Fast ein Jahrhundert

Neunzig Jahre ist eine relativ lange oder eben eine relativ kurze Zeit. Für die einen ist es eine gigantische Größe, für andere hingegen scheinen diese Jahre irgendwie noch so greifbar nah.

Ich zähle mich zu der zweiten Gruppe. Selbst die Zeit meiner Oma, die Mitte 1880 in Ostpreußen geboren wurde und bis zur Vertreibung im zweiten Weltkrieg dort lebte, ist mir nah. Ich fühle mich mit diesem Jahrhundert und dem Norden verbunden. Es gibt so einige Angewohnheiten und Handlungen, die ich von ihr übernahm, die mir bis heute wichtig sind. Also kann doch diese Zeit gar nicht so weit weg sein 😉

Aber zurück ins Jetzt. Neulich erzählte ich Euch von meinen Eindrücken anläßlich eines neunzigsten Geburtstages. Zu diesem Anlass schenkten wir der Jubilarin eine Stadtrundfahrt mit einem VW-Bulli. Siglinde durfte sich die Route zu ihren wichtigsten Lebensstationen in ihrer Heimatstadt selbst zusammenstellen.

Und so trafen wir uns, die es ermöglichen konnten, ziemlich kurzfristig in Chemnitz zu dieser Tour.

Der Tag war komplett verregnet. Hatte ich zunächst Bedenken, dass Siglinde das Wetter zu schaffen machen könnte, musste ich mich sehr schnell eines Besseren belehren lassen.

Die Tour führte uns entsprechend eines Zeitstrahls durch ihre Lebensstationen. Franziska machte mit ihrem Bulli Halt an den entsprechenden Punkten. Oftmals stiegen wir aus und stiefelten im Regen herum. Es störte keinen von uns, da es viel zu spannend war, in die jeweilige Zeit einzutauchen und den vergangenen Erlebnissen an diesen Orten zu lauschen. Es war gelebte Geschichte einer Zeitzeugin.

Erfuhren wir so, dass einige der im zweiten Weltkrieg Vertriebenen aus Schlesien, das heute zu Polen gehört, im Schloss Klaffenbach ein Zuhause fanden, wie auch ihre Schwiegereltern. Beim großen Hochwasser 1954 wurde das Areal überschwemmt und sie brauchten eine neue Unterkunft.

Wir lieben das Wasserschloss Klaffenbach. Dort sind heute einige Kunst- und Handwerkerateliers untergebracht, die wir gern besuchten. Ein Golfhotel mit einer hervorragenden Gaststätte nehmen dort inzwischen einen Großteil des Gebäudes ein. In dieser Gaststätte aßen wir vor etwa fünfzehn Jahren mit Siglinde zu Mittag. Ich erinnere mich, wie sie lächelnd sagte: „Wir sitzen jetzt hier im Schlafzimmer.“ Es war die ehemalige Wohnung ihrer Schwiegereltern, die zu einem Gastraum umgebaut wurde.

Wir erfuhren von den Lebensbedingungen in den ersten Jahren nach dem Krieg. Davon, wie die Textilindustrie wieder aufgebaut wurde und wie sie in einem Haus unter dem Dach lebten und sich mit einer anderen Familie im Haus ein Bad teilten.

Wir fuhren zu ihrem Garten, den sie vor dreißig Jahren aufgab und nie wieder besuchte, weil sie so sehr an diesem hing. Ich konnte ihre starken Emotionen beobachten, als sie sah, wie wunderschön und gepflegt dieser auch heute ist und sie nun ein zweites Mal Abschied mit gutem Gefühl nahm.

Der Blick über den Gartenzaun.

Die Fahrt führte uns weiter durch Chemnitz, das sich seitdem stark verändert hat, wie wir erfuhren. Wie zum Beispiel neu gebaute Wohnkomplexe, Straßenbahngleise, der Flughafen und so viele Dinge, die heute anders, neu oder nicht mehr in dieser Art vorhanden sind.

Auf jeden Fall haben wir Sigline mit diesem Geschenk, die Lebensstationen so kompakt zu erleben, eine riesengroße Freunde gemacht. Und für mich als Nicht-Chemnitzerin war es ein Vergnügen, das alles aus meinen Augenwinkeln heraus zu beobachten und den emotional berührenden Zeitensprung mitzuerleben.

Franziska Schirrmeister ist die Inhaberin von „Scheunenfund Die KulTourGarage“ und fährt selbst ihren geliebten Bulli. Sie ist eine unglaublich erfrischende, einfühlsame und charmante Akteurin. Ich kann Dir, wenn Du aus der Region Chemnitz bist,  dieses Erlebnis wärmstens ans Herz legen. Sie und Ruthi Tuuti könnt Ihr für alle möglichen Events buchen, wie Hochzeiten, Fotos, Feiern und so weiter. Sie ist offen für fast jede Idee, wie zum Beispiel unsere. Hier noch einmal der Link zu ihrer Webseite. Dort findest Du die Kontaktdaten zu ihr.

Wenn ich einmal neunzig sein werde? Wer weiß, was das Leben noch bereithält. Eine solche Tour würde sich bei mir ein paar Tage quer durch Deutschland strecken. Ich war tatasächlich ein Unruhegeist.

