Karriere im Ruhestand: Pläne und Träume neu denken

Täglicher Schreibanreiz
Wie sieht dein Karriereplan aus?

Mein erster Gedanke zu diesem Thema: Geht mich nix an. Schließlich bin ich im Ruhestand.

Ein paar Minuten später revidiere ich mich selbst. „Karriere“ bedeutet: erfolgreicher Aufstieg im Beruf . Wiederum leitet sich das Wort „Beruf“ von Berufung ab. Wir meinen zu glauben, dass Karriere selbstverständlich ausschließlich im offiziellen Berufsleben erfolgen müsse. Ich denke, dass das so nicht ganz richtig ist.

Ergibt ein Plan für die eigene Karriere im Ruhestand Sinn? Eher nicht. Denn reife Menschen wissen in der Regel, was sie wollen und planen nicht mehr weit in die Zukunft. Sie streben ein Tun im hier und heute an. Im Wissen ihres fortgeschrittenen Alters und der Endlichkeit des Lebens, geschieht es sehr bewusst und tief aus dem Inneren. Dennoch schwirren Pläne und Wünsche des eigenen Tuns im Kopf herum.

Es gibt übrigens etliche Beispiele von Persönlichkeiten, die erst im hohen Alter den Durchbruch in ihrem beruflichen Schaffen erlebten. Wie zum Beispiel Toni Morrison, Laura Ingalls Wilder, Anna Mary Robertson Moses, Colonel Harland Sanders

Natürlich leben in mir noch Pläne, auch wenn es keine Karrierepläne sind. Zum einen lauern in meiner „Schublade“ noch ein paar Buchprojekte darauf, endgültig in Angriff genommen, beziehungsweise beendet zu werden. Zum anderen geistern ziemlich genaue Vorstellungen für weitere knallbunte und lebensbejahende Werke in meinem Kopf. Insgesamt betrachtet, ist das eine ganze Menge kreativen Schaffens. Das Großartige im Ruhestand ist, dass ich darf und nicht muss. Es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl.

Im Augenblick nahm ich mir eine Auszeit, um Kraft zu sammeln und vor allen Dingen unseren Wohnortwechsel gut und so stressfrei wie möglich zu realisieren. Im September werde ich mich erfrischt und gut betankt mit neuen Eindrücken ans kreative Schaffen machen. Ich freue mich schon heute darauf.

Dieses Bild ist heute vor fünf Jahren entstanden. Das war sieben Wochen nach dem C-Lockdown, denke ich gerade. Eine Zeit, die nicht nur mich bis heute nachhaltig geprägt hat.

Fotos und Notiz-Kalender sind wunderbare und geschichtsträchtige Lebensbegleiter.
Die erste Umzugskiste, die ich bepackte und bereits beiseite stellte, ist befüllt mit meinen Kalendern aus den Jahren von 1994 bis 2024 😉

Habt einen wunderbaren Tag.

Bis zum nächsten Mal,

herzlich, Eure Petra Kolossa.

Heute etwas nachdenklich – eine Betrachtung

Vor vierzehn Tagen war ich auf einem Kurztrip in Sachsen. In meinen Beiträgen berichtete ich kurz davon. Diese nur drei Tage berührten mich emotional sehr stark. 

Auslöser dieser Reise war eine Einladung zum neunzigsten Geburtstag. Ebenso wird mein Vater im Spätherbst dieses Jahres seinen neunzigsten Geburtstag feiern und natürlich schaute ich auch bei ihm vorbei.

In diesen wenigen Tagen prasselten derart viele Eindrücke auf mich ein, die ich im Nachhinein zunächst einmal verdauen musste.

Mein heutiger Beitrag soll sich jedoch nur auf ein Thema beziehen. Das Altern.

Dem Anlass gegeben, treffen sich bei einem neunzigsten Geburtstag in der Regel vier Generationen. Die Gastgeberin lud ein und tatsächlich folgten alle achtunddreißig der Einladung.

Bis ich Siglinde vor zwanzig Jahren traf, kannte ich derartige Menschen nur aus Büchern oder Filmen. Sie ist eine Frau, die bis ins hohe Alter von nun neunzig Jahren ihre große Familie mit viel Liebe, Verständnis, Humor und  Loyalität zusammenhält. Sie hat immer ein offenes Ohr und die passenden Worte, ganz gleich, ob ihr Gegenüber noch ganz klein ist oder selbst schon im Rentenalter. Sie ist beliebt und jeder, der der Feier beiwohnte, mag sie sehr und zeigt seinen vollen Respekt und seine Dankbarkeit.

Warum schreibe ich das? Siglinde ist, auch wenn sie es nie nach außen trägt, schwer krank und ich machte mir Sorgen, dass dieses für sie großes Ereignis zu anstrengend sein könnte. Aber sie wollte es unbedingt. Sie freute sich darauf, ihre zwei Jahre jüngere und vier Jahre ältere Schwester zu treffen und alle lieben Menschen, mit denen sie sich eng verbunden fühlt.

