Dagegen! – aus Prinzip

Erst neulich hörte ich einen Vortrag, in dem der Politiker erläuterte, welche Vorstellungen er und seine Partei haben, dem demografischen Desaster unseres Landes sinnvoll entgegenzuwirken. Er sprach unter anderem davon, dass man jungen Familien einen Kredit für den Start in eine gesicherte Zukunft gewähren könne. Mit der Geburt jedes Kindes in diese Familie könne dem Kredit dann eine großzügige Summe erlassen werden.

Diese Idee ist nicht neu. Denn ich, wie viele, viele andere, die in der DDR aufgewachsen sind, nahmen den zinslosen Kredit, den es seit 1972 bis zum Ende der DDR gab, in Anspruch. Alle jungen Ehepaare, die nicht älter als sechsundzwanzig Jahre alt waren und bei der Eheschließung kein höheres gemeinsames Einkommen als eintausendvierhundert Mark hatten (Das durchschnittliche Einkommen lag damals etwa in diesem Bereich.), erhielten diesen Ehekredit in Höhe von fünftausend Mark, später siebentausend. Für das erste geborene Kind wurden eintausdend, für das zweite eintausendfünfhundert Mark der Kreditsumme erlassen und mit der Geburt des dritten Kindes wurde der Kredit gelöscht. Die Abzahlung waren fünfzig Mark monatlich. Ich selbst zahlte damals die Hälfte zurück.

Diese Unterstützung von staatlicher Seite für junge Familien ist auch aus meiner Sicht eine gute Lösung, dem Überaltern und dem derzeit (unkontrollierten) künstlichen Fremdübervölkern entgegenzuwirken.

Einen Haken hat die Sache. In der Regel wird in dem heutigen Deutschland spät geheiratet. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa fünfunddreißig Jahren. In der DDR lag es bei etwa dreiundzwanzig Jahren. Die Deutschen bekommen im Durchschnitt ihr erstes Kind mit knapp dreißig Jahren. In der DDR lag das Alter der jungen Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt bei dreiundzwanzig Jahren. 

War in der DDR die Familie und das gesellschaftliche Leben die Priorität Nummer eins, ist die Situation heute eine andere. Erst selbst das Leben auskosten, dann Ausbildung, Studium und der eigene Karriereweg, möglichst viel Geld verdienen, dann Haus, Auto und anderes Konsumgut und so weiter. Dann bemerken viele, das etwas fehlt und bekommen spät, oftmals unter Schwierigkeiten und mit medizinischer Hilfe, ihr erstes Kind. Wenn die Kinder erwachsen sind und das Haus verlassen, sind die Eltern meistens zwischen fünfzig und sechszig Jahre alt.

In der erst beschriebenen Situation sind die Eltern etwas über vierzig Jahre alt, wenn die Kinder ihre eigenen Wege gehen. Genügend Zeit, noch jung genug (auch als Großeltern) und dennoch lebenserfahren können sie nun all das wahrnehmen, worauf sie zu Gunsten ihrer Wunschkinder „verzichteten“, weil das ihre Priorität Nummer eins war.

Ich erwähnte noch nicht, dass dieser zu Beginn genannte Politiker Björn Höcke ist. Er ist aus meiner Sicht ein sehr gebildeter, kluger und weltoffener Mensch.

Aus Prinzip generell „dagegen!“ schreien ist die dümmste und undemokratischste Strategie, die in unserer Regierung betrieben wird, weil das Parteibuch ein blaues und nicht grün, rot, bunt oder sonst etwas ist. Die Droge Macht ist ein teuflisches Spiel und die Verlustangst treibt zu absurden Handlungen.

Ich wünsche mir, die Menschen würden sich selbst eine Meinung zu den Dingen bilden, über die Situationen nachdenken und sich nicht, wie es leider noch immer ist, die Meinung bilden lassen und als gegeben hinnehmen.

Für heute genug. Wie immer freue ich mich über Deine Meinung, über das, wie Du die Dinge siehst.

Euch allen wünsche ich einen schönen Samstag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Paradoxon

Unsere deutsche Sprache ist wunderbar. Sie ist klar, rein und deutlich. Mich faszinieren die kleinen Nuancen in Texten, die das Lesen würzen und spannend machen. Das ist der Grund, weshalb ich gute Texte sehr langsam lese. Ich genieße die Virtualität der Autoren, die ihre Zeilen bewusst setzen und uns nicht schlampig vor die Füße werfen.

