Einkaufstüten, das man vor Augen hat, ist in unserem Land out und verpönt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass an den Kassen manchmal gefragt wird, ob man (etwa) eine Tüte wolle und wenn man das bejaht: Es koste aber soundso viel. Es gehört nicht zum woken Ton, eine Tüte zu wollen. Es ist mir einige Male passiert, dass ich vor meinem Berg eingekaufter Dinge stand und nicht wusste, wie ich es bis zum Auto transportieren soll. Einmal versuchte die Kassiererin für mich einen Karton für die vielen kleinen Teile zu organisieren, weil man keine Tüten mehr anbiete. Das andere Mal waren es Bekleidungststücke. Die lagen so einfach bezahlt mit dem Kassenbon darauf auf dem Tresen. Ich schaute die Kassiererin an und wartete. Sie fragte mich dann, ob es so ginge. Ich sagte, dass es unangenehm sei, mit den Sachen über dem Arm loszugehen, ob sie nicht einen Beutel für mich habe. Sie zeigte an einen Ständer mit mehreren Taschen. Ich könne eine davon kaufen. Ich konnte eine solche Tasche wirklich nicht gebrauchen und trug die Sachen zusammengeschlagen über dem Arm zum Auto.
Auch wenn ich inzwischen meistens einen zusammengefaleten kleinen Beutel in der Handtasche habe, passen nicht immer die Dinge dort hinein. Wahrscheinlich bin ich zu altmodisch und nicht grün genug. Ich empfinde es als traurige Abwesenheit von Service, Stil und Wertschätzung.
Ich saß da also und nippte mit dröhnendem Kopf am Rest meines Cappuccinos. Die Wolken zogen weiter und ließen ein großes blaues Loch am Himmel. Die Krone über der Skulptur von Peter Lenk erstrahlte in seiner vollen Pracht, was mich animierte einen Schnappschuss zu machen.
Auf unserer Instagramseite von ARTverwandt stehen wir mit „Haus34“ in Kontakt. Da ich keine Ahnung hatte, wo sie ihren Sitz in Ravensburg haben und vor allen Dingen, wo sich die beiden Kunst-Vitrinen befinden, für die man sich als Künstler für eine kleine Ausstellung bewerben kann, zogen wir los und suchten das Haus34. Vielleicht kann ich dort die Flyer hinterlassen, die ich noch immer in meinen Händen trug.
Das also sind die Vitrinen. Es war gar nicht so einfach, die zu finden. Der Stil erinnert mich an die 1960er. Da gab es solche Wandelgänge und Passagen, die mit vorgebauten Schaufenstern bestückt waren. Das sieht man inzwischen sehr selten. Nun, mal sehen, wie ich mich entscheiden werde, ob ich mich für eine Miniausstellung bewerbe, mit ARTverwandt oder seeArt oder allein, oder ich verzichte darauf. Erst einmal sacken lassen. Dann sehe ich weiter.
Ach ja! Die Flyer durfte ich in dem Geschäft gegenüber hinterlassen. So sind sie doch noch in Ravensburg geblieben.
Die Stunden in dem einst beschaulichen Ravensburg waren für mich unglaublich anstrengend. Ich war erschöpft und müde, als ich wieder zu Hause war.
Darüber habe ich lange sinniert. Wo mag die Ursache liegen? Ich denke, dass die vergangenen letzten Jahre mit ihren zweifelhaften politischen Entscheidungen einen erheblichen Anteil daran haben. Es hat mich in der Wahrnehmung geprägt. Ich bin noch empfindlicher geworden und scheine einer derartigen Reizüberflutung mit Abscheu gegenüberzustehen.
Was kann ich tun? Wahrscheinlich hilft nur Training. Immer und immer wieder ins Getümmel sürzen. Irgendwann wird man wahrscheinlich resistent. Die Frage ist nur, will ich das? Wie wichtig ist es mir?
Was bedeutet „alles haben“ für dich? Ist es erreichbar?
Hast Du darüber schon einmal nachgedacht?
