Heiligabend. Das erste Weihnachten, das ich in unserem neuen Zuhause begehen darf. Und es fühlt sich unglaublich gut an, nach zwanzig Jahren wieder in Sachsen zu leben.
Ich weiß, dass es viele Menschen nicht verstehen können, dass es mich aus der schönen Bodensee-Region nach Hause gezogen hat. Meistens sind es jedoch die, die selbst nie ihr Zuhause für einen längeren Zeitraum, zum Beispiel berufsbedingt, verlassen haben. Sie bewerten und urteilen und nennen es Schwäche.
Ich nenne es Heimweh. Es ist ein unsichtbares Band, das uns mit dem Ort unseres Ursprungs verbindet und erdet.
Viel zu viele von uns sind entwurzelt und wissen nicht mehr, wohin sie eigentlich gehören, wozu sich ihr Engagement, ihr Einsatz, noch lohnen soll. Sie kennen und fühlen keinen Unterschied zwischen Staat und Heimatland und schweben zerrissen im Irgendwo.
Es ist also das erste Weihnachten wieder Zuhause seit 2005 💛
Kennst Du dieses warme, glückliche Gefühl, nach einer langen Zeit zurück nach Hause gekommen zu sein? Schreibe es mir bitte einfach in die Kommentare. Das wäre wirklich schön.
Aber nun wird es Zeit: Ich wünsche Dir ein wunderbares, ruhiges und besinnliches Weihnachten im Kreise Deiner Lieben. Genieße diese besonderen Tage zum Jahresende.
Im Übrigen: Es soll ein wenig Schnee geben und verdammt kalt werden. Vielleicht gibt es nachlanger Zeit eine weiße Weihnacht.
Herzlich,
Eure Petra Kolossa. 💖✨️🎄
PS: Der farbige Weihnachtsgruß ist die erste Zeichnung, die ich nach unserem Umzug im Juli anfertigte. Es wurde wirklich Zeit, dass ich wieder zu den Farben griff.
In fünf Tagen ist Weihnachten. Die Zeit zwischen dem letzten und diesem verging so unglaublich schnell, dass es mir fast surreal erscheint. Hoffentlich wird die kommende Zeitspanne an Geschwindigkeit verlieren und uns wieder etwas mehr erden.
In fünf Tagen ist Weihnachten. Unsere degenerierten Weihnachtsmärkte dürfen endlich schließen. Ich wünsche mir von Herzen, dass diese im kommenden Jahr wieder solche sein dürfen, eben einfach Weihnachtsmärkte. Gemütlich, mit Weihnachtsmusik, tollen Düften, strahlenden Kinderaugen, Treffs mit Freunden und Verwandten und voller Vorfreude auf die ruhigen und besinnlichen Weihnachtsfeiertage.
Keine Poller, keine Taschen- und Körperkontrollen nach Messern durch die beauftragten Polizisten zum Beispiel bei älteren deutschen Frauen und bratwurstessenden deutschen reifen Paaren. Also genau der Zielgruppe, die in den Innenstädten Messerangriffe planen und begehen könnte, weswegen diese Messerverbote eingeführt wurden. Keine Poller, keinen Zwang, keine „aluabakti“ (auf deutsch: Allah ist groß. Allah ist größer. Allah ist am größten.) rufenden Demonstrantenzüge durch die aufgebauten Marktstände auf unseren Weihnachts-, Christkindl- oder Striezelmärkten. Welch eine Missachtung unserer Gastfreundschaft!
In fünf Tagen ist Weihnachten. Die Adventszeit ist eine Zeit, in der wir etwas milder gestimmt sind. Wir haben Träume und Wünsche. Wir verzeihen und wir vergeben. Ich kann viele Dinge verzeihen, auch solche, die bewusst unbewusst getan wurden, also von Menschen, die es nicht besser können, weil ihr Wesen eben so ist.
Was ich nicht verzeihen kann ist das, was derzeit in unserem Land geschieht. Das, was aus unserem hohen Haus in Berlin machtbesoffen nach unten durchregiert wird.
Am 23. Februar 2025 ist die Neuwahl unserer Bundesregierung. Ich denke, noch nie war eine Wahl so wichtig, wie diese. Möge auch das Jahr 2025 friedlich bleiben 💙
In fünf Tagen ist Weihnachten. Traditionsgemäß darf sich jeder etwas wünschen. Ich hoffe so sehr, dass es uns gelingen wird, eine Weitsicht zu entwickeln, um den Spalt, der unser Land durchzieht, zu kitten.