Neulich stolperte ich über einen Satz, den ich zuvor nie hörte beziehungsweis las: „Alles bleibt anders.“ Ich las diese Zeile und  ich konnte diese künstlich zusammengepackten Worte inhaltlich nicht erfassen. Kannst Du es?

Ich gab diese Zeile bei Google ein und musste feststellen, dass es dazu einige Einträge gibt. Zum Beispiel hat Herbert Grönemeyer einen Song veröffentlicht „Bleibt alles anders“. Es gibt etliche Bücher zu verschiedenen Themen unterschiedlicher Autoren mit gleichnamiger Wortzeile. Und bereits im Jahr 2006 erschien ein Film in schweizer Produktion „Alles bleibt anders“.

Mich verwundert sehr, dass ich bisher nie darüber gestolpert bin. Es sind kunstvoll aneinandergereihte Worte, die sich gegenseitig ausschließen, ein Paradoxon, wie auch „zurück in die Zukunft“. Wenn man den Film nicht kennt, die Bücher nicht gelesen hat, welchen Sinn lesen wir aus solchen Sätzen?

Die Konstruktion dieser Worte ist genial. Zum einen kennen wir jedes Wort. Bringen wir es jedoch in einen sinnigen Kontext, fällt es schwer, einen zu finden. Hier sind Fantasie und Vorstellungsgabe gefragt. Und das wiederum begegeistert mich. Welch eine großartige Diskussionsgrundlage.

Kennst auch Du eine solche Wortkombination, die Du genial fandest und nicht vergessen konntest?

So lass es uns wissen. Ich bin sehr neugierig.

Herzliche Grüße schickt Euch aus dem ziemlich heißen südlichsten Süden Deutschlands,

Eure Petra Kolossa

Traditionen im Elternhaus?

Welche Traditionen deiner Eltern hast du nicht übernommen?

Gab oder gibt es in Deiner elterlichen Familie Traditionen? Wenn ja, welche hast du strikt abgelehnt und keinesfalls in Dein eigenes Leben übernommen?

Ganz ehrlich: Ich kann mich an keinerlei Traditionen erinnern, die in meiner elterlichen Familie Bestand hatten. Ich glaube, sie hatten keine, die sie gepflegt haben. Bei meinen Großeltern sah es anders aus. Da gab es schon einige Dinge, auf die sie Wert gelegt haben. Jedoch war es bei meinen Eltern so nicht der Fall.

Interessant finde ich die Frage nach dem „nicht übernommen“. Wird doch dabei ausgegangen, dass es völlig normal sei, dass Familientraditionen von Generation zu Generation weitergetragen werden.

In diesem Zusammenhang denke ich über mich selbst nach und überlege, ob es in meiner eigenen Familie Dinge gibt, die das Potential haben, eine Tradition zu werden. Außer vielleicht so kleine Rituale oder Routinen, die einfach selbstverständlich sind und dazugehören, fällt mir gerade nichts ein. Ich werde wohl in diesem Zusammenhang meine Tochter und Enkelin interviewen. Denn sie haben mit etwas Abstand einen anderen Blick darauf. Vielleicht gibt es doch etwas, das ich selbst nicht so wahrgenommen habe. Da bin ich wirklich gespannt.

Es ist gleich halb acht am Abend. Das Thermometer zeigt dreißig Grad. Nicht nur Kater Flo erschöpft der warme Tag, sondern auch mich.

Ich werde jetzt eine Kleinigkeit zum Abendessen bereiten.

So verabschiede ich mich für heute und wünsche Euch einen schönen Abend.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Den Tag verlebt

War heute ein typischer Tag?

Jein. Und bei Dir?

Ich habe keine Begründung dafür. Aber ich war heute unendlich müde und erschöpft. Meine Augen brannten, als hätte ich Sand darin. Jede meiner Aktivität wurde zur sportlichen Höchstleistung. Uuuund, ich legte mich heute freiwillig nach dem Mittag hin, um etwas zu schlafen. Das ist wirklich etwas sehr, sehr Seltenes. Ich schlafe am Tage so gut wie nie. Denn wenn ich das tue, bin ich danach schlecht gelaunt und fühle mich noch mehr kaputt, als zuvor.