Vor sechszig Jahren wurde ich in in meiner Heimatstadt Dresden eingeschult. Davor hatte ich bereits drei Wohnadressen. Zwei davon knapp dreihundert Kilometer entfernt.

Eines wünsche ich mir zeitnah, auf jeden Fall noch vor meinem neunzigsten (hoffentlich 🙈) Geburtstag: Ein paar Tage Aufenthalt in der Stadt, in der ich das Sprechen und Laufen lernte. Das war bei meinen Großeltern in Rathenow.

Schwesterlein, das machen wir auf jeden Fall 👭

Für heute soll es genug sein. Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Vielen Dank liebe Siglinde und Franziska für Eure Erlaubnis, die Bilder in meinem Blog verwenden zu dürfen 🫶

Gute Frage …

Welche Charaktereigenschaft bei Menschen löst bei dir ein Alarmsignal aus?

Hinterlist beziehungsweise hinterlistig sein. Das ist DIE Charaktereigenschaft, bei der die Alarmglocken in mir läuten. Solche Menschen sind mir suspekt.

Das ist ein Wesenszug, der aus meiner Sicht in dem Menschen innewohnt. Ich weiß nicht, ob solch ein Typ sich selbst korrigieren oder „heilen“ kann. Denn ich denke, dass das irgendwie immer wieder hervortritt. Das ist wie bei intriganten Menschen. Diese können irgendwie nicht anders. Und wenn doch, dann ist es nur temporär. Das nächste Mal lauert bereits um die Ecke.

Welche Charaktereigenschaft bei anderen löst Dein Alarmsignal  aus?

Schreibe es einfach ins Kommentarfeld.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Hegst Du einen Groll?

Ja, in mir grollt es ungemein, sobald ich einen unserer derzeitigen Politiker unisono das Wort „Demokratie“ tönen höre. Ihr habt keine Ahnung, wie mir da der Kamm schwillt. Gleich gefolgt der abgedroschene Begriff „Vielfalt“. Dieses Wort hat im Rahmen der Politik einen genauso negativen Beigeschmackt verpasst bekommen, wie das Wort „querdenken“. Beides eigentlich schöne deutsche Wörter, die jedoch wahrscheinlich fast keiner in einem anderen als eben diesen neu-politischen Zusammenhang betrachten vermag.

Könnte ich zwei Wörter zu Unwörtern 2024 erklären, wären es genau diese: Demokratie und Vielfalt

Ich kann mich nicht erinnern, bis vor drei Jahren das Wort „Demokratie“ derart überstrapaziert wahrgenommen zu haben. Es gibt seitdem kaum ein Statement das in den Öffentlich Rechtlichen gesendet wird, in dem nicht wenigstens zwei bis drei Mal dieses Wort Erwähnung findet. Ich denke, je öfter sie etwas explizit betonen, es mantramäßig daherbeten, schwingen sich die Redner selbst auf dieses Niveau und beginnen wahrscheinlich ernsthaft selbst daran zu glauben, was sie da erzählen. Wir kennen das von Kindern oder Menschen, die Flunkern oder einem das X für ein U vormachen wollen, die immer wieder etwas wiederholen, drumherumreden und erklären und erklären. Irgendwann glauben sie dann selbst ihren Fantasien.

Meine Fragen: Haben wir eine echte Demokratie? Eine Regierung des Volkes? Ist in unserer Regierung die Opposition ein fester Bestandteil unseres demokratischen Systems? Gilt die freie Meinungsäußerung? Gilt die Pressefreiheit? Gilt der friedliche Regierungswechsel?

Ich möchte heute nicht näher darauf eingehen, sondern nur ein paar Fragen in den Raum stellen und Dich bitten, unvoreingenommen darüber nachzudenken.

Vielleicht denkst Du dabei auch an die Wahlen in Thüringen und Sachsen am vergangenen Wochenende. Wird in deren Ergebnis dem Willen des Volkes Rechnung getragen werden? Werden die Parteien mit  den meisten Stimmen ihren Wählerauftrag ausüben können? Wird von den Politikern, und den Parteien, die sich um einen Wählerauftrag bewarben, also sich zur Wahl stellten, die demokratische Entscheidung der Wähler, also des Volkes, dem Souverän, tatsächlich akzeptiert? Oder wird wieder mit politischen Tricks des Wählers Willen außen vorgelassen? Wird hier nicht der Wähler zum Narren, zum Idioten gemacht? Ist es da nicht verwunderlich, wenn die Menschen abstumpfen und sich sagen, es sei doch eh alles egal, man habe sowieso keinen Einfluss; zu wählen sei sinnlos? Ist das so?

Auch hier lasse ich meine Fragen einfach zum Nachdenken so stehen.

Heute möchte ich nicht näher auf das Wort Vielfalt eingehen. Auch, wenn es in mir einen ähnlichen Groll auslöst, weil man dieses Wort, wenn es nicht in einem politisch-ideologischen Zusammenhang gebraucht wird, es immer genau in den Kontext bringen muss, weil es inzwischen verpolitisiert wurde.

Darauf gehe ich bei Gelegenheit noch einmal etwas genauer ein.

Für heute Schluss!

Ich gönne mir jetzt einen Kaffee, lese noch ein paar Zeilen und dann auf in den Tag☀️🌻

Habt einen schönen!

