Von Höhlen und so

Welchen Ort auf der Welt möchtest du niemals besuchen? Warum?

Im ersten Augenblick dachte ich an einen geographischen Punkt auf dieser Welt, also ein Land oder eine Stadt. Auch wenn es da tatsächlich Regionen gibt, die ich äußerst ungern besuchen möchte, denke ich im zweiten Moment an einen ganz anderen Ort, den ich niemals besuchen möchte.

Es sind unterirdisch gebuddelte Höhlen und Gänge. Mir nimmt es die Luft und den Atem. Ein schwerer fetter Kloß legt sich auf meine Brust, wenn ich an Derartige nur denke.

Natürlich besuchte ich in meinem Leben auch Höhlen. Mit den Eltern in den Urlauben gehörte es dazu, entsprechende Sehenswürdigkeiten aufzusuchen. Eishöhlen zum Beispiel, die beeindruckend ausgeleuchtet waren, hell, kalt aber irgendwie mit reiner und klarer Luft. Als ich dort wieder ausstieg, war ich froh, den schweren Druck, den ich mir einbildete, durch die Erdlast von oben zu bekommen, abschütteln zu können.

Ich fuhr in einer kleinen Bahn in einen alten Bergbaustollen ein. Mit jedem Meter weiter begann ich fokussierter zu atmen. Ich glaubte, die Luft wird dünner und dünner. Wie schlimm muss damals die Arbeit für die Bergleute gewesen sein. Es ist schlüssig, dass diese Männer meistens mit Krankheiten belastet und ein relativ kurzes Leben hatten. Ich habe keine Ahnung, aber sicher werden heute solche ähnliche Arbeiten von Robotern übernommen. Die KI wird’s richten.

Ich sah in einer Höhle Molche im klaren Wasser, das kein Leben zu haben schien, schwimmen. Sie waren transparent und ich frage mich bis heute, wie diese Lebewesen es schaffen, zu existieren. Diese durchscheinenden Tiere mit den schwarzen Knopfaugen prägten sich mir ein.

In einer anderen Höhle wurden Opern und Konzerte aufgeführt. Die Akustik sei so gut. Boah, ich weiß nicht, wieviele Tonnen Erdgut über den Köpfen der Besucher dieser Veranstaltungen lasten.

Mein letzter Besuch einer Höhle liegt etwa zwanzig Jahre zurück. Es war auf einem alten Flugplatz, der einst für militärische Zwecke genutzt wurde. Auch wenn ich genau wusste, dass ich es kaum ertragen werde, siegte die Neugierde und ich ließ mich darauf ein. Eine alte schwere, dicke Metalltür wurde geöffnet. Wir bückten uns und stiegen dort hinein. Mich empfing Dunkelheit und ein übler Geruch. Ich ging einige Schritte weiter und bekam Panik. Angst, die Tür könnte zufallen und es würde stockdunkel werden ohne Luft und die Last der Masse, die auf diesem Loch lastete. Die Macht der Gedanken: Ich bekam keine Luft mehr und musste raus. Sofort! Mit Herzklopfen und Schnappatmung stand ich in der Sonne im Grünen unter Bäumen und ich wartete erleichtert auf die anderen, die etwas später begeistert durch das Loch gekrochen kamen.

Das war mein letzter Versuch eine Höhle, eigentlich war es ein Bunker 😉 in Augenschein zu nehmen. Auf jeden Fall ist das mein Ort, den ich aus heutiger Sicht nicht freiwillig besuchen würde. Eine Höhle.

In den letzten Monaten wird immer wieder von ganzen Straßensystemen, gar von funktionierenden Städten, unter der Erde berichtet. Warum tun das die Menschen? Weshalb verkriechen sie sich unter den Erdboden? Was haben diese zu verbergen? Was geschieht dort in dem Lebensbereich der Würmer und anderer Kreaturen? Ohne Sonne, ohne von Bäumen und Pflanzen gereinigter Luft?

Nur so nebenbei: Ich gehöre noch zu dieser Generation, die in der Schule lernte, wie Photosynthese funktioniert. Damals gehörte das zum Allgemeinwissen. Es war jedem klar, dass Menschen den durch lebende Pflanzen aus Kohlendioxid produzierten Sauerstoff dringend für eine gute Atmung und ein gesundes Leben benötigen. Ich spreche von dem heute verteufelten CO2, das notwendig ist, um Sauerstoff freizusetzen. Wurde ein Baum abgeholzt, musste ein neuer aufgeforstet werden.

Heute werden Bäume zum Beispiel umgelegt, um tonnenweise Beton in den Erdboden zu lassen, damit die über hundert Meter hohen Windräder-Parks installiert werden können. Den Deutschen soll schließlich ein bissle Flatterstrom geliefert werden. Es ist nicht nur der Erdboden der damit unfruchtbar gemacht wird, es sind genauso die Vögel und Insekten, die von den Rotorblättern erschlagen werden. Die Bedeutung der Insekten für unsere Obstbauern und den Weiterbestand jeglicher Flora muss ich an dieser Stelle nicht erläutern. Nicht unerheblich sind übrigens auch die erzeugten Wellen, der Infraschall, der über etliche Kilometer zu spüren ist. Diese Wellen irritieren Tiere und können Menschen gesundheitlich belasten. Insgesamt ist es ein Kaputtvergrünen von Ideologiebesessenen.

Jetzt bin ich etwas vom Thema abgekommen. Aber wie das so ist: Ein Gedanke, jagt den anderen. Nun, und was gesagt werden muss, muss schließlich gesagt werden. Oder?

Aber zurück zum Ausgangspunkt: Hast Du einen Ort auf dieser Welt, den Du niemals besuchen möchtest?

Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Habt einen guten Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Bücher mehrfach lesen?

Welches Buch könntest du immer wieder lesen?

Tust Du das? Ich meine, liest Du Bücher mehrmals?

Ich tue es nicht. Noch niemals las ich ein Buch komplett ein zweites mal oder gar mehrmals. Mir ist bekannt, dass es Leute gibt, die das tun. Wenn, dann blättere ich in einem bereits gelesenen Buch nach längerer Zeit und picke mir ein paar Passagen heraus, erinnere mich an den Inhalt und stelle es wieder zurück an seinen Platz.