Um es vorweg zu nehmen: Es war eine wunderschöne Feier für Siglinde und für uns Gäste. Natürlich war es anstrengend und sie brauchte im Anschluss ein paar Tage, um sich zu erholen. Aber die ganze Anstrengung war für sie wichtig. Es gab ihr in ihrem Zirkel, in dem sie ihr ganzes Leben lang einen großen Einfluss hatte, Herzenswärme und Geborgenheit. Sie wird niemals allein sein.

In den Stunden während des Zusammenseins kam ich mit vielen der Gäste ins Gespräch. Ich musste unter anderem immer wieder lächeln, wie die vierundneunzig Jahre jung gebliebene ältere Schwester mit unglaublich viel Witz und Charme immer noch ihrer bereits pensionierten Tochter, die sie begleitete, sagte, wo der Hase langzulaufen hat.

Ich unterhielt mich mit den Kindern der jüngeren, achtundachtzigjährigen Schwester. So erfuhr ich die näheren Umstände ihres Weges in ein Pflegeheim. Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Umso mehr, nachdem die RKI-Files aus der Corona-Zeit seit wenigen Tagen ungeschwärzt zu lesen sind und die Absurdität, der Machtmissbrauch und die ganzen Lügen endlich offen vor aller Augen liegen. Aber der Reihe nach:

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Die erste Stunde am Morgen

Was sind deine Morgenrituale? Wie sieht die erste Stunde deines Tages aus?

Irgendwie haben wir doch alle am Morgen einen gleichmäßigen sich immer wiederholenden Rhythmus. Oder nicht?

Meine erste Morgenstunde hat seit vielen Jahren den ähnlichen Ablauf. Dafür sorgen die Kätz, die Prinzen des Haushaltes.

Erst heute hat mir einer der Jungs, nämlich Kater Flo, sehr deutlich gemacht, dass ihm die vom Menschen gemachte Zeitumstellung am Bumsda vorbei geht. Wenn wir also in der regulären Zeit leben, also der sogenannten Winterzeit, ist meine Aufstehzeit immer gegen sechs Uhr. Seit gestern ist nun sechs Uhr das eigentliche Fünf-Uhr. Diese Zeitumstellung setzt mir immer sehr zu und ich brauche ein paar Tage, bis ich mich damit arrangiert habe.

Meine erste Stunde des Morgens hat also gefühlsmäßig das Morgenritual ein wenig verändert, ein wenig müde, unausgeschlafen, obwohl es praktisch gleich ablief.

Kater Flo kam ins Bett gehopst und verkündete laut und deutlich, dass sein Tag jetzt beginne, dass er jetzt gestreichelt werden wolle, dass er jetzt frisches Futter mag, dass er unbedingt jetzt und das sofort die Aufmerkssamkeit seiner Zweibeinerin brauche. Und wie immer gab er keine Ruhe, bis ich mich in die Senkrechte brachte und endlich mit ihm den Weg in die Küche antrat. In der Regel ist das ein Stück sympathische Morgenroutine. Denn wenn Flo laut diskutierend mit seiner „Chefin“ im Schlepptau über den Korridor trabt, gesellen sich auch Benny und Bobby zum leckeren Frühstück dazu. So beginnt meine Morgenroutine. Nur, dass ich heute etwas durch den Wind war. Ihr wisst schon, wegen dieser nutzlosen Winter-Sommer-Zeitumstellung.

Während die Kätz zufrieden mit ihren Futterschälchen beschäftigt sind, starte ich die Kaffeemaschine und mein Smartphone, schaue flüchtig über die Posteingänge, nehme die Kopfhörer und bringe mich mit weltweiten Informationen mittels meines Morgenpodcasts auf den aktuellen Stand. Mit diesen Stöpseln im Ohr gehe ich ins Bad, um mich zurecht zu machen.

Danach schnappe ich meinen Kaffee und setze mich für fünfzehn Minuten an den Schreibtisch, um meinen Kalender zu checken, morgendliche Geburtstagsgrüße zu senden, WhatsApps zu beantworten, die wenig zeitaufwendig sind oder ich poste einen schnellen Beitrag auf Instagram. Und schwupps, sind sechszig Minuten des soeben gestarteten Tages vorbeigesaust.

Wie sieht Deine erste Stunde des Tages aus? Hast Du Rituale? Oder kommt’s wie es kommt? Schreibe es doch einfach in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt.

Worauf ich auf keinen Fall verzichten möchte, ist mein duftender guter „Morgen-Kaffee“.

So nannte ich auch mein aktuelles Bild.

In Kürze wird es in meinem Shop zu finden sein.

Schau‘ doch einfach mal vorbei. Es gibt dort viel zu sehen.

Heute ist der erste April. Als Kinder hatten wir unseren Spaß daran, jeden zu verklappsen und in den April zu schicken.

Für mich persönlich beginnt heute, mit diesem ersten April 2024 ein neuer Zeitabschnitt, der wahrscheinlich kürzeste in meiner Lebenszeit. Es stimmt mich demütig und ein wenig ehrfürchtig dem Leben gegenüber.

Bei uns hier im Süden ist es kühl, windig und nass. Es verlockt, sich zu Hause gemütlich zu machen. Macht das Beste aus diesem Ostermontag und genießt die Zeit.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.