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Ich muss noch etwas ergänzen. Das alles nur, weil es in mir grollt, als ich soeben eine Schlagzeile las 😄

Ich bitte folgendes gaaaaanz neutral zu betrachten. So, als würdest Du die Situation in einem Newspaper auf dem Saturn lesen, zum Beispiel.

Vor nicht allzu langer Zeit waren die Menschen in dem kleinen geografischen Ländchen auf der Erde, das Deutschland heißt, politisch gesehen die Linken, die roten Socken, also politisch abseits. Die Grünen, waren die etwas belächelten verträumten, an der Realität vorbeigeschrammten Ökos. Die Schwarzen und ein wenig auch die Gelben waren in jeder Hinsicht die pragmatische wirtschaftliche Stärke, die eine Sicherheit für das Land gaben. Das waren die Rechten. Rechts zu sein, rechts zu wählen war vernünftig und und für die Deutschen das Normale. Entweder der Wähler war rechts oder eine rote Socke. … bis zum Wahlkampf 2020 und die anschließende Bundestagswahl 2021. Dann war plötzlich alles ganz anders. Seitdem gibt es entweder politisch-ideologischer Gehorsam, erzeugt durch rot-gelb-grün, der sogenannten Ampel, oder Nazi, den Menschen, die sich rechts fühlen und sich nicht getrauen, es auszusprechen, um nicht abgestempelt, angefeindet und ausgegrenzt zu sein. Die ehemalige rechte CDU hält sich aus allem in der Opposition geschmeidig zurück und biedert sich mal hier und mal da an. Abwartend, bei Gelegenheit wieder aufzuspringen, ohne zu wissen, wohin wirklich. Das alles war innerhalb von etwa drei! Jahren möglich.

Der Jupiteraner sitzt da auf seinem Bänkchen auf dem Saturn, empfängt also die News und kann die verirrten Erdlinge dieses kleinen Fleckchens Erde nicht verstehen. Er wiegt seinen Kopf, legt das Gelesene beiseite und wartet mit Spannung auf das, was in den nächsten Stunden und Tagen aus dem Netz tropfen wird.

Die Wahlen in Thüringen, wie auch in Sachsen, ergaben einen klaren Wählerauftrag für Blau-Schwarz, also AfD und CDU.  Zwei Drittel der Wähler wollen das so. Sprechen wir von Thüringen: Mit zehn Prozent Vorsprung ist die AfD der klare Wahlsieger. Das ist rechnerisch einfach Fakt. Nun denkt sich der normale Wähler, also der Souverän: Super! Jetzt soll der Wahlsieger beginnen, sein Team zusammenzustellen.

Aaaaaber nix da! In diesem Land geht es nicht darum, was das Volk will. Es geht nicht darum, was das Beste für dieses Land ist. Nein! Es geht nur um Macht und Posten. Mit Tricks und Kniffen versuchen sich die absoluten Verlierer und Abgewählten über Wasser zu halten und ihre Wahlergebnisse zu addieren, um eine Koalition bilden zu können.

Über das Chamäleon BSW möchte ich mich hier raushalten. Ich habe Sahra Wagenknecht wirklich geachtet und sehr geschätzt. Sie lässt mich in absolutem Unverständnis zurück. Habe ich mich derart in ihr getäuscht?

Mit der AfD will keiner, weil das ja Nazis seien. Und man will ja nicht seinen „guuuten Ruf“ riskieren. Für einen Zusammenschluss CDU-BSW-SPD fehlt eine Stimme. Da biedert sich der abgewählte Ministerpräsident der Linken an, einzuspringen. Wenn das zustande kommt, bekäme das Bundesland Thüringen rein hypothetisch eine rot-rot-rote Regierung. Die Menschen wollten absolut „rechts“ und bekämen komplett „links“.

… Der Jupiteraner kratzt sich am Kopf und singt:

„Zwei mal drei macht vier. Widdewiddewitt und drei macht Neune! Wir machen uns die Welt … widewiddewitt, wie sie uns gefällt …“

Pippi Langstrumpf wusste, wie es geht.

Social Media vs. Blog

Hin und wieder starte ich ein Experiment, Instagram-Facebook-Wordpress. Das heißt, ich stellle einen allgemeinen Beitrag mit einer Interaktion in Instagram und Facebook ein. Der Text ist ein paar Worte länger, als der (meinen Beobachtungen zufolge) üblich gelesen und wahrgenommen wird. Natürlich ist noch ein Bild dabei und schließt mit einer Frage ab. Die Frage stelle ich ganz bewusst am Ende des Textes. Nur, wer das tatsächlich liest, wird darauf antworten können, wenn er es will. Außerdem hat er die Möglichkeit, selbst ein Bild hochzuladen und dem Kommentar beizufügen.

Das Ganze machte ich bereits einige Male umgekehrt. Ein Beitrag aus meinem WordPress-Blog durfte auf Facebook und Instagram präsent sein 😉 Meine Erkenntnis: Das ist absolut nicht der richtige Ort für längere Beiträge. Dafür sind diese Plattformen zu flüchtig und schnelllebig.