Heute tat ich es. Meine Konzentration war auf dem Nullpunkt. Ich wollte nur noch schlafen. Und ich schlief ganz fest zwei Stunden. Danach ging es etwas besser. Nicht gut, aber besser.

Es war absolut kein typischer Tag. Ich habe diesen verlebt, leider nicht wirklich gelebt. Ich ging meinen täglichen Routinen nach, mehr aber nicht.

Inzwischen weiß ich, dass es nicht nur mir so ergangen ist. Deshalb bin ich ganz neugierig.

Hat es Dich heute ebenso erwischt und Du fühltest Dich so ausgelaugt?

Schreibe es doch einfach in die Kommentare.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Heute etwas nachdenklich – eine Betrachtung

Vor vierzehn Tagen war ich auf einem Kurztrip in Sachsen. In meinen Beiträgen berichtete ich kurz davon. Diese nur drei Tage berührten mich emotional sehr stark. 

Auslöser dieser Reise war eine Einladung zum neunzigsten Geburtstag. Ebenso wird mein Vater im Spätherbst dieses Jahres seinen neunzigsten Geburtstag feiern und natürlich schaute ich auch bei ihm vorbei.

In diesen wenigen Tagen prasselten derart viele Eindrücke auf mich ein, die ich im Nachhinein zunächst einmal verdauen musste.

Mein heutiger Beitrag soll sich jedoch nur auf ein Thema beziehen. Das Altern.

Dem Anlass gegeben, treffen sich bei einem neunzigsten Geburtstag in der Regel vier Generationen. Die Gastgeberin lud ein und tatsächlich folgten alle achtunddreißig der Einladung.

Bis ich Siglinde vor zwanzig Jahren traf, kannte ich derartige Menschen nur aus Büchern oder Filmen. Sie ist eine Frau, die bis ins hohe Alter von nun neunzig Jahren ihre große Familie mit viel Liebe, Verständnis, Humor und  Loyalität zusammenhält. Sie hat immer ein offenes Ohr und die passenden Worte, ganz gleich, ob ihr Gegenüber noch ganz klein ist oder selbst schon im Rentenalter. Sie ist beliebt und jeder, der der Feier beiwohnte, mag sie sehr und zeigt seinen vollen Respekt und seine Dankbarkeit.

Warum schreibe ich das? Siglinde ist, auch wenn sie es nie nach außen trägt, schwer krank und ich machte mir Sorgen, dass dieses für sie großes Ereignis zu anstrengend sein könnte. Aber sie wollte es unbedingt. Sie freute sich darauf, ihre zwei Jahre jüngere und vier Jahre ältere Schwester zu treffen und alle lieben Menschen, mit denen sie sich eng verbunden fühlt.

Um es vorweg zu nehmen: Es war eine wunderschöne Feier für Siglinde und für uns Gäste. Natürlich war es anstrengend und sie brauchte im Anschluss ein paar Tage, um sich zu erholen. Aber die ganze Anstrengung war für sie wichtig. Es gab ihr in ihrem Zirkel, in dem sie ihr ganzes Leben lang einen großen Einfluss hatte, Herzenswärme und Geborgenheit. Sie wird niemals allein sein.

In den Stunden während des Zusammenseins kam ich mit vielen der Gäste ins Gespräch. Ich musste unter anderem immer wieder lächeln, wie die vierundneunzig Jahre jung gebliebene ältere Schwester mit unglaublich viel Witz und Charme immer noch ihrer bereits pensionierten Tochter, die sie begleitete, sagte, wo der Hase langzulaufen hat.

Ich unterhielt mich mit den Kindern der jüngeren, achtundachtzigjährigen Schwester. So erfuhr ich die näheren Umstände ihres Weges in ein Pflegeheim. Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Umso mehr, nachdem die RKI-Files aus der Corona-Zeit seit wenigen Tagen ungeschwärzt zu lesen sind und die Absurdität, der Machtmissbrauch und die ganzen Lügen endlich offen vor aller Augen liegen. Aber der Reihe nach:

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12 von 12 – Monat Juli

Es ist schon wieder der zwölfte im Monat. Der Tag im Monat, an dem wir Blogger zwölf Bilder m Laufe des Tages sammeln und mit wenig Worten in die Blogosphäre freigeben.