Es ist immer noch stürmisch, regnerisch, düster, im Augenblick sieben Grad. Ein ungemütlicher Tag, dieser 24. Dezember 2023. Als ich vor etwa einer Woche in die Wetter-App schaute, wurden für den heutigen Tag minus zwei Grad und Schneefall angezeigt. Ich dachte mir: „Wow, nach vielen Jahren eine weiße Weihnacht. Wie schön!“ Aber das änderte sich nach zwei Tagen. Da wurde mir gesagt, dass zum Jahreswechsel dieses genannte Winterwetter zu erwarten sei. Soeben kontrollierte ich das und ich darf Euch die präzise Wetterinformation übermitteln: Dieses kalte Wetter mit Minusgraden wird nun ab dem dritten Januar angekündigt. Um festzustellen, wie das Wetter heute ist, brauche ich nur vor die Haustür zu gehen, um das mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit diagnostizieren zu können. Ich sollte diese wetter.com-App von meinem Smartphone verbannen. Hast Du eine, die wenigstens zehn Tage vorab ziemlich realitätsnah Auskunft gibt? Wäre schön, wenn Du es einfach in die Kommentare schreibst. Besten Dank dafür.
Gestern fuhr ich an einem Supermarkt in Ravensburg vorbei. Der Parkplatz war leer, und das an einem Vormittag des 23. Dezember! Ich bog kurzentschlossen rechts ab, parkte und marschierte in den Markt um noch ein paar wenige Dinge für die kommenden Tage einzukaufen.
Im Foyer standen Eimer mit Blumensträußen. Mein Herz schlug höher, als ich ein paar Tulpensträuße entdeckte. Ich liebe Tulpen. So nahm ich zwei Sträuße, einen für mich und einen für meine liebe ältere Nachbarin Agnes und legte sie in den Einkaufswagen. Ich weiß, dass sie sich sehr darüber freuen wird. Es sind die ersten Tulpen in dieser Saison und so gar nicht weihnachtlich 😉
In ein paar Stunden ist Heiligabend. Traditionell werde ich Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen zubereiten. Ich denke, dass ist wohl in Deutschland das typischste Essen am Heiligabend. In meiner Kindheit gab es immer „Weißsauer“. Das bereiteten beide meiner Großeltern zu. Es ist ein traditionelles Gericht aus Ostpreußen. Je weiter man sich aus dem Norden entfernt, desto weniger Menschen kennen diese leckere Speise. Es ist ganz einfach zuzubereiten. Wenn Du es einmal ausprobieren möchtest: Am Vortag des 24. Dezembers gib in einen Topf Geflügelklein, ganz gleich, ob von der Ente oder vom Hühnchen. Dazu kommt Wurzelwerk, ein Lorbeerblatt, ein paar Pimentkörner, etwas Salz, Pfeffer, ein Schuss Sauer (Brotdrunk oder Essig), etwas Süße (ganz gleich, ob Zucker oder eine Alternative). Das Ganze mit Wasser knapp bedecken, aufkochen und etwa zwanzig Minuten unter wenig Hitze köcheln lassen. Abschmecken. Dann alles in eine Glasschüssel geben und erkalten lassen. Das Weißsauer geliert. Es ist in der Glasschüssel hübsch anzuschauen. Es lohnt sich also, das Gemüse „schön“ zu schneiden, die Karotten zum Beispiel als Sternchen. Meine Großmütter ließen es draußen am Fenster oder im Keller erkalten. Heute wird man es sicher in den Kühlschrank stellen. Es wird also kalt gegessen. Dazu wird Brot, ein Weißwein oder kühles Bier gereicht. – Welches traditionelle Essen wird bei Dir zu Heiligabend gegessen?
Jetzt stimmen wir uns so langsam auf das Weihnachtsfest ein. Im Vorfeld hatte ich für neue Weihnachtskarten ein Motiv entworfen. Holger hat mich dabei untertützt und es in die digitale Endfassung für die Druckerei gebracht. Diese hat termingerecht die Karten gefertigt und dem DHL pünktlich übergeben. Nur dieser brauchte für einhundertsiebzig Kilometer eine Woche. Somit liegen die Weihnachtskarten für das kommende Jahr bereits überpünktlich bereit und ich beschrieb bis zum 20. Dezember die „Weihnachts-Kätz“ aus den vergangenen Jahren ein weiteres Mal.