Ich lese sehr langsam, gründlich und genau. Für mich ist nicht nur der Spannungsbogen wichtig, ich mag die Komposition der Sätze, die Eloquenz. Ein Text ist viel mehr, als nur Aktion. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich ein Buch mit dem gesamten Text kein zweites Mal lese.

In unserem Haushalt gibt es unendlich viele Bücher. Doch weiß ich mit ziemlicher Sicherheit, an welchem Platz welches Buch zu finden ist.

Wobei ich gestehe, dass ich in den letzten Jahren außer Fachliteratur keine physischen Bücher kaufte. Ich lese diese digital auf meinem Tolino, einem Lesegerät, das ich wirklich liebe.

Natürlich ist das haptische Gefühl, ein Buch in den Händen zu halten, etwas besonders. Ein Gefühl des Vertrauten, weil Bücher in dieser Form immer zum Leben gehörten. Ganz gleich, wo ich war, ein Buch war immer in meiner Tasche. Oftmals war es groß, dick und sperrig. Das war mir egal. Heute ist es einfach der kleine Tolino, auf den etwa zehn- bis zwölftausend Bücher passen. Unvorstellbar, dass dieser Speicherplatz überhaup gebraucht wird. Mein Gerät benutze ich seit dem Jahr 2015. Es war eines der ersten und ist unverwüstlich. Inzwischen gibt es bereits den sechsten Nachfolger. Hoffentlich bekomme ich noch lange Zeit Updates für mein historisches Teil.

Mit Büchern zu leben, gibt dem Zuhause eine gewisse Wärme und Geborgenheit. Auch setzt man mit der Auswahl der eigenen Bücher ein Signal nach außen. Zum Beispiel kann der andere, der deine Wohnung betritt erkennen, wie du tickst.

Ich konnte nie an einem Buchladen oder ganz früher an einem Kiosk, in dem es Taschenbücher gab, vorbeigehen, ohne ein Buch zu kaufen. Inzwischen denke ich anders darüber. Es ist wichtig, dass es physische Bücher in Bibliotheken gibt, auf die man jederzeit zugreifen und sich diese ausleihen kann. Aber ich muss die Bücher nicht mehr alle selbst in handfester Form besitzen und mein Leben lang bei jedem Umzug mitschleppen. Was ich bisher immer tat, weil mir Bücher heilig sind. Meine Bücher, die ich neu kaufe, liegen in meinem kleinen Lesegerät.

Es gibt nur einen Abstrich. Fachliteratur brauche ich in physischer Form. Ich muss damit arbeiten können. Haftetiketten kleben, unterstreichen, Notizen hineinschreiben usw.

Wie ist es bei Dir? Liest Du mehrfahr Bücher? Schreibe es doch einfach in das Kommentarfeld

Auf meinem Smartphone fand ich doch tatsächlich noch diesen Schnappschuss, der beweist, dass ich doch ab und zu Bücher mehrfach lese. Nämlich dann, wenn ich Buchlesungen mit meinen eigenen mache 😉 Zuletzt erst im März während unserer Kunst-Ausstellung „Wir sind seeArt“ in der „Scheune“ in Wilhelmsdorf, die noch bis zum 05. Mai 2024 zu sehen ist. Immer sonntags 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr.

Wer in der Nähe ist, schaut einfach vorbei. Ihr trefft mich dort an.

Habt einen wunderbaren Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Gedankenbogen über ein gesticktes Monogramm

Ich bin eines der Nachkriegskinder und gehöre zu den in den Fünfzigern Geborenen, den sogenannten Baby-Boomern. „Welch ein blödes Wort!“, denke ich. Waren es doch einst die Jahrgänge, die gemeinsam mit der Generation ihrer Eltern dieses in Schutt und Asche gekloppte Land wieder auf die Beine brachten. So sind es heute die, die dem Staat zur Last fallen. Also die, die dem Land angeblich die Haare vom Kopf fressen. Es sind die, die der Z-Generation im Wege stehen und diesen Chilligen auf den Keks gehen. Zum Glück liegt zwischen der Nachkriegs- und der  Z-Generation unser eigener Nachwuchs und deren Kinder, die   X- und Y-Generaton, die eine große Portion unseres Denkens, Fühlens und Handelns in sich trägt und lebt. Manche schaffen es, dieses an ihre Kinder weiterzugeben, viel zu viele leider nicht.

Als ich heute am Morgen ein altes Handtuch aus dem Schrank nahm, um es in das Katzenkörbchen zu legen, fiel mir das gestickte Monogramm „PK“ ins Auge.

Es ist das letzte Handtuch von vielen mit einem bestickten Monogramm, die ich besaß. Diese Handtücher bekam ich zu meiner Jugendweihe, als ich vierzehn Jahre alt war und bis zu meinem sechszehnten Lebensjahr zu Geburtstagen geschenkt. Es nannte sich Aussteuer. Meine Eltern nahmen die Dinge an sich und bewahrten das auf, bis ich das Elternhaus verließ. In diesen Jahren wurde ich außerdem mit einer Steppdecke, einem Schlafsack und ähnlichem „beglückt“. Ich erinere mich noch ziemlich gut daran. Denn als Vierzehn-, Fünfzehn- oder Sechszehnjährige konnte ich mit diesen Geschenken nichts anfangen. Meine Freundinnen und Klassenkameradinnen bekamen ganz persönliche Dinge geschenkt, an denen sie in der augenblicklichen Lebensphase Freude hatten, wie ein Kofferradio, Kassentengerät, modische Dinge oder schöne Kosmetika. Meine Eltern planten für mich ins Irgendwann mit praktischen Haushaltsdingen.

Damals war ich wahnsinnig enttäuscht. Heute habe ich Verständnis für die Generation, die in der Kriegszeit mit fast nichts aufwuchs und heute die Experten in der Vorratshaltung sind. „Ganz sicher haben sie es gut gemeint, mich mit Dingen für meinen zukünftigen Hausstand auszustatten.“, rede ich mir ein. „Nur mussten derartige Sachen zu den einzigen Gelegenheiten sein, an denen wir Mädchen etwas geschenkt bekamen?“, knirsche ich ein wenig.

Schenken bedeutet für mich, einem anderen einen Wunsch zu erfüllen, eine Freude zu bereiten, ganz gleich, ob ich es immer gut finde. Wer das nicht kann, sollte es lassen. Alle anderen Gaben können gern an den vielen anderen Tagen des Jahres gereicht werden. Wie schön ist es doch, eine zusätzliche Freude zu bereiten.