Gestern sammelte ich die Bilder, aber ich schaffte es zeitlich nicht mehr, diese zu verarbeiten. Also heute nun etwas später 12 von 12:

Bild 1 und Bild 2: Mein erster Blick nach dem Aufstehen aus dem Fenster des Zimmers in unseres Lieblingshotels in Chemnitz, das C-Yoy. Unser kleines Auto findet überall einen Platz. Ziemlich praktisch. Und dann Frühstück auf der Terrasse.  Es ist ein herrlich warmer Morgen.

Bild 3: Ärgerlich. Ladekabel kaputt. Leider ist dieses mit den üblichen nicht kompatibel. Schnell ein neues bestellt. Wenn ich von unserem Kurztripp zurück bin, wird es im Briefkasten liegen.

Bild 4: Auf dem Weg nach Nossen. Gefühlte tausend Mal bin ich an dieser Stadt auf der Autobahn vorbeigefahren. Nie war ich dort.

Bild 5: Erste Eindrücke von Nossen

Bild 6: Eine unglaublich sympathische kleine Stadt.

Bild 7: Pinnewitz. Wir sind verabredet mit der Schlossherrin dieses alten Reliktes aus dem achtzehnten Jahrhundert. Die Ersterwähnung soll aus dem zwölften Jahrhundert sein. Die alte Linde auf dem Bild 8 ist übrigens zweihundert Jahre alt.

Bild 9: Noch viel Arbeit, Energie und finanzielle Mittel müssen aufgebracht werden. Jedoch erahnt man bereits heute, welch ein Schmuckstück sich eines Tages aus dem denkmalgeschützten Kleinod entpuppen wird. Bild 10: Mandy Auerswald, die Schlossherrin und Besitzerin. Bild 11: Ein Foto aus dem Treppenhaus.

Bild 12: Wir fuhren weiter nach Meißen. Hier Bilder auf dem Weg zum Markt.

Weil Du so lange auf diesen Beitrag warten musstest, hier noch ein paar Bonusbilder: Wir aßen in einem italienischen Restaurant zu Mittag. Es war übrigens sehr lecker. Von meinem Platz auf der Terrasse machte ich diese beiden Bilder. In der einen Stunde, die wir dort verbrachten, sahen wir zwei Hochzeiten. – Und ganz nebenbei, ich empfand, dass sich Nossen wie Klein-Meißen anfühlt.

Von Meißen fuhren wir weiter nach Dresden, um meine Eltern und meine Schwester zu treffen. Der Weg führte uns an der Elbe entlang. Für meine Eltern kaufte ich noch ein Pflänzchen für ihren Balkon. Daran werden sie länger Freude haben, als an einem Strauß Schnittblumen.

Das Bild machte ich an einer Tankstelle, die auf dem Rückweg zu unserem Hotel lag. Es war noch immer warm und schwühl, obwohl es ein paar mal leicht geregnet hat.

Bis zum nächsten „12 von 12“, nämlich bereits im August, verabschiede ich mich.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Zu wenige Stunden

Um wie viel Uhr gehst du derzeit ins Bett und stehst morgens auf?

Bei mir stehen die entsprechende Anzahl von Stunden Schlaf im Fokus. In der Regel werde ich nach sechs Stunden Nachtruhe automatisch wach. Noch nie konnte ich regelmäßig ewig lange im Bett liegen. Es ist meine innere Uhr, die mich nach etwa sechs Stunden in die Senkrechte holt. So rechne ich also rückwärts. Wann will ich aufstehen und entsprechend gehe ich schlafen.

Derzeit gehe ich gegen Mitternacht ins Bett und stehe gegen sechs Uhr auf.

Das ist für mich eine optimale Zeit. Ich liebe die Ruhe vom Abend bis zur Nacht, wie auch im erwachenden Morgen.

Die meisten Menschen brauchen mehr Schlaf. Auch weiß ich, dass es ungesund sein soll, weniger als sieben Stunden zu schlafen. Und ich weiß auch, dass es, wenn man es regelmäßig tut, förderlich für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und „bestimmte“ (leider steht nirgendwo, welche) Krebsarten sein soll. Ich tue es seit vielen Jahren auf diese Weise 🙈

Tja, noch ist alles gut. Aber was kann ich tun, damit es so bleibt?  Welche Tricks und Kniffe gibt es, um länger zu schlafen? Schließlich werde ich einfach automatisch wach. Vielleicht hast Du eine gute Idee?

