Die Qual der Wahl

Was war die schwerste Entscheidung, die Du je treffen musstest? Warum?

Ehrlich: Ich kann es nicht sagen. Weißt Du, welche Entscheidung Dir besonders schwerfiel?

In der Regel bin ich ein Schnellentscheider. Das hat etwas Gutes,  kann aber auch tüchtig nach hinten losgehen. Ich kenne beide Seiten. Nur wenn ich Geld für mich selbst ausgeben will, prüfe ich ziemlich lange, bis ich mich entschließen kann und ich es endlich tatsächlich tue.

An eine Entscheidung, die mir sehr, sehr schwerfiel, kann ich mich noch gut erinnern. Wenn ich aus heutiger Sicht darüber nachdenke und ich meine bisherigen Lebenserfahrungen einbeziehe, bin ich mir nicht sicher, ob ich damals genauso entschieden hätte.

Erst vor ein paar Monaten fielen mir Tonbänder in die Hände, die ich damals auf meinen vielen Autofahrten mit Hilfe eines Diktiergerätes besprochen hatte. Auf diesen Bändern dokumentierte ich meine damalige Zerrissenheit. Als ich mir die Bänder anhörte, war es wie ein Zeitsprung. Ich spürte meine verzwackte Situation von einst hautnah.

Bereue ich meine damalige Entscheidung? Nein, auf keinen Fall. Zumal ich kein Mensch bin, der in der Vergangenheit lebt. Es ergibt für mich keinen Sinn, sich lange daran aufzuhalten und das Gehirn mit einem „hätte, könnte, wenn“ zu quälen.

Jedoch glaube ich daran, dass alles, was man tut, ganz gleich was es auch immer ist, einen Sinn ergibt und unser weiteres Leben bestimmt.

Und so kam es, dass viele meiner Entscheidungen, die guten wie auch die miesen, mein Leben nachhaltig bereichern.

Im Nachhinein bin ich dankbar für all die Resultate meiner Entscheidungen.

Denn das Leben ist das Ergebnis eben dieser Entscheigungen, die wir täglich treffen.

Habt einen phantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Immer diese Entscheidungen

Gab es Entscheidungen, aus denen Du lernen konntest oder gewachsen bist?

Diese Frage kommt immer wieder auf. Und wir Menschen neigen dazu, unser Leben permanent zu hinterfragen. War diese oder jene Entscheidung, die Du damals getroffen hast richtig? Oder hätte ich doch lieber so oder so entschieden.

Ich sage ganz klar: Diese Entscheidung, die damals getroffen wurde, war zu diesem Zeitpunkt genau so richtig. Die Erkenntnisse und Erfahrungen, die heute unser Leben bestimmen, hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Angenommen, wir hätten uns in der Vergangenheit anders entschieden. Was wäre dann? Dann würden wir heute genauso sinnieren und uns die gleiche Frage stellen: Was wäre, hätte ich mich damals anders entschieden?

Aus jeder Entscheidung lernen und wachsen wir. Wir fällen täglich etwa zwanzigtausend! Entscheidungen, sagt man. Fazit: Unser ganzes Leben besteht aus Entscheidungen.

Stehe ich jetzt auf, oder doch noch fünf Minuten Schlummen? Erst Zähne putzen, oder doch zunächst die Kaffeemaschine einschalten? Blaubeermarmelade oder doch lieber Erdbeermarmelade? Schwarzes oder graues Shirt? Warten, bis der Regen nachlässt, oder gleich gehen? … und so weiter und so weiter.

Ich gehöre in der Regel zu den Schnellentscheidern. Nur beim Einkaufen tue ich mich schwer. Ein Beispiel: Seit einigen Tagen kann ich  mich zum Beispiel nicht entscheiden, meine Onlinebstellung für den von mir benötigten Künstlerbedarf abzusenden. Farben, Pinsel und Zubehör sind kein Einkauf, sondern eine kleine Anschaffung. Aber ich denke, dass ich mich heute dafür entscheiden werden muss 😉

Wir lernen und wachsen aus jeder Entscheidung. Denn jede Entscheidung, die wir treffen, trägt uns ein Stück weiter oder wirft uns ein Stück zurück. Wirft es uns zurück, lernen wir daraus und treffen eine neue Entscheidung. Entscheidungen sind so etwas wie Perpetuum mobile.