Ich denke, dass dieses „alles haben“ nie erreicht werden kann.
Die Begrifflichkeit formuliert jeder für sich aus der augenblicklichen Situation heraus. Wir analysieren für uns, was wir jetzt haben, ganz gleich ob es ideelle oder materielle Dinge sind. Und wir entscheiden für uns, ob wir „alles haben“ oder ob es noch etwas gibt, was uns fehlt, um dem gerecht zu werden.
Ich persönlich denke, dass keiner von sich behaupten wird, er habe alles. Und wenn er das tut, so ist es doch eher ein „Man muss zufrieden und dankbar sein mit dem, was man hat.“ Das sind Menschen, die sich ihrer Situation ergeben. Man könne ja eh nichts machen, es ist eben so. Ich bin schon zufrieden, wie es ist.
Selbst wenn sehr alte Menschen alles zu haben scheinen, hätten sie doch gern mehr Kraft, Gesundheit, Energie, liebe Menschen, die mehr Zeit mit ihnen verbringen und so weiter.
Andere wiederum leben in einer für sie perfekten und erfüllten Partnerschaft. Sie haben tolle Kinder, sind gesund, sportlich. Sie haben eigentlich alles. Schön wäre nur, wenn sie etwas mehr Geld hätten, um sich einige Extrawünsche erfüllen zu können.
Wir können hier unendlich viele Beispiele sammeln und aufzählen. Ich denke, wir werden immer feststellen, dass wir kein non plus ultra des „alles haben“ erreichen können. Es wird immer etwas sein, das fehlt. Und das ist gut so. Denn absolute Zufriedenheit mit dem, was man hat, schafft persönlichen Stillstand.
Die eigenen Ansprüche an das „alles haben“ ändern sich im Laufe des Lebens. Die eigene Biographie, die Lebenserfahrungen, die eigenen Wünsche und Ziele bestimmen unser Erfülltsein.
Welche persönlichen Gegenstände liegen dir besonders am Herzen?
Hast Du Dinge, die Dir unglaublich ans Herz gewachsen sind?
Mit dieser Frage konfrontiere ich mich in den letzten Wochen häufiger. Ich meine, zu überlegen, welche physischen Dinge mir wichtig sind, was davon sind persönliche Herzenssachen und was davon lasse ich los, also trenne ich mich.
Seit ich mein Elternhaus verlassen habe, lebte ich noch nie so lange an einem gleichen Ort, wie augenblicklich hier. Es werden bald fünfzehhn Jahre sein. Meine privaten und beruflichen Lebensumstände ließen mich immer wieder weiterziehen. Ich packte meine Kisten ein und packte diese an dem neuen Ort wieder aus. Vielleicht ist das der Grund, dass ich äußerst selten nach einem Gegenstand suche. Meistens ist es ein Griff und ich halte das Gewünschte in den Händen. Ich trage also die Sachen mit mir herum, die ich für mich zum Leben und für meine Seele brauche.
Zum Beispiel mag ich keine Gegenstände, die ich möglichst nicht berühren und benutzen sollte, die hinter Glas in einer Wohnzimmervitrine behutsam aufbewahrt darauf warten, von potentiellen Besuchern irgendwann ab und an bewundert zu werden. Natürlich besitze auch ich derartige Dinge, die ich wertschätze, weil sie mich an die lieben Menschen erinnern, die sie mir mit Liebe und viel Herz schenkten.
Ich selbst mag schöne Dinge, die ich in mein Leben einbeziehe, die ich benutzen kann, mich an deren Form und Oberfläche erfreue. Gegenstände müssen mit mir leben und nicht ängstlich aus der Ferne betrachtet werden. Geht einmal eines entzwei, was wirklich sehr, sehr selten gechieht, so ist es im ersten Augenblick traurig, letztendlich ist es Zeit für ein neues Stück in meinem alltäglichen Leben.