Auf dem Bild seht Ihr also das einzig verbliebene Handtuch, das über fünfzig Jahre alt ist und inzwischen den Kätz als Kuschelunterlage auf ihren Schlafplätzen dient.

Schon damals, 1972, war das Thema Aussteuer antiquiert. Ich persönlich kannte kein Mädchen, das Derartiges erhielt.

Ich schiebe das auf die Kriegserfahrung, die meine Eltern machen mussten. Denn bis heute, mit fast neunzig Jahren, können sie sich von keinen Gegenständen trennen. Sie klammern an den unnötigsten Dingen fest, als sei es ein großer Besitz und sie können es nicht loslassen. – Was man hat, hat man.

Ich denke, jeder von uns hat noch immer einen Bezug zu der Kriegs- und Nachkriegsgeneration. Ganz gleich, zu welcher Generation wir uns zählen. Hoffentlich werden wir zu der ersten gehören, die niemals einen Krieg erleben muss.

Ach übrigens, meine Oma lehrte mich die Monogrammstickerei. Sollte das wieder trendy werden, bin ich vollkommen up to date 😉

Ich muss lächeln, welch einen Gedankenbogen ein gesticktes Monogramm schlagen kann und schicke Euch

sonnige Grüße ins Wochenende.

Herzlich, Eure Petra Kolossa

Die erste Stunde am Morgen

Was sind deine Morgenrituale? Wie sieht die erste Stunde deines Tages aus?

Irgendwie haben wir doch alle am Morgen einen gleichmäßigen sich immer wiederholenden Rhythmus. Oder nicht?

Meine erste Morgenstunde hat seit vielen Jahren den ähnlichen Ablauf. Dafür sorgen die Kätz, die Prinzen des Haushaltes.

Erst heute hat mir einer der Jungs, nämlich Kater Flo, sehr deutlich gemacht, dass ihm die vom Menschen gemachte Zeitumstellung am Bumsda vorbei geht. Wenn wir also in der regulären Zeit leben, also der sogenannten Winterzeit, ist meine Aufstehzeit immer gegen sechs Uhr. Seit gestern ist nun sechs Uhr das eigentliche Fünf-Uhr. Diese Zeitumstellung setzt mir immer sehr zu und ich brauche ein paar Tage, bis ich mich damit arrangiert habe.

Meine erste Stunde des Morgens hat also gefühlsmäßig das Morgenritual ein wenig verändert, ein wenig müde, unausgeschlafen, obwohl es praktisch gleich ablief.

Kater Flo kam ins Bett gehopst und verkündete laut und deutlich, dass sein Tag jetzt beginne, dass er jetzt gestreichelt werden wolle, dass er jetzt frisches Futter mag, dass er unbedingt jetzt und das sofort die Aufmerkssamkeit seiner Zweibeinerin brauche. Und wie immer gab er keine Ruhe, bis ich mich in die Senkrechte brachte und endlich mit ihm den Weg in die Küche antrat. In der Regel ist das ein Stück sympathische Morgenroutine. Denn wenn Flo laut diskutierend mit seiner „Chefin“ im Schlepptau über den Korridor trabt, gesellen sich auch Benny und Bobby zum leckeren Frühstück dazu. So beginnt meine Morgenroutine. Nur, dass ich heute etwas durch den Wind war. Ihr wisst schon, wegen dieser nutzlosen Winter-Sommer-Zeitumstellung.

Während die Kätz zufrieden mit ihren Futterschälchen beschäftigt sind, starte ich die Kaffeemaschine und mein Smartphone, schaue flüchtig über die Posteingänge, nehme die Kopfhörer und bringe mich mit weltweiten Informationen mittels meines Morgenpodcasts auf den aktuellen Stand. Mit diesen Stöpseln im Ohr gehe ich ins Bad, um mich zurecht zu machen.

Danach schnappe ich meinen Kaffee und setze mich für fünfzehn Minuten an den Schreibtisch, um meinen Kalender zu checken, morgendliche Geburtstagsgrüße zu senden, WhatsApps zu beantworten, die wenig zeitaufwendig sind oder ich poste einen schnellen Beitrag auf Instagram. Und schwupps, sind sechszig Minuten des soeben gestarteten Tages vorbeigesaust.

Wie sieht Deine erste Stunde des Tages aus? Hast Du Rituale? Oder kommt’s wie es kommt? Schreibe es doch einfach in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt.

Worauf ich auf keinen Fall verzichten möchte, ist mein duftender guter „Morgen-Kaffee“.

So nannte ich auch mein aktuelles Bild.

In Kürze wird es in meinem Shop zu finden sein.

Schau‘ doch einfach mal vorbei. Es gibt dort viel zu sehen.

Heute ist der erste April. Als Kinder hatten wir unseren Spaß daran, jeden zu verklappsen und in den April zu schicken.

Für mich persönlich beginnt heute, mit diesem ersten April 2024 ein neuer Zeitabschnitt, der wahrscheinlich kürzeste in meiner Lebenszeit. Es stimmt mich demütig und ein wenig ehrfürchtig dem Leben gegenüber.

Bei uns hier im Süden ist es kühl, windig und nass. Es verlockt, sich zu Hause gemütlich zu machen. Macht das Beste aus diesem Ostermontag und genießt die Zeit.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mein ganz persönlicher C-Gedenktag

Vor vier Jahren, konkret am 17. März 2020, schrieb ich eine Notiz in meinen Kalender: „Mein C-Tag“. Ein Jahr später machte ich dieses Datum zu meinem ganz persönlichen „Corona-Gedenktag“. Ich erinnere mich, als wäre es heute. Vor meinen Augen spulen sich diese Minuten haarklein ab. Ich kam aus einem Termin und ging zu meinem Auto. Wie meistens schaute ich auf mein Smartphone, um die eingegangenen Emails und Nachrichten zu checken. Als ich diese Email las, wo mir, wie auch meinen Kolleginnen und Kollegen, mit sofortiger Wirkung untersagt wurde, die Arbeit fortzusetzen, konnte ich noch nicht ahnen, dass das bis zum heutigen Tag mein letzter Auftrag in dieser Art, im direkten Kontakt mit Menschen vor Ort gewesen ist.