Heute am Morgen stellte ich also nachfolgenden Beitrag auf Instagram und Facebook ein. Ich bin gespannt, wie in diesem Fall die Resonanz auf den verschiedenen Plattformen sein wird und ob sich meine Vermutung bestätigen wird. Für Facebook und Instagram zu lang; für den Blog auf WordPress zu kurz und knapp. Was glaubst Du?

Für Euch kopierte ich den knapp gehaltenen Text für meinen Blog.

Hier also der Text und das Bild:

„Mein Blick am Morgen über die Schreibtischecke. Ich muss lächeln, weil dieser Schnappschuss tatsächlich  mein Farbspektrum widerspiegelt. Im Hintergrund mein aktuelles Kätz-Bild „Regenbogenbrücke“. Ich stellte es dort ab, weil der Schattenfugenrahmen noch befestigt werden muss.
Daneben liegt die Kuscheldecke, die ich einst fertigen ließ. Es trägt den Druck eines meiner Bilder aus der Reihe „zerlesen“, das übrigens auch als Cover für mein Buch „Blog. Geschichten“ dient.
Im Vordergrund mein Tolino-Lesegerät umhüllt mit einem farbintensiven Schutzumschlag. Obenauf eine Lesebrille in passendem Smaragdgrün   …
Wie sieht Dein Blick über die Schreibtischecke aus? Und ist das, was Du siehst, typisch für Dich?“

Jaaaa, natürlich bist auch Du eingeladen, über Deine Schreibtischecke zu schauen😃 Ist das, was Du siehst, typisch für Dich?

Habt einen schönen sonnigen letzten August-Samstag ☀️🌻

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Jede Tageszeit hat etwas Spezielles

Welche Tageszeit magst du am liebsten?

Es ist Sonntag, am Morgen, kurz nach sechs Uhr. Es ist ziemlich frisch und es regnet. Die Wetterprognose verweist auf sechszehn Grad heute zur Mittagszeit. Ziemlich holprig, denke ich. Waren es doch gestern noch heiße zweiunddreißig Grad. Und ich denke, dass nicht nur mir diese Kapriolen zu schaffen machen.

Die Nacht war kurz. Recherchen und zu viele Informationen, die noch in der Nacht eingingen, hielten mich ab, zur vernünftigen Zeit schlafen zu gehen. Dennoch holte mich auch heute meine innere Uhr gegen sechs Uhr aus dem Bett.

Ich mag die Zeit am Morgen, wenn noch alles ganz ruhig ist. Wir haben Ende August. Die Tage sind wieder etwas kürzer. Somit beginnt auch der Tag etwas später. Das ist die Zeit, die ich besonders gern mag; das Hineingleiten von der Nacht in den Tag.

Lange Strecken, die mit dem Auto zu bewältigen sind, beginne ich gern sehr zeitig am Morgen, so zwischen drei und vier Uhr. Ich liebe es, in den Sonnenaufgang „hineinzufahren“. Es ist wirklich ein erhebendes Gefühl. Außerdem sind die Straßen um diese Zeit noch ziemlich frei und man kommt relativ zügig voran.

Inzwischen mag ich tatsächlich den Morgen am liebsten. Das war aber nicht immer so. Es änderte sich erst in den letzten zehn oder fünfzehn Jahren. Bis dahin war es definitiv der Abend, nämlich der Feierabend.

Das Bild machte ich heute am Morgen auf unserem Balkon. Selbst der Hahn aus der Nachbarschaft schlief noch den Schlaf der Krakeler 🐓

Welche Tageszeit magst Du? Schreibe es doch einfach in die Kommentre.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Du kannst ganz bequem Meinen Blog mit Deiner Email-Adresse abonnieren. Dann verpasst Du keinen Beitrag. Nutze bitte einfach den Button auf dieser Seite.

Passend zum heutigen Beitrag für Euch mein Bild „Morgen-Kaffee“. Denn ein guter Kaffee gehört natürlich an jedem Morgen dazu ☕️

40 x 40 cm, Acryl auf Leinwand, 2024

Das Bild gehört zu einer Serie, ist aber natürlich auch einzeln erhältlich.

Du bist an dem Bild interessiert? So nimm bitte einfach Kontakt mit mir auf.

Horch und Guck 2.0

„Pass auf, was Du sagst!“ Diese Zeile kam mir zwischen die Finger, als ich einen Beitrag über die sogenannten Meldestellen, initiiert und eingerichtet durch die Bundesregierung, las. Auf deren Webseite kannst Du dich genauer informieren.

In diesem Beitrag ging es um Erfahrungen von denunzierten Menschen in unserem Land. Erlebnisse, die in diesem Fall Journalisten, Blogger, Youtuber, Leute, die nur mal so ihre Meinung zu einem Post sagten, hatten. Es waren zum Beispiel Äußerungen in einem Satz, einer Bemerkung gegen die aktuell platzierte Ideologie. Zum Teil waren diese gefundenen Zitate älter als zwei Jahre. Das Internet vergisst nicht. (Das gilt übrigens für alle!)

Wer nicht genügend Geld und die Kraft hat, sich mit einem Rechtsanwalt gegen diese Anklagen zur Wehr zu setzen, hat wahrscheinlich gegen diese geballte Macht keine Chance. Und das ist aus meiner Sicht das Ziel, Angst zu schüren und einzuschüchtern, damit allgemein geduckt wird.

