Erzähle doch mal was Lustiges

„Welches Thema wird Dein Hör-Café zum Wochenende haben?“, werde ich gefragt. „Ich weiß es noch nicht. Einige meiner Freunde meinen, ich solle unbedingt wieder was Lustiges machen. Hm, mir fällt grad nix Lustiges ein. Die globale Situation gibt’s irgendwie nicht her.“ Er grinst. „Was Luschtiges also. So lasse uns doch ein Brainstorming machen. Mal sehen, was daraus wird.“

Gesagt getan. Wir warfen uns Begriffe zu.

Shot, booster, lockdown …  Begriffe, die die Deutschen mit einer Selbstverständlichkeit verwenden, als wäre es deutsches Sprachgut. Es klingt englisch ausgesprochen wahrscheinlich etwas sympathischer, zeitgemäß und total angesagt. Schuss, Verstärker, eingesperrt. Diese deutschen Worte sind doch sehr eindeutig. Klingt nicht so toll. Für lockdown findet man inzwischen als erstes Wort im digitalen Übersetzer: abgeriegelt. Vor ein paar Monaten stand dort noch das Wort „Sperre“. Abgeriegelt klingt etwas hübscher.

„Verdenglischen ist ein lustiges Thema!“, sagt er und lacht. Ich ziehe meine Augenbrauen hoch. „Nö, das wird nix. Zu diesem Thema ist alles gesagt. Und es ist wirklich nicht lustig.“

Äpfel, rote, gelbe, grüne, reif, saftig, lecker, Apfelplantagen, Bodensee, Ernte … purzeln die nächsten Wörter. „Glaubst du, dass die hier keine Herpizide oder so’n Zeug verwenden? Dass das alles so ganz ohne geht?“, denkt er laut. „Hast du schon einen Apfel von hier gegessen, in dem dich eine Made begrüßt hat?“, frage ich zurück. Nun zieht er die Augenbrauen hoch und sagt: „Nein. Kein lustiges Thema. Also weiter!“

Eine Wildbiene kreist in der Sonne. „Wow, eine Biene!“ Und schon fallen die nächsten Worte. Bienen, Sonne, Honig, Pollen, Waben, Sonnenblumen … „Es ist schon merkwürdig“, sage ich. „Man nimmt eine Biene inzwischen als eine Rarität wahr. Ich denke, sie sind es inzwischen auch.“ „Stimmt. Hast du bemerkt, dass es kaum Mücken in diesem Jahr gab? Es gab Perioden, an denen es so sehr heiß und dann feucht war. Wir haben mit diesen Mücken gerechnet. Sie blieben fern.“, wundert er sich. „Stimmt. Ich sah auch bloß zwei, die sich im Hausflur verirrt hatten.“ Wir sinnieren kurz. „Kein lustiges Thema. Komm, lass uns weiter überlegen“, schubst er mich.

„Morgen ist Wahlsonntag“, stellt er nebenbei fest. … Wahlurne, Stimme abgeben … „Auf keinen Fall! Ich brauche meine Stimme noch!“, lache ich. „Gehst du nicht wählen?“, fragt er erstaunt. Ich gucke ihn todernst an. „Wie soll ich meinen Podcast sprechen und meinen Job machen, wenn ich meine Stimme abgebe? Dann ist sie weg. Total begraben in dieser Urne. Nun, und was dann?“  Uns überkommt ein Lachkoller. „Kein lustiges Thema, lass uns weiter überlegen!“ …

Das könnte noch viele Stunden so weitergehen.

Mein Blog und mein Podcast werden weiterhin ein Spiegel meines Herzens sein. Ich nehme Euch ein Stück mit auf die Reise meines Schaffens und meiner Gedanken, immer reflektiert ins Jetzt.

Erzähle mal etwas Lustiges ist etwa so, wenn mir jemand sagt: Das Bild ist schön, aber können Sie es für mich in Blau malen? Nein. Das kann und will ich nicht. Dieses Bild entstand zu diesem Zeitpunkt zum Beispiel in Pink. Es war genau der Zeitpunkt, an dem es in Pink aus meinem Herzen wuchs 😉

In diesem Sinne:

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Mal einfach geschwatzt

Seit über einem Monat ließ ich mich fangen von vielerlei kleinen und größeren Aufgaben.  Beinahe hätte ich das Wort „Probleme“ verwendet. Nun, ein Wort, das nicht zeitgemäß scheint. Man erklärte mir vielfach, dass es keine Probleme gäbe, es seien Aufgaben. Dabei ist das Wort Problem oftmals wesentlich treffender, als „Aufgaben“, da es den Nagel, inhaltlich betrachet, meistens zielgenauer auf den Kopf trifft. Denn Probleme sind nicht nur irgendwelche Aufgaben, die abgearbeitet werden wollen. Es sind ungelöste schwierige Aufgaben, die zunächst nach einem Lösungsweg verlangen, bevor sie überhaupt zur Aufgabe werden. Man gab dem Sinn das Wort Problem, das aus dem Griechischen entlehnt wurde.