Draußen rüttelt der Sturm, der Regen peitscht an die Fenster. Der Kamin wird am Abend für gemütliche Weihnachtsstimmung sorgen.
Ich wünsche Euch allen schöne, besinnliche, gemütliche, erholsame und entspannte Weihnachtstage. Lasst Euch nicht stressen. Genießt die freien Tage ganz nach Eurem Sinn.
„Die Kollegin erreichen Sie heute nicht. Sie arbeitet nie freitags.“, oder: „Oh, das wird knapp. Nur morgen habe ich ein Zeitfenster im Kalender, den wir füllen können. Aber das ist ja Samstag …“, und das: „Bitte kontaktieren Sie uns am Montag, der Mitarbeiter ist am Freitag immer im home office.“ Als mir dann auch noch ein Schönes Wochenende gewünscht wurde, beginne ich, an mir selbst zu zweifeln.
Ich lege meine Kopfhörer beiseite, greife nach meinem Kalender und schlage die aktuelle Woche auf. Nein, es ist definitiv nicht Freitag. Es ist Vormittag, Donnerstag, der vierzehnte Dezember 2023.
Woran mag das liegen, dass die Leute schon einen Tag im Voraus sind? War es die zu anstrengende Arbeitswoche und die daraus resultierende Sehnsucht nach dem nahenden Wochenende? Oder ist es vielleicht das zu Ende gehende Jahr und die noch zu vielen Dinge, die erledigt werden müssen? Die Menschen fühlen sich getrieben und sind gedanklich schon fast im Wochenende. Denn auch dort warten die noch so vielen kleinen und großen Dinge, die unbedingt fertig werden müssen. Schließlich kommt Weihnachten immer so plötzlich.
Wir jagen in der Zeit, sind gefangen in den Dingen, die von uns erwartet werden. Wir wünschen uns, es zuzulassen und einfach zur Ruhe kommen zu dürfen. Jedoch lassen wir es selbst nicht zu. Wir wollen nicht enttäuschen, wir wollen es den anderen gegenüber nicht eingestehen, dass wir müde und erschöpft sind. Wir wollen uns nicht erklären müssen und wir wollen keine gut gemeinten Ratschläge, was uns gerade jetzt guttun würde. Wir wissen es selbst, wie wir wieder Kraft ganz nach unserem eigenen Rhythmus für uns schöpfen können.
Kaum denken wir darüber nach, kommt schon das schlechte Gewissen. Eigentlich müsste man die wenigen freien Tage nutzen, um zu den Eltern zu fahren, die Kinder besuchen, den Geschwistern nahe sein. Es sind dann in meinem Fall etwa eintausendfünfhundert Kilometer Autofahrt, ein Besuchermarathon und das Switchen zwischen den vereinbarten Treffen und den Hotels. Wir taten diese Trips so oft. Ich weiß, dass es schön, aber auch unglaublich anstrengend ist. Seit vielen, vielen Jahren habe ich meine freien Tage auf diese Weise verbracht, ohne mir wirklich eine Erholung zu gönnen.
Jetzt ist mein Akku am Limit und auch ich freue mich auf meine Urlaubstage am Jahresende, die ich gern weitestgehend hier in meinem Lebensumfeld ganz egoistisch zum Aufladen meiner Ressourcen nutzen möchte.
Und ich denke, das trifft auf viele Menschen zu. Sie sehnen sich einfach nur nach etwas Ruhe, wollen die anstrengenden Tage, Wochen und Monate dieses 2023 hinter sich lassen und sind gedanklich bereits einen Schritt im Voraus.
So haben wir heute Donnerstag, der eigentlich schon ein Freitag sein wollte.
Wurdest auch Du bereits von solchen Gedanken getrieben? Schreibe es doch einfach unten in die Kommentare.
Herzlich, Eure Petra Kolossa.