Als diese Notiz in meinem Kalender auch in diesem Jahr aufploppte, sinnierte ich darüber, wie sehr sich mein Leben, meine Wahrnehmung und Gefühlswelt seit diesem Datum verändert haben. Diese Zeit hat uns Menschen geprägt. Sie hat unsere Gesellschaft stark verändert. Dieser gelungene Coup beflügelt die Macher dieser politischen Welt bis heute und sie sind nicht bereit, das Gefühl der Macht loszulassen. Sie nutzen den Lauf, um mit dem in dieser Coronazeit erpobten und bewährten Druck ihren Willen der Gesellschaft aufzuzwingen. Das größte und einfachste Instrument sind ihre Medien und Angstmache. Zwangsgebührenfinanziert, staatlich, gefügig, vierundzwanzig Stunden lang an sieben Tagen die Woche verfügbar, manipulativ, suggestiv, indoktriniert. Tropfen für Tropfen erfährst Du was gut und böse ist, was schwarz und was weiß, was richtig und was falsch ist, wie Du denken sollst, was Du denken sollst, wie Du handeln sollst, dass Du Angst haben musst.

In den letzten drei Tagen sah ich eine ganze Menge meiner geschriebenen Notizen aus den letzten vier Jahren durch. Und ich stellte für mich fest, dass noch nicht die Zeit gekommen ist, diese Texte offiziell zu verarbeiten.

Dennoch pickte ich anläßlich meines „Corona-Gedenktages“ eine Notiz für Euch heraus. Diese schrieb ich damals ein Jahr nach dem offiziellen Lockdown. Wir steckten also mittendrin.

Ein Samstag, Mitte April im Jahr 2021

Es ist ein trüber und sehr kühler Morgen. Die Sonne liegt hinter den dunstigen Wolken und hat wenig Lust, sich anzustrengen, mir den Gefallen zu tun, mehr Licht und Wärme zu senden. Ich schaue in die noch immer mit Schnee bedeckten Alpen und nehme mit meinem Auto die verschlungenen Straßen ins Tal.

Die kleine Stadt mit der imposanten Basilika auf dem höchsten Punkt im Ortszentrum zieht unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist wahrlich ein beeindruckendes Gebäude, die größte Barockkirche nördlich der Alpen, in Weingarten.

Weingarten kennt man als eine kleine quirlige und geschäftige Stadt mit unendlich vielen kulturellen und künstlerischen Aktivitäten, mit Straßencafés, Restaurants, Weinstuben, kleinen Geschäften, Galerien, studentischem Treiben.

Heute, wie seit über einem Jahr ist die Stadt grau. – Passend zum Tag, denke ich. Es ist Samstagmorgen. Geöffnet haben im Stadtzentrum die Supermärkte und Bäckereien. Die Menschen stehen mit ihren Masken schweigend in großen Abständen voneinander in einer Schlange draußen vor den Türen. Sie warten, an der Reihe zu sein, eintreten zu dürfen, um ihren Einkauf zu tätigen.

Ich fahre weiter zu meinem Ziel. Ein geschäftlicher Auftrag führt mich. Einen Parkplatz zu finden, war immer ein Problem. Inzwischen nicht. Ich greife nach meiner Tasche und gehe zu meinem Ziel. Ein großer Aufsteller mit den üblichen Anweisungen, die man auf Anordnung zu beachten habe und der Hinweis, dass nur drei Personen den doch ziemlich großen Raum betreten dürfen, steht mitten im Vorraum und versperrt jedem Eintretenden den Weg. Dieses Teil schreit regelrecht nach Beachtung, denke ich.

Vor mir steht eine Frau. Sie sieht mich kommen und macht sich sofort mir gegenüber Luft. Mit dumpfer Stimme schimpft sie, dass in dem Raum acht Personen seien, obwohl nur drei erlaubt sind. Keiner würde etwas sagen. Kein Wunder, dass wir alle Covid kriegen werden, wenn sich keiner daran halte, was vorgeschrieben sei. Sie schimpft und schimpft. Die Maske in ihrem Gesicht saugt sich mit jedem Luftholen fest an ihren Mund. Dieser Sauerstoffmangel muss ein Kraftakt für sie sein, denke ich und möchte ihr am liebsten sagen, sie solle aufhören, sich so dermaßen zu erregen.

Ich schaue in den Raum und sehe, dass vier Personen, wahrscheinlich eine Familie, gemeinsam etwas zu erledigen haben und drei weitere sich in großem Abstand in dem Raum befinden. Innerlich verdrehe ich die Augen und denke: Mein Gott! Wo ist das Problem?

Eine Person verlässt den Raum. Die Frau vor mir bleibt stehen und will nicht hineingehen. Ich bitte sie, ihre Sache zu erledigen. „Ich gehe dort nicht rein! Es sind noch zu viele!“ Ich sage zu ihr, dann werde ich es jetzt tun. „Nein!“, faucht sie mich an. „Ich bin die nächste! Nicht Sie! Sie warten!“ Eine Mitarbeiterin bittet die Frau, einzutreten. „Nur drei dürfen in den Raum!“, schreit sie. Die Mitarbeiterin bittet mich, zu kommen. Die Frau stellt sich in die Tür. „Sie warten!“, weist sie mich an.

Nun gut. Ich sah, dass die Familie ihre Sache erledigt hat und den Raum nun verließ. Damit war auch das Problem dieser Frau erledigt. – Ist das tatsächlich nur ihr Problem? Was geschieht hier mit uns Menschen?

Meinen Auftrag habe ich erledigt und begebe mich auf den Heimweg. Die Sonne hat sich entschieden, schwach durch die Wolken zu schauen. Ich zwinkere ihr entgegen und fahre über Ravensburg, um bei einem meiner Lieblingsbäcker, der sich in einem Supermarkt eingemietet hat, anzuhalten.

Kurz verweile ich hinter dem Steuer und lasse die Situation auf mich wirken. Auch hier stehen die Menschen mit ihren Masken in großen Abständen schweigend in einer Reihe an, um mit einem nächsten Einkaufswagen Einlass zu bekommen. Diese Reihe von Leuten wirkt trist, grau, der Situation ergeben.

Ich ziehe den Zündschlüssel ab und gehe zu dem Bäcker hinein. Lange muss ich nicht warten. Und ich freue mich, eine mir seit vielen Jahren bekannte Verkäuferin hinter dem Tresen zu entdecken. Sie ging vor etwas über einem Jahr in den Ruhestand. Sie freute sich darauf. Wir haben oft miteinander gesprochen.