Hört auf, Euch immer und immer wieder zu disziplinieren, selbst zu hinterfragen und zu erziehen. Es zu analysieren, ob Ihr daraus gelernt habt, oder ob Ihr daran gewachsen seid. Es ist vollkommen egal. Weil wir es sowieso mit jeder Entscheidung tun. Gebt dem Leben etwas mehr Leichtigkeit und nehmt Entscheidungen als Lebenselixier. Die einen Entscheidungen sind besonders einfach zu treffen. Andere mit größerer Tragweite brauchen manches Mal etwas mehr Zeit und Überlegungen. Geht mal etwas schief, entscheiden wir uns erneut und korrigieren damit hinfällig gewordene Entscheidung  😉

Eine einfache Entscheidung: Haare fönen oder lufttrocknen? Ihr könnt meine Entscheidung sehen.

Habt einen wunderbaren Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Katzen haben sieben Leben, sagt man.

Du schreibst deine Autobiographie. Wie lautet dein Eröffnungssatz?

Kurz überlege ich und denke, meiner wäre wahrscheinlich: All das, was in meinem Leben geschah, machte mich zu dem, was ich heute bin.

Logisch. Oder? Das betrifft wohl jeden von uns. Wie soll es auch anders sein. Ob das, was in unserem Leben so geschieht, auch tatsächlich das ist, was wir immer wirklich wollen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sind wir nicht oft genug irgendwelchen Vernunftsentscheidungen unterworfen?

Um die eigene Seele zu beruhigen, reden wir uns ein, dass diese Entscheidung zu diesem Moment genau die einzig richtige war.  Wir haken es ab und gehen weiter. Später, viel später fragen wir uns, was wäre, hätten wir uns damals anders entschieden. 

Hätte, hätte Fahrradkette. Es ist wie es ist. Es war genauso richtig, trösten wir uns. Welchen Sinn ergebe es, wenn wir anders darüber denken und uns fiktiv anders entscheiden würden? In der Vergangenheit können wir sosieso nichts mehr verändern. Es ist geschehen. Unverrückbar, unveränderlich. Punkt.

Jedoch ist eines definitiv richtig. Das, was einst geschah, prägt unser Leben und zeichnet das ab, was wir heute sind. Ganz gleich, ob die Entscheidungen einst richtig waren oder wir aus unserer heutigen mit weiteren Lebenserfahrungen gefüllten Perspektive so manche Entscheidung anders getroffen hätten oder diese zu gern korrigieren würden.

Unser Leben ist eine Aufreihung von Entscheidungen. Tun, nicht tun, vielleicht. Ja, nein, jein. Das Jein kapiert unser Leben nicht und wir müssen aus dem ein Entweder-oder machen. Gelingt es uns nicht, tun es andere für uns. Das mag für diesen und jenen unter uns bequem erscheinen, zumal das Resultat später dem Schicksal oder dem Glück zugeschriebenen werden kann. Man glaubt da so ziemlich außen vor zu sein, sozusagen unschuldig an der Misere oder eben einfach nur Glück gehabt, wenn der Ausgang positiv war.

Nun gut. Mein oben gewählter Eröffnungssatz ist wohl doch etwas zu pragmatisch. Und ganz sicher würde ich so meine Autobiographie nicht beginnen.

„Eine Katze habe sieben Leben, sagt man.“

Das wäre der Satz, mit dem ich meine Autobiographie starten würde. Es entspricht den Tatsachen. Es gab sieben harte Brüche in meinem Leben. Einer Katze gleich, bin ich nach jedem mehr oder weniger gut auf meinen Pfoten gelandet.