PS: Nur noch bis zum Samstag, 16.12.2023, gibt es den Nikolausrabatt in Höhe von 25 % in meinem online shop. Schaue einfach hier vorbei 🙂
Diesen Blogeintrag schrieb ich über mehrere Tage. Am ersten Weihnachtsfeiertag begann ich damit und heute, am 29. Dezember werde ich ihn beenden. Der Infekt hat mich unglaublich im Griff. Ich war so sehr erschöpft, immer wieder fiebrig und müde, müde, müde. Um mich selbst zu überlisten, begann ich mit dem Schreiben. Leider schaffte ich nicht viel. Es war einfach zu anstrengend. Seit gestern habe ich nur erhöhte Temperatur. Aber irgendwie fühlt es sich fiebrig an. Dennoch begann ich, die ersten Handgriffe zu tun. Es war der zehnte Tag meines Infektes. Wenn ich diesen ganzen Mist endgültig bewältigt habe, hoffe ich sehr, dass ich wieder für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre immun sein werde.
Inzwischen hörte ich von sehr vielen anderen Menschen, die derzeit genauso aus dem Rennen genommen wurden, die die gleichen Erfahrungen sammeln. Es ist einfach eine verdammt langwierige, sehr stark erschöpfende und unangenehme Sache.
Seit gestern schlafe ich am Tage nicht mehr. Ich will unbedingt wieder in einen guten Rhythmus kommen. Aaaaaber ich schone mich und tue fast nix. Haha, was soll ich auch machen? Bin nach zwanzig Treppenstufen praktisch tod 🙈
Aber genug gejammert. Auf geht’s! Hier also mein Blog, geschrieben in Etappen …
Die strahlende Sonne suggeriert Wärme. Es ist Mittag, mein Kopf schmerzt, das Fieber, das sich gestern wieder einstellte, ist gesunken und hält sich im Bereich „erhöhte Temperatur“. Ich öffne das Fenster, um frische Luft und die Wärme hereinzulassen, atme tief durch. Die gereinigte Luft tut mir gut. Nur die Wärme erweist sich als verdammt kühl. Nur fünf Grad, stelle ich fest. Mich fröstelt es, ob mit geöffnetem Fenster oder ohne. Es ist völlig egal. Am liebsten würde ich mich wieder in meine Decken einkuscheln und warten, bis der ganze Spuk ein Ende hat.
Ich zwinge mich, es nicht zu tun. Trinke Wasser, Wasser, Wasser und baue darauf, dass dieses den ganzen Mist aus meinem Körper spülen mag. Hoffentlich.
Es ist Sonntag. Nicht irgendein Sonntag, es ist der erste Weihnachtsfeiertag. Es ist also Weihnachten. Gestern war Heiligabend und wir alle packten liebevoll verpackte und gesandte Geschenke aus, auch ich. Während ich es tat, freute ich mich über diese Gaben, bekam jedoch gleichzeitigt schlechtes Gewissen, weil ich in diesem Jahr keine Kraft hatte, mich auf das Besorgen von Geschenken zu konzentrieren und als es dann fünf vor zwölf war, bremste mich der Infekt aus. Außer liebe Grüße per Post in einem Briefumschlag ging in diesem Jahr nichts auf die Reise.
Je weiter der Abstand zu den zu Beschenkenden ist, desto schwieriger ist es, ein Präsent auszuwählen, das wirklich Freude bereiten wird. Wir sind nicht nah genug, um zu erleben, wie deren Leben tatsächlich verläuft, welche Vorlieben und Wünsche sie haben. Oftmals mündet es in einem Gutschein oder Geld, das auf ein Konto überwiesen wird. Wie oft ist es so, dass wir Geschenke machen, weil wir glauben, es würde von uns erwartet. Täten wir es nicht, welch schlechter Ruf würde auf uns fallen. Ist es tatsächlich so?
Jahr für Jahr machte ich eine Liste mit all den Liebsten, die zu Weihnachten bedacht werden sollen. Und diese Liste ist sehr, sehr lang. Eine Patchworkfamilie bringt das so mit sich. Peinlich wurde darauf geachtet, dass der geldliche Wert für jeden gleich ist, damit sich keiner benachteiligt fühle. Welch ein Unfug, den ich nie verstand. Jahr für Jahr transformierten wir zu Weihnachten mehr als ein komplettes Monatseinkommen in Geschenke und Versandkosten.