Auch deshalb fertige ich Kunst zum Anfassen und Benutzen. Teile aus meiner homepART-Serie findest Du hier. Vielleicht kann ich damit Dein Herz berühren und erfreuen.
In unserem Haushalt werden auch Dinge, die von kleinen Kinderhänden ungelenk geformt und linkisch bemalt wurden, benutzt. Ich denke, nichts gibt mehr Energie, als Derartiges, das mit so viel Liebe und Stolz extra für den Beschenkten gebastelt und mit strahlenden Kinderaugen überreicht wird.
Ich winde mich, während ich das hier schreibe, mich festzulegen, welche persönlichen Gegenstände mir besonders am Herzen liegen. Es sind eigentlich die, mit denen ich mich umgebe. Es sind zum Beispiel auch unsere alten Küchenmöbel. Diese sind irgendwo aus den 1980igern. Als wir die Wohnung übernahmen verblieb diese alte abgewrackte Küche zum Entsorgen. Wir bemerkten, dass das eine alte Markenküche mit soliden Bestandteilen war. Wir nahmen die vielen Teile auseinander, zerlegten sie, ordneten sie neu, bauten alles um, lackierten die neu, versahen sie mit neuen Scharnieren und zeitgemäßen Griffen und Schienen … Ich liebe diese Küche. Sie liegt mir wirklich am Herzen. Und so ist es mit so vielen Sachen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die immerzu Neues brauchen und alte noch gebrauchstüchtige Dinge dem Müll übergeben.
Aber welche persönlichen Gegenstände sind es nun, die mir ganz besonders am Herzen liegen? Es sind die Dinge, mit denen ich mit Menschen in Verbindung bleiben kann, mit denen ich kommuniziere. Es ist mein Smartphone. Es ist mein Laptop und Tablet, mit denen ich meine Texte schreibe. Es sind die Dinge, mit denen ich meine bunte Welt künstlerisch lebe. Es sind Geschenke mit ideellem Wert der Menschen, mit denen ich mich besonders verbunden fühle. Es ist mein Lesegerät, mit dem ich, außer Fachliteratur, meine Bücher lese. Es sind meine Düfte, die meine Persönlichkeit widerspiegeln. Es ist mein Kosmetiktäschchen mit meinen ganz persönlichen Dingen. Es ist …
Es ist eine Vielzahl von Gegenständen, mit denen ich mich ganz persönlich umgebe, die mir besonders am Herzen liegen, weil ich damit und darin lebe.
Wie sieht es bei Dir aus? Was sind Deine ganz persönlichen Gegenstände, die Dir am Herzen liegen?
Diese Frage las ich heute am zeitigen Morgen. Noch beim Zähneputzen dachte ich darüber nach. Etwas später recherchierte ich über die Bedeutung des Wortes „Vermächtnis“ überhaupt. Und ich musste feststellen, dass ich auf dem Holzweg war.
Ein Vermächtnis bedeutete für mich bisher etwas Besonderes, etwas Gewaltiges, das große Persönlichkeiten und kluge Klöpfe mit ihrem Ableben der Menschheit insgesamt hinterlassen haben.
Nun schaute ich also im großen world wide web nach diesem Wort und ich muss sagen, dass es mich völlig ernüchtert zurückgelassen hat.
Ein Vermächtnis ist ein verklausulierter Teil einer Erbschaft. Es geht also um materielle Dinge, die neben der Erbpflichtteile in einem Vermächtnis formuliert werden können. Das Netz berichtet ausführlich über rechtlichte und natürlich auch steuerliche Dinge. Ihr wisst ja, der Staatsüberbau will mit jedem Groschen, der in Deine Tasche gelangt, ganz gleich, wie oft der bereits besteuert wurde, mitgefüttert werden. Wenn es Dich interessiert, hinter diesem Link findest Du eine Erklärung zum Thema Vermächtnis.
Also zurück zur obigen Frage, die ich nun aus einer korrigierten Sicht betrachte. Mein Vermächtnis werden Worte, Gedanken, Texte, Bücher sein; es werden künstlerische Arbeiten sein, in denen sich mein Wesen widerspiegelt. Ob meine Nachfahren daraus ein materielles Erbe machen werden, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht ja, vielleicht nein.