Leben heißt weiter, weiter, weiter. Wir bestimmen das Tempo. Doch ohne diesem „weiter“ sind wir tot.

Wie würde der Eröffnungssatz Deiner Autobiographie lauten?

Da bin ich ganz gespannt. Schreibe es doch einfach in die Kommentare.

Habt einen fantastischen Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Das Glücks-Kätz findest Du in meinem Shop.

Nicht alles ist Sonnenschein …

Als ich heute in einem Newsletter, den ich lange Zeit, ich denke, es müssten so acht Jahre sein, von Tim Schlenzig abonniert habe, las, dachte ich so: „Genau, das ist es!“ Ihr kennt vielleicht „my Monk“, den Blog und seinen Podcast. Tim Schlenzig ist ein junger Mann von etwa vierzig Jahen. Ich mag seine ruhige und selbstreflektierende ehrliche Art. Hier ist der Link zu seiner Seite. Schaut einfach mal vorbei.

In seiner heutigen E-Mail stellte er sein neues Buch vor, an dem er zwei Jahre schrieb. Im Februar 2024 wird es zu haben sein. Der Titel und der Link zur Vorbestellung: „Sei dein eigenes Zuhause – Es gibt kein festes Dach da draußen“

Ich kenne den Inhalt des Buches nicht, nur die offizielle Beschreibung. Es war allein der Titel, in dem ich mich sofort wiederfand. Er widerspiegelt meine Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich in den letzten drei Jahren besonders intensiv wahrgenommen habe. Ich fühlte mich immer mehr ausgeliefert. Ich hangelte mich durch die Tage, Wochen, Monate und Jahre. Um diversen Erwartungen gerecht zu werden, arbeitete ich die Dinge ab. Wat mut, dat mut. Ich riss mich zusammen und arbeitete an einigen Objekten sowie Bildern und ich schrieb weiter an meinen Buchprojekten. Das erlaubte mir ein Abtauchen in eine andere, in meine Welt. Die Kommunikation nach außen fiel mir immer schwerer. Ich ertrug Emotionslosigkeit, Unverbindlichkeit, Gelangweiltsein, Egalität, Ideenlosigkeit und so weiter nicht mehr und wandte mich innerlich ab. Ich redete mir Disziplin ein und kümmerte mich weiterhin um die Projekte, auch wenn mit immer weniger Energie. Ich fand keinen Gegenpol mehr. Es war ein Geben ohne Nehmen, das mir immer sinnloser erschien.

Das und noch so einiges mehr laugten mich völlig aus. Ich war endlos erschöpft und der Situation müde. Ich denke, das sind solche Punkte im Leben, die nach einem Reset verlangen. Es ist wie bei Rauchern, die einen Punkt brauchen, um die Finger vom Nikotin zu lassen. Mein Punkt ist die Erkenntnis, dass es nichts gibt, das sicher ist.  „Es gibt kein festes Dach da draußen.“ Und schlussendlich: „Sei dein eigenes Zuhause“. Danke, Tim Schlenzig, für diesen fantastisch guten Buchtitel.

Ich hatte jetzt ein paar Tage Zeit, über viele Dinge nachzudenken. In mir steigt langsam wieder ein Bauchkribbeln auf, eine Vorfreude auf das, was kommen wird. Ich beginne wieder intensiver und mit Freude meinen Tag zu bestreiten. Und ich weiß, dass ich aufhören werde, das tote Pferd zu reiten und stattdessen meine Energie auf meine ganz persönlichen Projekte zu lenken.

Ich denke, fast jeder von uns wird derartige Zeiten erlebt haben. Oder? Kennst Du solche Phasen? Wie hast Du Dich daraus befreit? Schreibe es doch einfach ins Kommentarfeld.

Jetzt freue ich mich auf einen schönen Abend mit Freunden, den wir in Ravensburg verbringen werden.

Bis morgen,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

PS: Mein online-shop – Hast Du schon mal reingeschaut?