„Oh, das ist aber schön, sie hier zu treffen.“, sage ich und ergänzte: „Sie können auch nicht loslassen?“

Sie lachte. „Wissen sie, ich bin froh hier sein zu können. Auch wenn es nur stundenweise ist. Zu Hause werde ich verrückt. Seit mein Mann gestorben ist, ist es ohne Kontakte nach draußen schrecklich einsam.“ Sie lächelt. „Ich gehe jeden Tag spazieren, bin draußen. Aber allein. Ich bin ein kommunikativer Mensch. Mein Sohn wohnt mit seiner Familie in Australien. Er verliebte sich dort und blieb nach seinem Studium in Melbourne. Wo soll ich hingehen? In ein Café, ins Kino, ins Theater, soll ich reisen, eine Kunstausstellung besuchen … sagen Sie mir, was soll ich machen, um unter Leute zu kommen? Es ist doch alles geschlossen und gesperrt. Ich bin fit, aber ich gehe auf die siebzig zu. Einige meiner langjährigen Freunde leben in ganz Deutschland verteilt, einige leben nicht mehr. Ich wollte noch so vieles tun, mein Englisch an der Volkshochschule auffrischen, wieder tanzen, Freunde besuchen, reisen …“

Sie lächelt. „Ich habe mich wirklich gefreut, als mein Chef mich anrief und fragte, ob ich stundenweise aushelfen könne. Über dreißig Jahre habe ich für die Bäckerei gearbeitet. Ich genieße die Stunden hier.“  

Sie packt meine Tüten und kassiert mich ab und sagt dabei: „Ich freue mich wirklich, Sie zu sehen. Und ich weiß ja, wie Ihr Lächeln ist. Ich denke mir Ihre Maske einfach weg.“, lacht sie und sagt: „Bis zum nächsten Mal. Hoffentlich bald.“

Ich sitze wieder im Auto und werde in fünfzehn Minuten zu Hause sein. Meine Gedanken sind noch bei meiner letzten Begegnung. Ein süß-bitterer Geschmack macht sich breit. Es ist wunderbar für sie, dass sie der Hölle Einsamkeit für eine gewisse Zeit entkommen und auf diese Weise dieses traurige Loch stopfen kann.

Die Ampel steht auf Rot. Ich schaue auf den in voller Pracht mit Frühjahrsblühern übersäten Hang rechter Hand. Ein etwas breiterer asphaltierter Weg führt hinauf in ein modernes Wohngebiet.

Auf einem Tretroller stehen drei Jugendliche, eng umschlungen und kommen lachend den Weg heruntergesaust. Ich lasse das Fenster auf der Beifahrerseite herunter. Unbedingt möchte ich den Sound dieser fröhlichen Fuhre aufschnappen. Ein breites Lächeln macht sich in meinem Gesicht breit. Es tut so gut, diese Zwölf- bis Vierzehnjähren so ganz normal zu erleben. Es ist ein menschliches Bedürfnis nach Nähe, Berührung und Umarmung.

Die Ampel schaltet. Ich fahre weiter, lasse das Fenster wieder hoch, wische mir mit dem Handrücken die feuchten Augen trocken, und denke: Wir können es uns heute noch nicht ausmalen, was wir unseren Kindern mit diesen ganzen Vorschriften, der Gängelei und den Verboten nehmen und antun. Es wird gravierende Spuren in ihren Seelen hinterlassen und folglich das menschliche Leben perspektivisch sehr verändern.

Heute ist Frühligsanfang.

Als ich mir am Nachmittag vor unserem Haus ein wenig die Füße vertrat, machte ich unter anderem dieses Bild.

Die Schneeglöckchen und Winterlinge haben sich bereits verabschiedet.

Stattdessen kämpften sich durch die Hinterlassenschaften der kühlen Jahreszeiten Veilchen, Gänseblümchen, Primeln, Himmelschlüsselchen und Gewitterblümchen. Der Frühling hat die Wiese erobert …

Habt einen wunderbaren Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

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Gute Frage …

Wo würdest du einen Einkaufsbummel machen?

Magst Du große Einkaufstempel oder lieber kleine individuelle Boutiquen oder vielleicht lebhafte Märkte und Basare, oder gar etwas ganz anderes? Wo würdest Du einen Einkaufsbummel machen?

Ich würde einen Einkaufsbummel dort machen, wo ich als Individuum wahrgenommen werde. Dort, wo mit Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis auf die Kunden zugegangen wird. Dort, wo ich gern mein durch viele Stunden hart erarbeitete Geld gegen einen sympathischen Service, ein gutes Angebot und Kompetenz eintausche.

Ich kann mich kaum noch erinnern, dass ich irgendwann einmal mit Freude einen Einkaufsbummel absolviert hätte. Es war für mich schon immer ein Graus.

Einen letzten Versuch unternahm ich vor zehn Jahren in einem privaten Kaufhaus mit recht gutem Ruf in der Altstadt von Ravensburg. Letztendlich verließ ich auch dieses mit( überteuerten Notkäufen in meiner Einkaufstausche. Die Verkäuferin klebte wie eine Klette an mir. Sie brachte mir einen Berg Bekleidung nach dem anderen und erklärte mir, wie großartig diese Teile seien. Sie wollte es nicht begreifen, dass die Ärmel und Beine zu kurz geschnitten sind, dass mir zum Beispiel ein Bubikragen, groß gemusterte und weich fallende Stoffe nicht stehen und so weiter und so weiter. Ich bat sie zu verstehen, dass ich mich gern allein umsehen wolle. Es gefiel ihr nicht und sie folgte mir im Abstand wie ein Schatten. Ich suchte mir eine Bluse mit Dreiviertelarm und eine mit kurzem sowie einen langen Blazer, bei dem ich die Ärmel gut nach oben zupfen konnte und das immer noch angezogen aussah. Die Verkäuferin stürzte an die Kasse, als sie sah, dass ich dorthin ging. Ich denke, sie erhielt auf den Bon eine Provision. Egal, wie auch immer. Die zwei sehr teuren Blusen in Leinen und Baumwolle hatten eine überaus kurze Lebenszeit in meinem Kleiderschrank. Die Nähte lösten sich, der Baumwollstoff wurde sehr schnell dünn. In dem Blazer konnte ich mich nicht setzen, da er sofort knautschte. Nach nur einem Jahr entsorgte ich die guten Stücke und ärgerte mich ein letztes Mal darüber.