Vorab schon einmal Dankeschön 😊

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Live is life

Welche Strategien wendest du an, um dein tägliches Leben angenehmer zu gestalten?

Oh je! Welche Fragen einem so über den Weg laufen. Ich musste fast ein wenig lachen. Solch ein großes Wort: Strategie☝️ Das Wort Strategie und tägliches Leben angenehm gestalten, passen irgendwie nicht zusammen.

Das bedeutet doch, dass ich mein tägliches Leben genau plane und alles strategisch präzise kalkuliere, um dann ein täglich angenehmes Leben zu haben. Hm, das ist irgendwie irrwitzig.

Wer kann schon alle Faktoren berechnen und einkalkulieren, um das tägliche Leben zu überlisten? Ich denke, dass der Gedanke, man könne es, bereits das Leben killt.

Leben ist ständige Bewegung und Veränderung. Es ist voller Überraschungen. Das Leben ist ein Hoch und ein Ab. Und oftmals können wir es nicht unmittelbar beeinflussen; und schon gar nicht strategisch.

Soeben muss ich an den alten Song „Live is life“ von „Opus“ aus dem Jahr 1984 denken. Wie unbekümmert haben wir damals in den Diskotheken mitgestampft.

Leben ist leben. Ganz einfach 😉

Ich binde keine Strategien in mein tägliches Leben ein.

Routinen und Dinge, die ich einfach mag, weil sie mir gut tun, stehen auf einem ganz anderen Blatt.

Wie ist es bei Dir? Gehst Du Dein tägliches Leben strategisch an, damit Du es angenehmer hast?

Schreibe es doch einfach in die Kommentare.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Des lieben Frieden willen

Auf was könntest du um der Harmonie willen verzichten?

Bei dieser Frage musste ich ein wenig lächeln, weil sie im Konjunktiv gestellt wurde. Denn ich denke, dass wir alle bereits regelmäßig des lieben Frieden willen auf etwas „verzichten“. Letztendlich ist es kein Verzicht. Es ist eine weise tolerante Entscheidung, die wir situationsbedingt treffen. Manches Mal sind es nur klitzekleine Dinge, wie Marotten, die uns stören, aber wir übersehen es großzügig. Dann gibt es so etwas, dass uns eigentlich zur Weißglut bringen würde, wir aber darauf verzichten, auf unsere Meinung zu beharren, weil wir den anderem damit vielleicht vorführen würden, oder ihn unglücklch machen würden. Wir überlegen dabei, was geschieht mir, wenn ich darauf verzichte? Wahrscheinlich nichts.

Nun gut, ich bin wahrscheinlich extrem harmoniesüchtig. Das soll ja auch nicht so gesund sein. Aber ich mag keinen, aus meiner Sicht, sinnlosen Stress.

Ich kenne natürlich auch eine ganze Menge Menschen, die stolz darauf sind, ihre Meinung oder ihr Anliegen prinzipiell durchboxen zu müssen. Schließlich habe man lange genug auf weiß der Kuckuck was, verzichtet. Man habe nun gelernt, das nicht mehr zu tun. Na gut, wenn es den Leuten damit jetzt besser geht, sollen sie es tun. Ich beobachte derlei immer mit etwas Mitleid. Welch eine sinnlose Kraftanstrengung!

Auch kenne ich welche, die auf Krawall gebürstet sind, die das einfach brauchen, auf nichts zu verzichten. Irgendeiner wird schon nachgeben. Auch die Leute fahren gut damit. Denn es ist tatsächlich so. Die Menschen, die der Harmonie willen verzichten, gibt es irgendwie immer.

Ich kann da nichts genauer definieren, auf was ich verzichten könnte. Es ist der Fluss des Lebens. Im entsprechenden Moment entscheide ich das situationsbedingt.

Wie ist es bei Dir? Hast Du darauf eine konkrete Antwort?

Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld 🙂

Herzlich, Eure Petra Kolossa

Realsatirische Komödie

Wann warst Du das letzte Mal im Theater?