Was hierbei das große Elend ist: Diese Leute wurden glattweg anonym verpfiffen über die Meldestellen. Dieses gehorsame Anbiedern und Kriechen ist derart erbärmlich, dass mir fast die Worte fehlen.

„Diejenigen, die den Staat verhöhnen, müssen es mit einem starken Staat zu tun bekommen.“ (Zitat: Nancy Fäser)

Dieses Gebaren fühlt sich an, wie eine Keule, die Kraft ihrer Wassersuppe despotisch ihren Willen durchzudrücken versucht. Macht ist eine gefährliche Droge. Leider gelingt es solchen Menschen immer, ihr Umfeld in eine diverse Co-Abhängigkeit zu ziehen. Meldestellen sind dafür das perfekte Werkzeug.

Am 30. Juli 2021 schrieb ich einen Blogbeitrag zu diesem Thema. Das war zu der Zeit, als das gerade so am Aufkeimen war. Dieser Blogbeitrag hat inzwischen die zweithöchste Frequenz, wird also am zweitstärksten auf meiner Seite aufgerufen und gelesen. „Petze, Petze ging in Laden, wollte … „

Vielleicht reagiere ich auch deshalb so empfindlich, weil ich das alles kenne. Ich weiß, wie es ist, wenn man in seiner eigenen Wohnung kein Gespräch offen führen kann und man dafür spazieren gehen muss. Wenn man am Telefon mehr, als über das Wetter reden will, den Wasserhahn voll aufdrehen und in vagen Worten sprechen muss. Ich weiß, welch ein hilfloses Gefühl es in einem auslöst, wenn man von seinem Chef zu einem Gespräch gerufen wird, einem drei Fremde gegenübersitzen und man auf Dinge angesprochen wird, die kein anderer wissen kann, weil es nur in den eigenen vier Wänden besprochen wurde. Ich weiß, wie es ist, wenn man beginnt, seinen Nachbarn, seinem Umfeld, nicht mehr zu trauen. Genau dieses „Pass auf, was Du sagst!“ hat sich in den Menschen als Dauerzustand eingebrannt.

Das Ausspähen durch das Ministerium für Staatssicherheit, kurz Stasi, nannten wir damals Horch und Guck. Und genau das wollte Frau Fäser vorantreiben mit ihren geplanten erweiterten heimlichen Wohnungsdurchsuchungen durch das BKA. Zum Glück wurde das sofort vom Bundesjustizministerium, Herrn Buschmann, zunächst abgeschmettert.

Nicht ohne Grund ist der Osten so, wie er ist. Die Menschen fühlen ganz genau, was um sie herum geschieht. Der Ruf „Wir sind das Volk!“ ist nicht ohnehin. „Der Staat“ vergisst gern, dass sie im Auftrag der Menschen tätig sind, die sie mit der Arbeit durch eine Wahl betraut haben. Leider wird ihnen blind für vier Jahre ein Herumwursteln ermöglicht, was mit einer direkten Demokratie weniger möglich wäre. Denn da müssten sie ja Rechenschaft über ihr Handeln ablegen und im Interresse ihrer Auftraggeber, nämlichen der Bürger dieses Landes handeln und arbeiten. Wenn nicht, würden sie abgestraft.

Ja, ja, ich weiß, die Politiker meinen, das Volk sei zu blöd und habe von den wichtigen Dingen keine Ahnung. Deshalb sollen wir sie mal machen lassen. Ich sage: Solange sich die Politiker um einen Auftrag bewerben und von den Bürgern erwarten, gewählt zu werden, scheinen diese dafür ja nicht zu doof zu sein. Das Auftragsvolumen dieses Jobs ist verdammt hoch. Deshalb sollte eine regelmäßige Rechenschaft und eine aktive direkte Beteiligung des Volkes bei wichtigen Entscheidungen ein Selbstverständnis sein.

Jetzt habe ich mich mächtig aufgeregt. Aber das geschieht immer, wenn ich über diese Meldestellen stolpere. Weil damit die niederen Instinkte der Menschen angesprochen werden. Es gibt diese Leute immer und immer wieder. Leider.

Wie ist es bei Dir? Ist es für Dich zur Zeit selbstverständlich, Deine Meinung offen und jedem gegenüber auszusprechen? Ich denke, wenn wir in uns gehen, werden wir feststellen, dass das wahrscheinlich so gut wie keiner von uns vollumfänglich tut.

Aber vielleicht täusche ich mich auch 🤔

Schreibe es doch einfach in das Kommentarfeld.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Petitesse – Randnotiz – 2024-08-13

Welches Wort verwenden deiner Meinung nach zu viele Menschen?

Für welches Wort würdest Du Dich entscheiden?

Ich schrieb heute einen ausführlichen Beitrag zu dem Wort, für das ich mich entschieden habe, das viel zu viel verwendet wird. Als ich den Beirag nur noch einmal Korrektur lesen wollte, hopste Kater Flo auf den Schreibtisch und legte sich hitzemüde auf die Tastatur. Mein Beitrag ist komplett verschwunden. Nirgendwo im Speicher oder sonstwo. Ich habe keine Ahnung, welchen raffinierten Katzenpfotengriff er anwandte.