Ich bin für eine Frau ziemlich groß, nämlich einsachtzig. Das ist für eine Übergröße zu klein, aber für die sonstigen üblichen Größen zu groß.

Es ist verständlich, dass sich ein Kaufhaus und schon gar nicht kleine Boutiquen eine sinnvolle Auswahl von Bekleidungsstücken in den Laden hängen wird, wo der Bedarf höchstwahrscheinlich nicht ausreichend vorhanden ist.

Je südlicher wir schauen, desto kleiner sind die Menschen. Ich lebe im südlichsten Süden Deutschlands. Die Wiege meiner Eltern stand im Norden Deutschlands.

Um mich selbst nicht zu stressen und meine Zeit gefrustet in irgendwelchen Einkaufsstraßen zu vertrödeln, mache ich  meine Einkaufsbummel online. Im Internet findet man die passenden Nischen. Ich kann in aller Ruhe schauen, vergleichen und mir Zeit nehmen, eine Entscheidung zu treffen. Später kann ich in aller Ruhe zu Hause die Dinge anprobieren.

Kurz und gut: Ich mache keine Einkaufsbummel. Ich mag hingegen Cafés, ein gutes Restaurant, Theater, Clubs, Galerien und so vieles mehr, das mich wesentlich mehr befriedigt.

Und wenn mir dann ein tolles Accessoires, ein gutes Buch, ein feiner Tee oder ein verführerisches Parfüm den Weg kreuzt, freue ich mich riesig darüber.

Gehörst Du zu den Menschen, die mit einer Menge Einkaufs- und Boutiquetäschchen glücklich den Heimweg nach einem Einkaufsbummel antreten?

Wenn ja, wo tust Du es? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Habt einen wunderbaren Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mein Blog für Euch seit 10 Jahren

Am 04. März 2014 richtete ich meinen Blog hier auf WordPress ein. Ich hatte nur eine vage Vorstellung von dem, wie das Ganze in der Praxis ablaufen wird. Denn bereits beim Einrichten hatte ich so einige Hürden zu überwinden. Ich wusste nur eins, dass ich aus dem Jetzt, meine Erlebnisse, Eindrücke und Gefühle schreibend festhalten wollte. Ein paar Jahre später wurde mir bewusst, dass mein Blog dokumentierte Zeitgeschichte ist. Ich nehme meine Leser mit auf die Reise meines Schaffens. Aber ich ziehe den Radius auch wesentlich größer und greife gesellschaftspolitische Themen auf. Ich schreibe über das, was vor meiner Haustür geschieht, aber auch über das, was x-Kilometer weit von mir entfernt ist. Es sind immer Dinge, die mir nah gehen, die mich bewegen. Wenn Euch meine Texte fesseln, zum nachdenken, schmunzeln oder handeln verleiten, so habe ich mein Ziel erreicht, mich in Eure Herzen zu schreiben.

In meinen Texten findet Ihr ab und an Links, die zu meinem Online-Shop oder Verkäufen meiner eigenen Produkte führen. Es ist reine Eigenwerbung. Außerdem verlinke ich, wenn es passt und Euch zum Nutzen sein könnte, Produkte, für die ich, wenn Ihr dort einkauft, einen minimalen Bonus von wenigen Prozent erhalte. Es sind klitzekleine Beträge, die mir helfen, den Aufwand meines Blogs etwas abzupuffern.

öppppp.ü´dkuopwujfdklä#SÖDALKFJSHIURIOP … und so sieht es aus, wenn einer unserer drei Kätz mich beim Schreiben unterstützt. Also mit seinen Pfötchen fix über die Tastatur huscht.

Kurz und gut: Zehn Jahre sind eine ganze Menge Zeit. Es sind

  • 405 Blogbeiträge
  • 321 Abonnenten
  • 52.606 Besucher meiner Webseite

Im Jahr 2014 war ich noch sehr unsicher und schrieb nur fünf Beiträge. Im vergangenen Jahr bloggte ich siebenundneunzig.

Also lasst uns anstoßen und einen Trommelwirbel auf die ersten zehn Jahre meines Blogs.

Das erhielt ich von WordPess

Ich freue mich riesig auf die nächsten zehn Jahre! Und eines kann ich Euch verraten: Anlässlich meines zehnjährigen Blog-Jubiläums gibt es noch in diesem Jahr „Blog.Geschichten #2“. Ich arbeite mit Hochdruck daran und meine Testleser stehen in den Startlöchern. Aber da es gut werden soll, müsst Ihr Euch noch ein wenig gedulden. Ihr seid die ersten, die davon erfahren werdet, wann das Buch im Handel ist bzw. als e-book zum downloaden bereitsteht.

Nachfolgender Beitrag war der erste, den ich hier in meinem Blog veröffentlichte. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen dieses zehn Jahre alten Beitrages 🙂

Herzlich,

Eure Petra Kolossa.

… im März, der fünfte im Monat

Man könnte glauben, es sei der blödeste Tag, um überhaupt mit dem Schreiben eines Blogs zu beginnen. Kein Erster oder Letzter des Monats, oder wenigstens die goldene Mitte.  Nein, es ist einfach nur März.  Ein ganz normaler Märzanfang im Jahr 2014  nach einem warmen Winter ohne Schnee und wenig Frost. Ein ganz ungewöhnlicher Winter, sagen die Leute.

Wenn da nicht diese 72-Stunden-Regel wäre. – Wissen Sie, die  drei-Tage-Regel. Kennen Sie das? Da kommt einem eine Idee, so ganz plötzlich, so von irgendwoher und Sie fangen an zu überlegen. Hm, das könnte man doch tun. Und schon setzt die innere Maschinerie ein. Die Rädchen fangen an zu drehen, die Idee lässt einen nicht mehr los. Ja! Und jetzt kommt DAS Wichtigste: Wenn Sie jetzt nicht anfangen, sofort den ersten Schritt zu tun, aber spätestens in 72 Stunden, also in drei Tagen, dann wird in der Regel nix mehr daraus!

Also habe ich gestern diesen Blog eingerichtet. Erst einmal ganz banal, schlicht und einfach. Heute schreibe ich die ersten Zeilen. Und ich will mich disziplinieren, meinen Blog aktuell zu halten.  – Wenn möglich, täglich ein paar Zeilen hinterlassen. Das ist schon ein großer Anspruch!