Ich gehe öfter ins Theater, als ins Kino. Nun muss ich dazu sagen, dass ich ursprünglich aus einer Kunst- und Kulturstadt komme. Ich bin Dresdnerin. Wer in diese Stadt hineingeboren wurde, wächst unweigerlich mit allen Facetten von Kunst und Kultur auf. Es gehörte schon als kleines Kind zu meinem Leben, mich an Theateraufführungen zu erfreuen. War es noch Mitte 1960  das „Theater der Jungen Generation“, lernte ich bald das „Kleine Haus“ kennen, das „Große Haus“ auch mit seinen Opern und Ballettaufführungen die „Staatsoperette“ – oder wie wir alle sagten: das „Operettentheater“ – und den „Kulturpalast“ mit seinen Konzerten und später, nach dem Wiederaufbau, die „Semperoper“.

Hier haben wir das „Theater Ravensburg“. Es ist eine sehr kleine  Spielstätte mit nur einhundertfünfzig Zuschauerplätzen. Dennoch gibt es ein eigenes fünfköpfiges Ensemble und etliche Gastschauspieler, die bei Bedarf hinzugezogen werden.

Es ist ein kleines Theater mit einem besonderen Charme. Im Laufe der Jahre sahen wir so etliche Aufführungen. Und irgendwie wächst man mit dem Schauspielerteam zusammen und vermisst denjenigen, der vielleicht gerade bei einem Stück nicht dabei sein kann.

Seit einigen Jahren nehmen wir uns vor, das Sommertheater, eine Open-Air-Veranstaltung im Theaterhof zu besuchen. Immerzu kam etwas dazwischen. Im vergangenen Jahr hatten wir sogar Karten. Aber dieser Sommerabend war so kalt und nass, dass die Vorstellung in die Innenräume des Theaters verlegt wurde.

Für die gestrige Vorstellung „Extrawurst“ ist es uns gelungen, Karten für das Open Air zu bekommen. Endlich! Die Wettervorhersage versprach einen lauen und trockenen Abend bei dreiundzwanzig Grad. Wir freuten uns auf eine schöne Nacht in einer besonderen Atmosphäre. Aber es sollte ganz anders kommen. Am Nachmittag erhielt ich eine Email, in der man mir mitteilte, dass aus Vorsichtsmaßnahmen die Aufführung in den Innenraum verlegt werden müsse. Schließlich  sei Fußball-Europameisterschaft und Deutschland spiele gegen Spanien. Man wisse es nicht, aber es könnte sein, dass es im Anschluss Ausschreitungen und Störungen geben könnte. Achtzehn Uhr war Anstoß, zwanzig Uhr begann die Theateraufführung. Und um es vorweg zu nehmen: Es gab nichts. Nach dem Ende des Theaters liefen wir alle in eine total ruhige Nacht, in der die Bordsteine hochgeklappt schienen.

„Extrawurst“ – eine Komödie von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob.  Aus meiner Sicht ist es eine absolute Realsatire. Mutig wird das Thema Migration von beiden Seiten beleuchtet und satirisch in dieser Komödie verarbeitet. Das Publikum, wie auch wir haben uns köstlich amüsiert, auch wenn im vollen Bewusstsein, dass das, was hier aufgepickt wurde, die blanke Realität ist. Dieses Stück ist eines der besten, das ich in der letzten Zeit sah. Von mir gibt es fünf von fünf Sternchen. Und nicht ohne Grund wird es derzeit in vielen Theatern gespielt. Schaue doch mal. Vielleicht hast Du Glück und „Extrawurst“ wird auch in Deiner Stadt gezeigt. Ich kann Dir dieses Stück ans Herz legen.

Heute ist nun wieder ein kühler und regnerischer Abend. Bisher war dieser Sommer noch keiner. Aber das gibt es ja auch immer wieder mal. Ich denke, wir werden einen hochsommerlichen August bekommen und einen märchenhaften September.

Nun gut, das sind nur Mutmaßungen und ein wenig Wunschdenken. Schließlich bin ich kein Wetterfrosch. Aber auf die ist ja auch kein Verlass. Nicht einmal auf den offiziellen Wetterbericht für morgen 😆

Nun genug für heute!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.