Da ich jetzt hitzefaul bin, den Beitrag neu zu schreiben, nur so viel: Ich entschied mich für das Wort „Öko“, das eigentlich kein Wort, sondern ein Kürzel, ein Oberbegriff ist und sehr schwammig, nicht abgrenzbar daherkommt.

Ökologie ist ein wissenschaftliches Teilgebiet der Biologie und muss unbedingt auch so verstanden werden. 

Jedoch entwickelte sich im Laufe der Zeit das Wort „ökologisch“. Dieses Wort definiert eine Haltung und ist ideologisch eingefärbt. Und wie das sehr oft mit Haltungen und Einstellungen zu einer bestimmten Sache ist, formatieren sich, auch getrieben vom Narrativ der aktuellen Politik, extremistische Gruppierungen, wie zum Beispiel die Klimakleber. Da das alles unter dem Mäntelchen Öko und Klima läuft, werden die Resultate dieser bezahlten Irren (sorry) als Kavaliersdelikte weggehaucht.

Kurz und gut. Mein Wort zu dem Thema ist Öko, dass jeder kennt, jeder irgendwie benutzt und dem wir permanent in x-vielen Coleurs begegnen.

Welches ist Deins?

Schreibe es einfach in die Kommentare.

Habt einen schönen Hochsommertag ☀️🌻

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Nicht nur ein Produkt, sondern ein Gefühl

Wenn du einen Laden eröffnen würdest, was würdest du verkaufen?

Als ich so sechszehn oder siebzehn Jahre alt war, also ein Fräulein, heute sagt man Teenie, aber ich komme aus dieser Welt vor etlichen Jahrzehnten, trollte ich mich zu gern in einem Kunstgewerbegeschäft herum.

Um zu meiner damaligen Ausbildung zu kommen, musste ich knapp zehn Kilometer mit Bus und Straßenbahn aus dem Dresdener Norden ins Stadtzentrum fahren. An diesem Geschäft gab es eine Haltestelle und ich stieg oft aus der Bahn aus, um in diesem Laden zu stöbern. Ich hatte kein Geld, aber ich genoss es, die unendlich vielen mit Liebe gefertigten Kunstgegenstände zu betrachten, in die Hände zu nehmen, um diese zu fühlen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich von meinem damaligen Geld als Auszubildende, das waren knapp achtzig Mark, dort zum ersten Mal etwas kaufte. Ich entschied mich für wunderschöne kleine handbemalte Holzostereier; eine kleine Schachtel mit neun kleinen Kunstschätzen. Erst drei Jahre später hängte ich sie in meiner ersten kleinen Wohnung an meinen Osterstrauch. Das war vor fünfzig Jahren und bis heute erfreuen mich die kleinen Relikte zur Osterzeit und es erinnert mich an meine kleine ganz persönliche Episode.

Später kaufte ich dort immer wieder etwas. Zum Beispiel meinen ersten vorn durchgeknöpfter Leder-Minirock und meine superflachen chicken handgefertigten Lederschuhe. Wie habe ich die geliebt! Fühlte ich mich doch immer zu groß und kam mit derartigen Schuhen auf mein Größenminimum.

Dieses Geschäft war auf der Königsbrücker Straße in Dresden und wurde unmittelbar nach Deutschlands „Wende“ liquidiert und irgendwann, so glaube ich gesehen zu haben, zu einem „Blume 2000“-Geschäft. Sehr schade, aber Kunstgewerbe war wahrscheinlich in der Wendezeit nicht konkurrenzfähig.

Auch stöberte ich zu gern in kleinen Galerien herum. Ich denke, dass Kunstgalerien unglaublich individuell  in der Gestaltung sind. Galerien haben sich meistens auf einen oder zwei Kunststile ausgerichtet. Nimmt man sich Zeit, entdeckt man auch die klitzekleinen Details, die eine Galerie ausmachen.

Später entdeckte ich die Kombination von Galerie und kleinem Café. Und das faszinierte mich. Leider findet man das nicht so oft.

Wenn ich einen Laden eröffnen würde, wäre es eine Kombination zwischen Kunst, Kunsthandwerk und einem ganz individuellen Café. Ich würde nicht nur ein Produkt, sondern ein Gefühl verkaufen. Die Gäste würden auf handgefertigtem Mobilar sitzen, gefertigtes Geschirr aus einer Töpferei oder Porzellanmanufaktur verwenden und so weiter. Und wer mag, kann das, was sie benutzten auch kaufen und mitnehmen. Es ist keine starre Ladeneinrichtung. Ich würde liebevolle hausgemachte Leckereien anbieten und ausgesuchten Tee und Kaffee.

Mir würde unendlich viel zu dem Thema einfallen. Zum Beispiel wäre mir ein regionaler Bezug wichtig. Unser Denken ist immer global, groß und gewaltig. Wir entwurzeln und schwimmen im Irgendetwas. Ich mag es sehr, wenn ich eine Stadt, eine Region, ein Land besuche, genau das vorzufinden, was es zu entdecken gibt. Nämlich nicht das, was durch den Globalismus überall installiert wurde, sondern was Leben der Menschen ist mit ihren traditionell gewachsenen regionalen Eigenheiten.

Ich würde mir regionale Partner suchen, die meinen Laden mit ihren Produkten bereichern. Meine persönliche Vorliebe sind kraftvolle, knallige Farben und moderne Ausdrucksformen. Das wäre meine Besonderheit und das würde den Stil meines Ladens prägen. Wer meinen Laden betritt hat ein „wow“-Erlebnis.

