… schon der erste Advent

Bei minus vier Grad der erste Raureif.  Am frühen Sonntagmorgen lärmte der Winterdienst die steile Straße hinauf. Rhythmisch blinkte die gelbe Rundumleuchte durch das Schlafzimmerfenster und qualifizierte sich zu meinem visuellen Wecker.

Kurz denke ich über das Wort Rauhreif nach. Korrigiere es zu Raureif. Es gibt Wörter, bei denen ich die 1996 vollzogene Rechtschreibereform nicht nachvollziehen kann. Dazu zählt dieses Wort. Weshalb nur wurde das „h“ entfernt? Wenn man sich die Mühe macht und sich einmal die Synonyme des Wortes „rauh“ anschaut, kann man es nicht verstehen. Zumal bei dem Wort „Rauhnächte“ das „h“ nicht gemaust wurde. Zum Glück. Aber hier spreche ich nur über ein simples „h“, das einfach mal so verschwindet. Im Vergleich mit dem, was heute mit unserer deutschen Sprache herumgekorkst wird, ist das nur Pillepalle.

Als ich gestern im Supermarkt einen Strauß Tulpen in den Wagen legte, musste ich lächeln. Die meisten Leute trugen Tannenzweige und Adventsgestecke davon. Ich liebe Tulpen und mag sie besonders gern in der kalten Jahreszeit. Und mir fällt in diesem Augenblick auf, dass ich doch vor nicht allzulanger Zeit derartige Tulpenbilder mit Euch teilte. Die Zeit rennt uns davon. Alles ist schneller und irgendwie zeitiger. Selbst der erste Advent hat es eilig. Aus meiner naiven Sicht gehört der Advent in den Dezember. So, wie der März in den Frühling gehört 😀

Mit dem Geburtstag meiner Schwester Anfang Dezember verband ich als Kind immer die Adventszeit und das baldige Weihnachten. Und mit meinem Geburtstag Anfang März war der Winter irgendwie zu Ende.

Meine Schwester und meine Eltern sind im Sternzeichen Schütze geboren, Es ist schon immer so, dass ich mich vor allem mit Menschen aus diesem Feuerzeichen umgebe. Glaubt man den Weissagungen, ist das für Wasserzeichen, wie mir, total kontraproduktiv. Nun, man sagt, alles im Leben habe seinen Sinn und es wäre ja auch zu öde, wenn es immer glatt und einfach liefe.

So ist das auch mit dem Advent. Es geht völlig geordnet. Der erste Advent ist immer der nächste Sonntag nach dem 26. November. Das Gefühl, alles sei irgendwie zeitiger und schneller, ist also ein ganz subjektives.

Durch die Wohnung zieht der Duft von echt erzgebirgischen Räucherkerzchen. Die Adventszeit ist eingeläutet. Die gemütliche, heimelige, etwas ruhigere, besinnliche Zeit.

Das Bild ist ein Experiment mit meinem neuen Smartphone. Über das Bild legte ich einen „Nostalgie“-Filter. Irgendwie passt das in meinen Tag. Ich fühle mich ein wenig so.

Wie verbringt Ihr Euren ersten Advent? Ich werde mein aktuelles Bild zu ende bringen. Unser Ausstellungstermin rückt immer näher. Hast Du Dir den Termin vorgemerkt? Hier findest Du die Flyer mit den Details.

Ansonsten wird es, so hoffe ich, ein ganz ruhiger Tag.

Euch allen wünsche ich einen schönen und erholsamen ersten Adventssonntag.

Seid herzlich gegrüßt von Eurer Petra Kolossa.

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Altmodisch – oder was?

Jetzt mal Butter bei die Fische: Wer von den potentiellen E-Mail-Empfängern liest diesen grausamen vorweihnachtlichen Datenmüll?

Fast jedes Unternehmen, ob groß oder klitzeklein, glaubt, ihre Kunden mit irgendwelchen blöden Adventskalendern täglich! zu nerven, hinzu kommen die regelmäßigen gerade-heute-super-super-Prozente beim Weihnachts-Einkauf, nur heute ein Extra-Geschenk, nur heute die tollen Rabatte …

Jetzt die Masche: Noch kein Geschenk, in letzter Minute noch, Lieferung vor Weihnachten garantiert und so weiter, und so weiter.

Ich öffne mein E-Mail-Programm, lege den Finger auf die Löschtaste und scrolle los. Sämtliche Adventskalender, nur-noch-heute-super-sparen-zu-Weihnachten, Weihnachtsgrüße und Danke … und haste nicht gesehen – WEG – GELÖSCHT – Ruhe im Karton!

Wir stehen kurz vor dem vierten Advent. Mein E-Mail-Postfach füllt sich permanent mit den in Sammel-Mails verpackten Weihnachtsgrüßen und virtuellen Dankeschöns. Hier macht sich keiner mehr einen Kopf, wie das Sender-Empfänger-Prinzip im Marketing funktioniert. Unpersönlicher geht’s nicht! Ich gebe zu, dass ich so gut wie keine dieser Jahresend-E-Mails lese, sondern unverzüglich in den Papierkorb verschiebe. Eine Ausnahme sind die Unternehmen, mit denen ich ausschließlich über das Internet fungiere.

Nun, das mag ganz allein meine Meinung sein, nur wünsche ich mir, dass diese Post ein einziges Mal im Jahr, egal, ob von einem Unternehmen oder privat, eine Überlegung wert sein sollte. Ich will sie einfach nicht zwischen den Rechnungen, Informationen, Newslettern, AGBs, Bestellbestätigungen, Angeboten und so weiter vorfinden.

In dieser Sache bin ich völlig altmodisch. Ich nehme  meine Post aus dem Briefkasten,   sortiere die inzwischen recht selten gewordene geschäftliche Post in Papierform aus. Setze mich gemütlich hin, öffne meine schönen Briefe und lese die Post. Es ist ein Ritual, intensiv, nicht nebenbei.

Haben Sie schon einmal einen Weihnachtsgruß aus dem Briefkasten genommen, einen Blick darauf geworfen, sofort zerrissen und in den Papierkorb geworfen?

Mit nachdenklich-vorweihnachtlichen Grüßen,
Ihre Petra Kolossa.

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Überlingen, Bodensee

Foto: Holger Wagner