Nun, in meinem Fall war es eine Mischung. Also ein Gemenge von Aufgaben und Problemen. Dingen, die abgearbeitet werden mussten und Dinge, die zunächst nach einer Lösung verlangten, bevor sie zur Aufgabe wurden.

Und dieses ganze Prozedere frisst Zeit und Energie. Und oftmals will ich das alles nicht. Jedoch lebe auch ich in diesem gesellschaftlichen Konstrukt, das bis ins Detail durch Reglements genormt ist, dem ich mich zu unterwerfen habe.  Und so jage ich in der Zeit, die ich in kleine Happen für Einkommen generierende Aufgaben, administrative Sachen, beweisende buchhalterische Dinge, Kreatives, Texten, Privates, Haushalt, Visuelles und so vieles mehr … teile. Und oft fällt es mir schwer, zu entscheiden, auf welchen Part ich im Augenblick verzichten will.

Heute schaute ich, wann ich den letzten Blog geschrieben habe. Und ich war ziemlich erstaunt, dass so viel Zeit vergangen ist. In meiner Empfindung war es erst vor ein paar wenigen Tagen. So griff ich ganz spontan zu meiner Tastatur … Ein Blog ohne Thema, einfach so, wie es mir aus den Fingern springt, für Euch.  Ich plapper einfach mal drauf los.

Ich reflektiere die Zeit, seit dem letzten Blog und überlege, was alles seitdem geschehen ist.

Seit längerer Zeit faszinieren mich Podcasts. Kurze Sendungen in lockerer Art. Ohne Bild, ohne Film. Die Kraft der Worte, der Sprache, der Stimme. Heimlich träumte ich davon, einen selbst zu gestalten. Ich begann, mich immer mehr damit auseinanderzusetzen, zu lesen,  zu sehen und zu hören. Ich studierte Statistiken, las Erfahrungsberichte und begann, mich mit der praktischen Seite, der Technik und Umsetzung zu befassen. Endgültig Mut machte mir meine Tochter. Sie war von der Idee genauso begeistert und bot mir an, mit ihrer Band „janisa-music“ die Musik für meinen Podcast zu schreiben.

Spontan kam mir der Name „Hör-Cafè“ in den Sinn. Eine Recherche ergab, dass es diesen als Podcast noch nicht gab. Ich mochte die Vorstellung eines virtuellen Cafès mit den fantastischen Klängen von janisa-music, die meinen Podcast, meine Sendung begleiten. Sie schrieben den Song „Listen to my story“ (bitte anklicken)

Ich nahm die Hürden der Technik. Lernte, wie man Spuren aufnimmt, schneidet, korrigiert, verbindet, umwandelt und ins Netz stellt.

Seit Ostern ist er online, mein Podcast „Hör-Café“. Ihr könnt ihn auf allen gängigen Plattformen hören.  Ich mag diese Arbeit sehr, auch wenn es einen diversen Aufwand mit sich bringt.

Über diesen Link gelangt Ihr direkt zum Hör-Cafè.

Und das ist der Link zu itunes, also für die von Euch, die Apple benutzen.

Einen permanenten Link findet Ihr rechts auf meiner Webseite, wenn Ihr diese öffnet.

Immer Montag, Mittwoch und Freitag gibt es einen neuen Beitrag. Perspektivisch habe ich unter anderem geplant, interessante Menschen, die in irgendeinem Zusammenhang des Schreibens wirksam sind, zu einem Interview einzuladen und Euch vorzustellen.

Nun, was tat ich noch? Ein kleines Schränkchen für einen Auftrag zu bemalen, hat wirklich Spaß gemacht. Die mittelprächtige Herausforderung war das Lackieren. Denn eine Schutzschicht ist sehr wichtig bei diesem Gebrauchsgegenstand. Draußen war es zu kalt und ich fand keinen Raum, in dem ich es hätte tun können. Aber in den nächsten Tagen soll der Frühling mit warmen Temperaturen kommen. Dann kann auch das zu Ende gebracht werden.

Ich wurde von Novum Basel zu einer Online-Kunstausstellung eingeladen. Sie startete am 20. März und wird noch bis zum 20. April 2021 online sein. Novum hat ein sehr schönes Video dafür gemacht. Unter dem Bild findet Ihr den Link dorthin. Und natürlich sind alle Kunstwerke käuflich.

Hier geht es zum inhaltlichen Video der Online-Kunstausstellung. Bitte einfach diese Zeile anklicken.

Wenn man einmal anfängt zu schwatzen, nimmt es kein Ende.

Ich entscheide mich jetzt ganz spontan für ein Ende und dafür, wieder regelmäßig hier für Euch zu schreiben.

So verabschiede ich mich für vorerst. Genießt das schöne Frühlingswochenende 🌷☀️

Herzlich, Eure Petra Kolossa.