Das wäre eine tolle Sache, wenn da nicht das große Aber wäre. Ganz ehrlich: Ich habe Null Bock, mich dem ganzen bürokratischen Muss und den unzähligen Zwängen auszusetzen und zu unterwerfen. Wenn sich einer der Sache annehmen will, bin ich gern sofort bereit, Kooperationspartner zu werden 😀

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich. Bei uns im südlichsten Süden Deutschlands sind gerade 30 Grad, es ist windstill und leicht bewölkt, also ein typischer sommerlicher Augusttag ☀️ Habt einen wunderbaren Samstag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Für diesen Beitrag passend wählte ich mein Bild „Morgen-Kaffee“, 2024, 40 x 40 cm, Acryl auf Leinwand.

Du bist an dem Bild interessiert? Nimm einfach Kontakt mit mir auf.

Unsere Blogosphäre

Welche Veränderung, groß oder klein, möchtest du mit deinem Blog in der Welt bewirken?

Schon oft schrieb ich zu diesem Thema. Irgendwie ist es immer wieder präsent. Warum tun das die Bloggerinnen und Blogger. Was treibt sie, immer wieder Texte zu verfassen und diese ihren Lesern zur Verfügung zu stellen? Als nächste Frage kommt dann meistens: „Und was hast Du davon?“

Aber hier ist nur die Frage, welche Veränderungen ich bewirken möchte. Veränderungen bewirken wir Blogger nur im Großen und Ganzen. Jeder von uns ist ein Rädchen im Getriebe der großen Blogosphäre. Blogs beinhalten wesentlich mehr Text, als nur ein paar hingeworfene Brocken, wie es oftmals auf Facebook & Co. der Fall ist. Hier möchte ich von der Macht der Worte sprechen. Von durchdachten, gut formulierten Inhalten, die Botschaften in sich tragen. Gelesen werden Blogs in der Regel von Menschen, die sich informieren wollen und die von derlei Flüchtigem in den Sozialen Medien wie Tiktok, Facebook und so weiter nicht befriedigt sind.

Blogs sind Zeitzeugen. Und jeder von uns Bloggern hat seine eigene Sicht auf die Dinge. Und das ist gut so. Es gibt nicht die eine Wahrheit. Wahrheit scheint sowieso relativ, seit es Faktenchecker gibt. Diese sind aus meiner Sicht der absolute Blödsinn. Was sind Faktenchecker? Es sind politisch eingesetzte Mittel, um der Bevölkerung die einzige „Wahrheit“ der ideologisch getriebenen aktuellen Politk einzutrichtern. Inzwischen ist es so, dass Faktenchecker selbst Faktenchecker brauchen, um deren „Wahrheitsgehalt“ zu prüfen. Jeder, der bereit ist, Fakten zu hinterfragen und zu durchdenken weiß, dass diese ein Propagandamittel sind. Spätestens, seit es die ungeschwärzten RKI-Protokolle gibt und Correctiv der gezielten Lügen (gerichtlich) überführt wurde.

Ich sehe die Menschen, die meinen Blog lesen, als meine virtuellen Nachbarn. Ich möchte mit ihnen ins Gespräch kommen, sie abholen im Hier und Jetzt. Mein Blog soll nicht verbissen sein, jedoch aber hier und da zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Mein Blog begleitet mich und  nimmt Dich mit in mein, in ein, ganz normales Leben in der heutigen Zeit. Wir Blogger dokumentieren das jetzige Leben. Und Du unterstützt das mit Deinen Kommentaren, um die „Sache“ rund und vielfältig zu machen. Dafür mein herzliches Dankeschön 🫶

Habt eine gute Zeit. Bis morgen,

herzlich Eure Petra Kolossa.

15-Minuten-Städte

Sicher hast Du schon einmal etwas von 15-Minuten-Städten gehört. Gelegentlich keimt das Thema in den Medien auf. Und jedes Mal, wenn ich davon hörte, nahm ich mir vor, einen Blogbeitrag zu diesem Thema zu schreiben. Heute nun soll es endlich sein.

Eine kleine Rückblende in die 1970er Jahre und folgende. Damals wohnte ich mit meiner Familie in einem  sechsgeschossigen Wohnblock in einem Wohngebiet, oftmals auch Neubaugebiet genannt oder auch Wohnkomplex. Von diesen Wohngebieten gab es unendlich viele. Dort fand man derartige Wohngebäude mit mehreren Hauseingängen vier-, fünf, sechsgeschossig oder auch Hochhäuser mit acht Etagen und mehr. Abwertend wurden diese Gebäude auch „Platte“ genannt. Um den Wohnungsbedarf zu decken, wurden diese Häuser mit vorgefertigten Betonplatten hochgezogen. Selbst das Bad war bereits einbaubereit. Als sogenannte Nasszelle wurde es während des Bauprozesses eingelassen. Die Wohnungen hatten in den Gebäuden immer den gleichen Schnitt. Es war letztendlich eine rationelle Lösung, ein schneller Wohnungsbau, um den vielen Wohnungssuchenden zeitnah eine Wohnung zur Verfügung stellen zu können. Wohneigentum, also Häusle bauen, war in dem getrennten Teil Deutschlands, der DDR, nicht die Regel, eher sogar eine Ausnahme.