Ich stolpere gerade über das oder der Blog. Es heißt wohl richtiger das Blog. Es passiert mir immer wieder, dass ich „der Blog“ denke und dann auch „der Blog“  schreibe. Wenn es mir passiert, so bitte ich schon heute, mir das zu verzeihen. In meinen Ohren klingt „der“ sympathischer .

Hier, in meinem Blog will ich locker über die kleinen und großen Dinge, die mich im Laufe des  Tages streifen „schwätzen“.

Ein kleiner Gruß von einem Spaziergang im März. Das Bild ist ein Schnappschuss mit dem Smarthphone durch meine Sonnebrille.

Bodensee im März
Bodensee im März

Geboren als Frau

Heute, zum Internationan Frauentag, bekam ich viele Grüße, Glückwünsche und liebe Worte geschickt. Sie kamen allesamt von Frauen sowie Männern aus der ganzen Welt. Jedoch ist kein einziger deutscher Mann unter ihnen. Als mir das bewusst wurde, bin ich ein klein wenig verwundert und ich frage mich, ob das ein Stück dieser, unserer, neuen *(Sternchen)*-Welt ist.

Während ich so grübele, denke ich an einen Beitrag, den ich vor vier Jahren am Vorabend des Inernationalen Frauentages schrieb. Den habe ich noch einmal für Euch hervorgezaubert und teile diesen nun mit Euch.

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Ich gestehe, ich bin Vollweib. Ich liebe es Frau zu sein. Und niemals kam mir in den Sinn, irgendwelche männlichen Stärken mein Eigen nennen zu müssen.

Die Natur gab dem männlichen Körper andere physische Komponenten, als dem weiblichen. Und wenn ich das auf das Simpelste herunterbreche, ergibt sich eine gewisse Logik. Das Leben ist auf Wachstum ausgerichtet. Zwei Neutronen begegnen sich höflich, jedoch wird es keine Anziehung geben. Die Natur hat wohlbedacht zwei Pole geschaffen.

Morgen ist der achte März. Es ist der Internationale Frauentag. Dieses Datum motivierte mich für das heutige Blog. Ihr habt keine Ahnung, wie sehr mich das Thema „Frau“ regelmäßig aufregt und ich mich dabei so sehr machtlos fühle.

Mit Kopfschütteln und innerer Ablehnung stehe ich den Feministinnen und ihren Aktionen gegenüber.

Ich lese, sehe und höre von Beschneidungen, Vergewaltigungen, Gruppenmissbräuchen, Unterdrückungen, Prügel und Schlägen. Frauen werden klein und minderwertig gemacht. Der Urinstinkt der körperlichen Überlegenheit über das Schwächere scheint nicht auszusterben, wenn auch zum Glück flächenweise zu verkümmern. Ich mag diesen Missbrauch an Frauen unter dem Deckmäntelchen einer anderen „Kultur“ nicht akzeptieren wollen.

Nun lebe ich in Deutschland, einem kleinen, doch wirtschaftlich recht starken Land. Und ich bin tatsächlich froh, dass es so ist. Ich bin seelig, in die Kultur des Europäischen Kontinentes hineingeboren zu sein.

Mir ist bewusst, dass auch Deutschland und Europa nicht makellos sind. Hier werden zum Beispiel per Beschluss und Gesetz Frauenquoten in der Besetzung von Funktionen in Geschäftsetagen erzwungen. Es wird als Erfolg im Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen betrachtet und Druck gemacht. Und ich muss lächeln. Druck erzeugt immer Gegendruck. Und mir wirft es die Frage auf, ob eine von einer Frau quotengerecht besetzte Führungsposition, zum Beispiel im Vorstand, eine wirkliche Akzeptanz erfährt. Oder muss diese Frau insbesondere nun beweisen, dass sie „sogar“ als Frau das Handwerk beherrscht? Ich weiß es nicht.

Erst seit dem Jahr, in dem ich geboren wurde, gibt es ein Gesetz zur Gleichbehandlung von Frau und Mann. Bis dahin musste die „kleine dumme“ Frau bei ihrem Mann zum Beispiel die Erlaubnis einholen, arbeiten gehen zu dürfen. Das ist heute unvorstellbar.

Ich bin also mit dem Thema Frau und Emanzipation aufgewachsen. Es begleitet mich ein Leben lang.

Meine Wiege stand in Dresden. Ich wurde in einem Staat erwachsen, in dem das Thema Gleichberechtigung nie wirklich angezweifelt wurde. Nach dem Krieg mussten alle mit anpacken, um dieses zerrüttete Land aufzubauen. Da war es vollkommen gleichgültig, ob Mann oder Frau.

Jedoch war es, wie mit allen Dingen, die historisch gewachsen sind und von Generation zu Generation übertragen werden. Mann erinnerte sich schon daran, dass es vor einigen Jahren noch ganz anders war. Dass die Frau sich um Haus, Kind und Mann kümmerte.

Nun war es ganz anders. Die häuslichen Arbeiten wurden weitestgehend geteilt. Die Verantwortung lag auf beiden Schultern. Ich kannte nichts anderes. Es war völlig normal. Mann und Frau gingen ihrem Job nach. Frau wie auch Mann machten berufliche Karriere. Die Kinder wurden von beiden gleichermaßen betreut und aufgezogen.

Der Internationale Frauentag wurde staatlich verordnet in großem Maße mit Veranstaltungen, Blumen und Ehrungen zelebriert. Es war fast peinlich. Es motivierte die Männer, das alles mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Ich kann sie verstehen. Zumal in dieser Gesellschaftsordnung die Gleichberechtigung der Frau nicht in Frage gestellt wurde. Das Thema stand so nicht in dem nach dem zweiten Weltkrieg neu gegeründeten Staat.

Diesen „Frauentag“ lehnte ich bald ab. Es war mir unangenehm für etwas auf Händen getragen zu werden, das aus meiner Sicht ein Selbstverständnis war.

Es war normal, dass ich höflich und mit Respekt behandelt wurde im Privatleben, wie auch im Berufsleben. Ich hatte die gleichen Chancen, das zu werden, was mir möglich war. Es interessierte keinen, ob ich eine Frau oder ein Mann bin. Mir wurde die Tür aufgehalten, in den Mantel geholfen, der Stuhl zurecht gerückt, schwere Taschen abgenommen … Ich wurde als Frau wahrgenommen und nicht als Neutrum oder gar weiblicher Mann. Es war ein Nehmen und Geben.

