How are you creative? – Wie bist Du kreativ?
Heute ist der erste Weihnachtsfeiertag. Inzwischen ist der Morgen erwacht. Der Nebel hat sich verzogen und der gestrige düstere, nasse und stürmische Tag entpuppte sich zu einem sonnigen Morgen. Die heranziehenden schwarzen Wolken ignoriere ich und genieße einfach den sonnigen Augenblick bei neun Grad Celsius.
Meinem Unterbewusstsein hatte ich gestern Abend eingeschärft, dass der morgige Tag ein Feiertag sei und ich gern etwas länger schlafen möchte. Irgendwie ist die Botschaft nicht angekommen und ich wurde wie immer gegen sechs Uhr wach und konnte natürlich nicht wieder einschlafen.
Aber das hat ja auch sein Gutes. So habe ich mich zeitig an meinen Rechner gesetzt, habe einige Nachrichten beantwortet und meinen Blog geöffnet. Dort lief mir die obige Frage über den Weg. „Wie bist Du kreativ?“ Das Wort kreativ oder Kreativität hat sich in unserer Sprache und unserem Verständnis völlig in Schwammigkeit aufgelöst. Spätestens, als eine „Kultur- und Kreativwirtschaft“ aus dem Boden gestampft wurde. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich dieses unsinnige Wort Kreativwirtschaft zum ersten Mal las, dass ich damit nichts anfangen konnte. Man kann auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz eine Erklärung lesen: „In diesen Branchen sind Unternehmen und freiberuflich Selbständige aktiv, die ihr Geld mit Kunst, Kultur und Kreativität verdienen.“ (Zitat) Man geht wieder einmal davon aus, dass die Leute schon wissen, was gemeint ist. Ja, natürlich, man ahnt, was gemeint ist. Kunst ist ein klarer Begriff, genauso wie Kultur. Was bitte umfasst Kreativität? Das ist einfach eine Generierung von neuartigen und nützlichen Gedanken. Kreativität ist keine Begrifflichkeit, die die Kunst- und Kulturbranche ausschließlich für sich gepachtet hat. Kreativ ist jeder, der sich mit alltäglichen Problemlösungen auseinandersetzt und dabei neue Wege findet, um dann damit klarzukommen. Kreativ ist auch derjenige, der sich mit wissenschaftlichen Prozessen auseinandersetzt und dabei neue, besondere Lösungen findet.
Wird der Begriff Kreativität in der Kunst benutzt, wird „Kunst“ aufgeweicht. Alle, die basteln, malen, zeichnen, klöppeln, knüpfen, töpfern und sonst etwas tun, werden als kreativ bezeichnet. Es gibt Kreativ-Messen, Kreativ-online-shops, Kreativ-Märkte und weiß der Kuckuck was noch, in denen es vor allem rund um kunsthandwerkliche Dinge und basteln geht. Es ist tatsächlich eine „Kreativ“wirtschaft entstanden. Was jedoch letztendlich mit Kreaitivität im Eigentlichen, nämlich dem Denken, also lösungsorientiert Wege zu finden, nicht wirklich etwas zu tun hat. Aber wir wissen ja schließlich, was man damit meint.
Wie bin ich kreativ? Wenn ich die Frage genau nehme, kann ich nur sagen, indem ich, wie alle anderen Menschen auch, denke und dann handele. Aber wir wissen ja, was gemeint ist 😉 Ich glaube, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht irgendeine kreative Handlungen vornehme. Und das nicht ausschließlich auf künstlerischem Gebiet. Ein ganz simples Beispiel von jetzt: Vom gestrigen Abendessen blieb etwas Kartoffelsalat übrig. Zu schade zum Wegwerfen, zu wenig für eine weitere Mahlzeit. Was soll ich nun damit tun? So werde ich also daraus einen frischen Salat zaubern. Paprika, Tomaten, Lauch und Kräuter dazugeben. Ein leckerer gebrutzelter Back-Camembert wird das Ganze aufpeppen. Das geplante Mittagessen für heute, wird es einfach morgen geben.
Als ich Kind war, lief bei meinen Eltern immer am ersten Weihnachtsfeiertag im Fernsehen die Sendung „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“. Das war eine Sendung für die „Alten“. So habe ich es als Kind wahrgenommen. Die Späße waren blöd, die Gespräche langweilig und die Musik naja, ging so. Diese Sendung sollte wohl die Zeit zwischen der einen Mahlzeit und der nächsten vertreiben.
Es wurde viel zu viel gegessen. Wahrscheinlich, weil es immer schon so gemacht wurde. Weihnachten ist eben die Zeit des Naschens und üppigen Essens. Ich handhabe das seit langer Zeit nicht auf diese Weise. Es schmeckt nicht mehr, wenn man sich schwer wie ein Klops fühlt. Natürlich bereite auch ich ein Essen, dass ich sonst über das Jahr wahrscheinlich nicht kochen werde. Aber der Schwerpunkt der freien Tage liegt bei mir definitiv nicht auf dem Essen.

Wie ist Deine Sicht auf die Kreativität?
Sicher sehe ich das zu eng und zu abstrakt. Aber ich habe ein Faible für den Sinn hinter den Worten.
Mit diesem Bild fange ich das Klischee „Kreativität“ für Euch ein 😀 – und das zwischen der einen und der anderen Mahlzeit.
Habt einen fantastischen ersten Weihnachtsfeiertag.
Herzlich, Eure Petra Kolossa.