Diese Wohngebiete wurden landschaftlich begrünt und wenige Jahre später wirkten die Gebiete sympathisch gut eingewachsen. Bäume und Sträucher spenden Schatten, es gibt Blumenrabatten, weitläufige Wiesen. Durch manche Wohngebieten schlängelt sich ein kleiner Bach.

Entsprechend der Größe der Gebiete lebten dort zwischen fünfzehn- und dreißigtausend Menschen. Die Städteplanung berücksichtigte alles Notwendige. Es gab eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, eine Schule, eine Sporthalle, Kinderspielplätze, ein Einkaufszentrum, einen Friseur, Kosmetik, Schuster, eine Reinigung, ein Blumengeschäft, eine Poliklinik mit allen notwenigen Ärzten, Labor und Röntgen, es gab eine Apotheke, eine Wohngebietsgaststätte, eine Diskothek, eine Kegelbahn. Weitere Geschäfte, ein Kino, ein Theater, die Kirche, das Rathaus und so weiter, befanden sich nur wenige Gehminuten entfernt im alten Ortskern. Die Straßenbahn und der Linienbus hielt auf der Hauptverkehrsstraße. Damals hatten die wenigsten Leute ein eigenes Auto.

All das, was ich gerade aufzählte, war innerhalb von fünfzehn Minuten erreichbar. Das engere Leben spielte sich im eigenen Wohnumfeld ab. Die Menschen kannten sich, waren sich nachbarschaftlich, teils freundschaftlich, verbunden. Man achtete auf einander, half sich und verbrachte Zeit miteinander.

Waren das 15-Minuten-Städte? Aus der heutigen Sicht betrachtet, behaupte ich, es waren welche.

Nun wird behauptet, das dieses Konzept einer 15-Minuten-Stadt erstmals 2016 von Carlos Moreno von der Sorbonne-Universität formuliert wurde. Das wundert mich sehr. Der Begriff mag neu sein. Die Idee ist es nicht.

Natürlich sind über dreißig Jahre ins Land gegangen. Denn diese Wohnkomplexe wurden nach der sogenannten Wende Deutschlands verteufelt. Die „Platten“ wurden zum Teil rückgebaut und Wohnraum genommen. Es war nicht mehr schick in derartigen Wohnungen zu leben. Wer etwas auf sich hielt, schaffte Eigentum, oder wohnte wenigstens entsprechend zur Miete. Diese Wohngebiete wurden zu „typisch DDR“ dekradiert. Selbst für die Schufa war es wichtig. Wer in solchen Wohngebieten lebte, hatte nicht genug Geld, sich etwas angemessenes zu leisten und wurde im Ranking entsprechend bedacht.

Heute sind solche Wohnungen im Vergleich relativ preiswert und werden gern für die sogenannten Wohnberechtigungsscheine benutzt. Die verbliebenen Häuser wurden mit Aufzügen versehen und modernisiert. Leider haben sich die Wohnkomplexe bzw. Wohngebiete zu Satellitenstädten entwickelt. Es ballen sich die verschiedensten Kulturen, die dort ihr eigenes Ding leben und das Umfeld verleben.

Ohne der Digitalisierung ist die Vision der heutigen modernen 15-Minuten-Städte nicht vorstellbar. Und natürlich läuten da bei vielen Menschen nicht ohne Grund die Alarmglocken. Schlägt es doch unweigerlich den Bogen zum gläsernen Menschen.

In China arbeitet man intensiv an derartigen Projekten. Aber wir wissen auch, dass dort das „social credit system“ bereits Normalität ist. Übrigens, auch Russland will das „soziale Kreditsystem“, wenn auch auf Freiwilligenbasis, testen. Aber das ist ein anderes Thema.

Paris soll eine 15-Minuten-Stadt werden und in Deutschland versucht sich Hamburg an dem Ziel. Hamburg will seine Stadtteilzentren auf diese Weise attraktiver machen. Der Bund fördert die 15-Minuten-Städte übrigens für zwei Jahre, genau bis Dezember 2026.

Mein Fazit: Ich mag 15-Minuten-Städte. Damals lebte ich gern in einer solchen und sie hatte sich tatsächlich bewährt. Das, was nun angestrebt wird, ist eine bereits erprobte und bewährte Sache, modernisiert, zeitgemäß, mit etwas frischer Farbe, neu lackiert, also nicht wirklich neu.

Wie stehst Du zu 15-Minuten-Städten? Vielleicht hast auch Du einmal in einer solchen gelebt? Lass es uns bitte wissen. Schreibe es einfach in die Kommentare.

Heute ist ein wunderschöner Tag. Angenehme vierundzwanzig Grad, Sonne, ein laues Lüftchen.

Genießt den ☀️igen Tag. Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Das heutige Bild:

Eine Städtelandschaft, die ganz sicher keine 15-Minuten-Stadt ist. Es ist ein Bild aus meiner Werkgruppe „Calligari“. Hier also meine Interpretation von „Miami“. 2018, 100 x 70 cm, Acryl auf Leinwand. Du bist an dem Bild interessiert?  So kontaktiere mich bitte einfach.