Zuletzt besuchte ich die „ibug“ 2019 in Reichenbach im Vogtland. Es war ein weitläufiges Gelände des einstigen Bahnbetriebswerkes, das 1999 stillgelegt wurde. Dieses Erlebnis, die Vielfalt, die Detailverliebtheit der einzelnen Exponate begeisterten mich. Ebenso die gesamte Organisation des Festivals, die die Besucher abholte und in ihren Bann zog.
Nicht nur die liebevolle Versorgung mit hausgemachten Leckereien, sondern auch vielfältige Informationen über die teilnehmenden Künstler überzeugten mich. Letztendlich konnten sich die Besucher in einem explizit dafür eingerichteten Informations- und Filmeraum über den Werdegang der ibug von der Idee, über die Auswahl des Objektes, die Geschichte, die hinter der gewählten Location steht und den gesamten Entstehungsprozess dieses Festivals in Reichenbach informieren. Das rundete das Erlebnis ab.
Das alles motivierte uns, unbedingt die Chance zu nutzen, im Jahr der „Kulturhauptstadt Chemnitz 2025“ die „ibug“ zu besuchen. Eine ibug ist street-art in einer Industriebrache. Kunst, die vergänglich ist. Eine Kunst auf Zeit, solange bis die Natur ihren Job erledigt und sich diese einverleibt hat.

Nun findet also das zwanzigste Festival für urbane Kunst, die ibug 2025 in Chemnitz statt, an den drei aufeinanderfolgenden Wochenenden vom 22.08. bis 07.09.2025. An diesem Wochenende habt Ihr somit nochmals die Chance, Euch die ibug 2025 anzuschauen.
Ich war am letzten Augustwochenende mit lieben Menschen dort und verbrachte den Nachmittag auf der Scheffelstraße 110 in Chemnitz, dem ehemaligen Krankenhaus am Stadtpark.
Nähere Informationen zu diesem Festival findet Ihr hier.
Die ibug wirbt mit dem Standort der einstigen „Presto-Werke“, die 1909 auf der Scheffelstraße die Gebäude für ihr Unternehmen bauten. Die Weltwirtschaftskrise verkrafteten sie nicht und verkauften 1935 an die damalige staatliche „Auto Union“, die in diesem Gelände ihre administrativen Büros stationierte. 1945 wurde die Auto Union, die übrigens keine rühmliche Geschichte im Rüstungsbetrieb schrieb, am Ende des zweiten Weltkriege beschlagnahmt und 1948 gelöscht.
Diese Gemäuer dienten also sechsunddreißig Jahre vor allem dem Fahrzeugbau und einundfünfzig Jahre medizinischen Zwecken. Denn 1946 wurde es als Hilfskrankenhaus zur Bekämpfung von Nachkriegsseuchen, später als Krankenhaus am Stadtpark, mit dem Schwerpunkt Hals-, Nasen- und Ohrenmedizin sowie Innere Medizin, bis zur Schließung im Jahr 1997 genutzt. Angegangene Sanierungen konnten einem aktuellen medizinischen Standard nicht gerecht werden. Deshalb verlagerte das Krankenhaus seinen Standort bis heute auf die Flemmingstraße in Chemnitz.
Somit stehen die denkmalgeschützten Gebäude leer und sind inzwischen, achtundzwanzig Jahre später, eine Industiebrache.
Was liegt näher, als dieses Gelände für ein Festival für urbane Kunst, die „ibug“, zu bespielen!
Als ich mit unendlich vielen anderen Besuchern durch die künstlerisch gestalteten Räume schritt, hörte ich immer wieder Gesprächsfetzen, die Erlebnisse in diesem ehemaligen Krankenhaus wiedergaben. Erlebnisse, die durch die Erzählungen lebendig wurden. Ich musste etwas lächeln, denn ich denke, dass viele Menschen auch die Gelegenheit nutzten, um sich „ihr Krankenhaus“ von einst noch einmal ansehen zu können.
Ich denke, dass die Erinnerung an die „Presto Werke“ verblasst sind und viele im Vagen tappen, was das überhaupt einmal war. Das alte Krankenhaus lebt noch in ihren Köpfen und ist greifbar.
Für die siebzig kuratierten Künstler waren es Gestaltungsflächen und viel Platz, um sich auszutoben. Zu Beginn des Rundganges wurde an den einstigen Fahrzeugbau erinnert. Einige griffen in ihren Arbeiten den medizinichen Hintergrund auf. Andere gaben Inspiration mit floralen Formen und intensiven Farben. Letztendlich ist die Ausstellung (aus meiner Sicht einseitig) politisch-aktivistisch geprägt.
Ich habe etliche Bilder der Arbeiten, die mich ansprachen, aufgenommen. Hier eine kleine Auswahl:















Und hier für Dich mein Post auf meinem Instagram-Profil. Dort habe ich mehrere Fotos in einem Beitrag zusammengefasst.
Hast Du schon einmal eine „ibug“ besucht? Wenn ja, welche Eindrücke hat dieses Erlebnis in Dir hinterlassen? Schreibe es doch einfach in das Kommentarfeld.
Ich verabschiede mich für heute.
Bis zum nächste Mal, herzlich, Eure Petra Kolossa.




























































