Die Frage ist ja, welches Vermächtnis ich hinterlassen möchte und nicht, welches ich (wahrscheinlich) hinterlassen werde. Aber ich will nicht päpstlicher als der Papst sein. Ich weiß ja, was gemeint ist. Denn ich denke, dass wir alle ganz viel hinterlassen möchten. Es scheitert nur leider oft am Können.
Bei uns hier im südlichsten Süden Deutschlands ist der Tag sehr nass und kühl. Ein Tag, an dem man sich gern zu Hause in eine warme Jacke einkuschelt, einen heißen Tee trinkt und einfach mal runterfährt. Die Natur mag solche Tage und wir doch eigentlich auch, oder? 😉
Gibt es ein Zitat, nach dem du dein Leben lebst oder an das du oft denkst?
Hast Du ein Zitat, das Dich begleitet, das Deinem Wesen entspricht, das Du Dir gern in Erinnerung rufst?
Ich habe zwei Zitate plus zwei halbwichtige, also inzwischen für mich nicht mehr so dominante Aussprüche.
Den einen „halben“ betete mein Opa immer und immer wieder. „Lernen, lernen, nochmals lernen!“ Als Kind ging mir das ziemlich auf den Keks. Aber aus Respekt vor meinem Opa, ließ ich ihn das nie spüren. Erst viel, viel später begriff ich, wie wichtig sein Mantra war.
Einige Jahre später schrieb mein Klassenlehrer, der mich in Physik und Mathematik unterrichtete, in mein Poesie-Album einen einzigen Satz: „Wissen ist Macht.“ Ich kann mich noch sehr gut an diesen Augenblick erinnern, als er mir mein Büchlein zurückgab, ich die Seite mit seinem Eintrag aufschlug und ich diesen Satz las. Kein Bla-Bla, Wünsche für die Zukunft und ähnliches. Einfach diesen sachlichen Satz. Diese Klarheit hat mir imponiert.
Ich mochte meinen Lehrer damals wirklich. Ihm fehlte das typische Lehrerhafte. Er brachte uns die Naturwissenschaft auf sachlicher, praktischer Ebene bei. Und er behandelte jeden von uns Schülern gleich. Er hatte keine Disziplinprobleme in seinem Unterricht. Denn der war meistens spannend. Er führte keinen Schüler vor und griff sich nie einen vor der gesamten Klasse, um ihm zu beweisen, dass er etwas noch nicht erledigt habe oder nicht könne. Er agierte auf seine ganz eigene dem anderen gegenüber wertschätzende Art.
Warum erzähle ich das? Mein Klassenlehrer war Quereinsteiger. Er war Vermessungsingenieur. 1971 kam er an unsere Schule und begleitete unsere Klasse drei Jahre, also bis zum Abschluss. Das Thema fehlende Lehrer und solche, die quer einsteigen ist also keine neue Erfindung. Auch wenn der damalige Grund ein anderer als heute war. Waren es die Nachwehen des zweiten Weltkrieges, sind es heute politische Fehlplanungen. Das nicht Ernstnehmen der Demographie, das Ignorieren wahrer Statistiken, das überhebliche Abhandeln des Lehrerberufes und so einiges mehr hat nichts mit einer Situation zu tun, bei der irgend jemand von höherer Gewalt sprechen kann, wie zum Beispiel den zweiten Weltkrieg und seine über einige Jahre nach sich ziehenden Folgen. Unser derzeitiger Lehrermangel und das Suchen nach Quereinsteigern ist glattweg hausgemacht.
Aber zurück zu den Zitaten, die mich begleiten. Einer der wichtigsten ist: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Ich weiß nicht, wann ich diesen Spruch in mein Leben ließ. Es muss sehr lange her sein. Aber bis zum heutigen Tag sage ich mir diesen immer wieder vor allem dann, wenn mich etwas aus der Bahn werfen will. Es ist mein Mantra.