Heute, drei Jahrzehnte weiter, sehe ich das Thema aus einem völlig anderen Blickwinkel. Die Welt hat sich geöffnet. Das Internet hat eine unwahrscheinliche Bewegung und Globalisierung ermöglicht. Informationen aus fernen und nahen Ländern, wie auch dem eigenen, können nicht mehr einfach unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Internationalen Frauentag umarme ich symbolisch alle Frauen unseres Globus.

Alle Frauen, die sich behaupten müssen, die Leid ertragen müssen, die kämpfen müssen, alle Frauen, die etwas in ihrem Leben erreicht, alle Frauen, die sich für ein akzeptables, besseres, selbstbestimmtes Leben aller Frauen einsetzen – alle Frauen, die mit Herz und Verstand Frau sind.

Von ganzem Herzen, Eure Petra Kolossa.

Ich lade Euch ein, Eure Gedanken im Kommentarfeld zu notieren.

Katzen haben sieben Leben, sagt man.

Du schreibst deine Autobiographie. Wie lautet dein Eröffnungssatz?

Kurz überlege ich und denke, meiner wäre wahrscheinlich: All das, was in meinem Leben geschah, machte mich zu dem, was ich heute bin.

Logisch. Oder? Das betrifft wohl jeden von uns. Wie soll es auch anders sein. Ob das, was in unserem Leben so geschieht, auch tatsächlich das ist, was wir immer wirklich wollen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sind wir nicht oft genug irgendwelchen Vernunftsentscheidungen unterworfen?

Um die eigene Seele zu beruhigen, reden wir uns ein, dass diese Entscheidung zu diesem Moment genau die einzig richtige war.  Wir haken es ab und gehen weiter. Später, viel später fragen wir uns, was wäre, hätten wir uns damals anders entschieden. 

Hätte, hätte Fahrradkette. Es ist wie es ist. Es war genauso richtig, trösten wir uns. Welchen Sinn ergebe es, wenn wir anders darüber denken und uns fiktiv anders entscheiden würden? In der Vergangenheit können wir sosieso nichts mehr verändern. Es ist geschehen. Unverrückbar, unveränderlich. Punkt.

Jedoch ist eines definitiv richtig. Das, was einst geschah, prägt unser Leben und zeichnet das ab, was wir heute sind. Ganz gleich, ob die Entscheidungen einst richtig waren oder wir aus unserer heutigen mit weiteren Lebenserfahrungen gefüllten Perspektive so manche Entscheidung anders getroffen hätten oder diese zu gern korrigieren würden.

Unser Leben ist eine Aufreihung von Entscheidungen. Tun, nicht tun, vielleicht. Ja, nein, jein. Das Jein kapiert unser Leben nicht und wir müssen aus dem ein Entweder-oder machen. Gelingt es uns nicht, tun es andere für uns. Das mag für diesen und jenen unter uns bequem erscheinen, zumal das Resultat später dem Schicksal oder dem Glück zugeschriebenen werden kann. Man glaubt da so ziemlich außen vor zu sein, sozusagen unschuldig an der Misere oder eben einfach nur Glück gehabt, wenn der Ausgang positiv war.

Nun gut. Mein oben gewählter Eröffnungssatz ist wohl doch etwas zu pragmatisch. Und ganz sicher würde ich so meine Autobiographie nicht beginnen.

„Eine Katze habe sieben Leben, sagt man.“

Das wäre der Satz, mit dem ich meine Autobiographie starten würde. Es entspricht den Tatsachen. Es gab sieben harte Brüche in meinem Leben. Einer Katze gleich, bin ich nach jedem mehr oder weniger gut auf meinen Pfoten gelandet.

Leben heißt weiter, weiter, weiter. Wir bestimmen das Tempo. Doch ohne diesem „weiter“ sind wir tot.

Wie würde der Eröffnungssatz Deiner Autobiographie lauten?

Da bin ich ganz gespannt. Schreibe es doch einfach in die Kommentare.

Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Das Glücks-Kätz findest Du in meinem Shop.

Bist Du es?

Bist du patriotisch? Was bedeutet es für dich, patriotisch zu sein?

Das ist eine Frage, die sicher keiner gern beantworten möchte. Patriotismus, patriotisch, Patriot sind Worte, die in der heutigen Zeit alles andere als populär sind. Wieviel Spielraum liegt zwischen Patriotismus, Nationalismus und Chauvinismus?

Da gibt es unseren Wirtschaftsminister und Vizekanzler, der noch nie etwas mit Vaterlandsliebe anzufangen wusste und gar einen Bogen zum Chauvinismus schlägt und noch so viele andere Äußerungen unserer aktuellen Politiker, die Patriotismus in die rechte Ecke drücken und mit dem Nationalismus gleichsetzen.

Nur, dem ist nicht so. Patriotisch heißt und bedeutet einfach nur einheimisch und vaterlandsliebend und findet sich auf der emotionalen Schiene wider.

Ja, ich bin patriotisch und sehr stark mit meiner Heimatstadt verbunden, genauso, wie ich in meinem Heimatland verwurzelt bin. Ich war es schon immer. Und ganz ehrlich, ich bin froh, dass ich die Chance bekam, dieses Gefühl des Patriotismus ohne ein Schamgefühl für irgend etwas entwickeln zu dürfen. Patriotisch zu sein ist viel mehr, als nur ein Gefühl.

Heute einzugestehen, patriotisch zu sein, scheint einer Sünde gleich. Patriotismus ist nicht messbar, sondern eine Auslegungsfrage und den jeweiligen aktuell existierenden gesellschaftlichen Normen unterworfen. Im Augenblick liegt die Messlatte sehr flach. Vaterlandsliebe scheint ein Verrat am Vaterland zu sein und nationalistisch, gar chauvinistisch. Ich kenne kein anderes Land, als Deutschland, in dem die Menschen derart entwurzelt sind, in dem sich die Leute schämen, ihre Flagge zu hissen, die Nationalhymne zu singen, offen für die Belange des eigenen Landes zu sprechen und dafür auch noch einzustehen. Es scheint ein Frevel, patriotisch zu sein.

Es ist Mitte Februar. Die ersten Schneeglöckchen und Winterlinge kämpfen sich durch das Abgelebte. Es sind die Vorboten für eine bald erwachende neue, frische, lebendige Zeit.

Habt einen schönen Tag. Herzlich, Eure Petra Kolossa.