Und der zweite lautet: „Wohin Du auch gehst, geh mit Deinem ganzen Herzen“ Dieses Zitat soll von Konfuzius sein. Das Zitat wählte ich als Leitspruch für meinen Blog, als ich ihn vor zehn Jahren startete. Das Zitat erinnert mich daran, keine halben Sachen zu machen, sondern das zu tun, was ich von ganzem Herzen will. Und dieser, mein Blog, ist meine Herzenssache.
Welches Zitat begleitet Dein Leben? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.
Heute ist der erste Mai, einer von etlichen Feiertagen im Wonnemonat Mai.
Das Wetter soll warm und sonnig werden. Wie wirst Du diesen Tag verbringen?
Ich werde jetzt ein paar Blaubeermuffins für den Nachmittag backen. Vielleicht nehmen wir diese am Nachmittag auf einen kleinen Radtrip mit …
Gab es Entscheidungen, aus denen Du lernen konntest oder gewachsen bist?
Diese Frage kommt immer wieder auf. Und wir Menschen neigen dazu, unser Leben permanent zu hinterfragen. War diese oder jene Entscheidung, die Du damals getroffen hast richtig? Oder hätte ich doch lieber so oder so entschieden.
Ich sage ganz klar: Diese Entscheidung, die damals getroffen wurde, war zu diesem Zeitpunkt genau so richtig. Die Erkenntnisse und Erfahrungen, die heute unser Leben bestimmen, hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Angenommen, wir hätten uns in der Vergangenheit anders entschieden. Was wäre dann? Dann würden wir heute genauso sinnieren und uns die gleiche Frage stellen: Was wäre, hätte ich mich damals anders entschieden?
Aus jeder Entscheidung lernen und wachsen wir. Wir fällen täglich etwa zwanzigtausend! Entscheidungen, sagt man. Fazit: Unser ganzes Leben besteht aus Entscheidungen.
Stehe ich jetzt auf, oder doch noch fünf Minuten Schlummen? Erst Zähne putzen, oder doch zunächst die Kaffeemaschine einschalten? Blaubeermarmelade oder doch lieber Erdbeermarmelade? Schwarzes oder graues Shirt? Warten, bis der Regen nachlässt, oder gleich gehen? … und so weiter und so weiter.
Ich gehöre in der Regel zu den Schnellentscheidern. Nur beim Einkaufen tue ich mich schwer. Ein Beispiel: Seit einigen Tagen kann ich mich zum Beispiel nicht entscheiden, meine Onlinebstellung für den von mir benötigten Künstlerbedarf abzusenden. Farben, Pinsel und Zubehör sind kein Einkauf, sondern eine kleine Anschaffung. Aber ich denke, dass ich mich heute dafür entscheiden werden muss 😉
Wir lernen und wachsen aus jeder Entscheidung. Denn jede Entscheidung, die wir treffen, trägt uns ein Stück weiter oder wirft uns ein Stück zurück. Wirft es uns zurück, lernen wir daraus und treffen eine neue Entscheidung. Entscheidungen sind so etwas wie Perpetuum mobile.
Hört auf, Euch immer und immer wieder zu disziplinieren, selbst zu hinterfragen und zu erziehen. Es zu analysieren, ob Ihr daraus gelernt habt, oder ob Ihr daran gewachsen seid. Es ist vollkommen egal. Weil wir es sowieso mit jeder Entscheidung tun. Gebt dem Leben etwas mehr Leichtigkeit und nehmt Entscheidungen als Lebenselixier. Die einen Entscheidungen sind besonders einfach zu treffen. Andere mit größerer Tragweite brauchen manches Mal etwas mehr Zeit und Überlegungen. Geht mal etwas schief, entscheiden wir uns erneut und korrigieren damit hinfällig gewordene Entscheidung 😉
Eine einfache Entscheidung: Haare fönen oder lufttrocknen? Ihr könnt meine Entscheidung sehen.