In diesem Jahr funktionierte es einfach nicht. Zu Beginn hatte ich wahnsinnig schlechtes Gewissen. Inzwischen nicht mehr. Seit einigen Jahren denke ich immer wieder über diese Weihnachtsgeschenke nach. Jedoch hatte ich nun, durch meine Zwangspause bedingt, die mir die Infektion bescherte, sehr viel Zeit, darüber nachzudenken.
Als ich Kind war, bekamen wir von unseren Großeltern zu Weihnachten ein kleines Geschenk mit der Post geschickt. Sie wohnten knapp dreihundert Kilometer entfernt. Es war immer ein Buch enthalten. Ich habe die Auswahl geliebt. Eine Tafel Schokolade oder etwas ähnlich Süßes lag dabei und eine Kleinigkeit selbstgemachtes. Wie zum Beispiel drei Taschentücher oder eine genähte Schürze mit liebevoll bestickten Schmetterlingen. Opa bastelte einmal eine Puppenstube mit „echtem Licht“, als wir noch etwas kleiner waren. Die war total goldig. Hm, was ist eigentlich daraus geworden? Ich weiß es nicht. Die meisten Spielsachen „verschwanden“ ganz unauffällig … Ich habe nie darüber nachgedacht, ob diese Geschenke klein oder groß seien. Sie waren von meinen Großeltern und ich freute mich riesig darüber. Sonst schickte keiner etwas hin und her.
Auch wenn wir als Kinder Wunschzettel schrieben, wie das alle taten, gingen diese nicht so, wie wir uns das vorstellten in Erfüllung. Ich muss gerade daran denken, wie sich meine Schwester und ich einen Schlitten wünschten, solch einen mit Hörnern. Wir wollten auch wie die anderen Kinder schnell den Berg runtersausen und spielend diesen den Berg wieder hinaufbekommen. Nun, der Weihnachtsmann brachte einen Schlitten. Einen großen, auf dem drei Kinder Platz hatten und der keine Hörner hatte. Wir konnten mit dem großen Monster nichts anfangen. Es machte ja auch keinen Spaß, als Geschwister immer gemeinsam den Berg runterzurutschen und das große Ding zu zweit wieder hochzubuchsieren. Irgendwann benutzten die Eltern diesen, um damit die Wäsche in die Wäscherei zu bringen und wieder abzuholen. – Nur so am Rande: Ihr seht, Winter waren damals ganz normal, als wir Kinder waren. –
Eine Puppennähmaschine, die ich mir als Elfjährige wünschte, brachte der Weihnachtsmann, als ich fünfzehn, fast sechszehn war. Inzwischen strickte ich mir meine Klamotten selbst. Ich hielt dieses praktische Kinderspielzeug, von dem ich vor einigen Jahren träumte, meine Puppen zu beglücken, in den Händen und wusste nicht wirklich, was ich nun damit tun sollte.
Ich wurde nie großartig beschenkt und demzufolge habe ich irgendwie bis heute keine Erwartungshaltung. Und ganz ehrlich: Ich musste in meinem späteren Leben lernen, Geschenke anzunehmen und mich einfach nur zu freuen.
Wann ist das eigentlich geschehen, dass die Menschen zu Weihnachten diesem Kaufrausch verfallen sind und die ganzen Dinge quer durchs Land schicken? Ich weiß es nicht. Es scheint ein schleichender Prozess gewesen zu sein. Der immer mehr Fahrt aufnahm und durch die manipulativen Marketingstrategien der Wirtschaft und des Handels für ein mächtiges Umsatzplus sorgten. Irgendwann wurde das eine feste, planbare Wirtschaftsgröße, das man Weihnachtsgeschäft nannte.
Ich bin diesem ganzen Wahn so sehr müde. Statt irgendwelche Geschenke zu kaufen, teuer zu verschicken, Geld zu überweisen, Gutscheine zu produzieren … wünsche ich mir ein Zurück zu den Wurzeln. Weihnachten zum Beispiel gemeinsam zu verbringen. So könnte das Geschenk eine Übernachtung in einer Pension sein, kleine Aufmerksamkeiten, gemeinsames Kochen, quatschen, spielen, lachen, an die Frische Luft gehen, an den See fahren, was auch immer – einfach qualitativ wertvolle Zeit miteinander zu verbringen. – „Ihr wohnt sooo weit weg“, höre ich immer wieder. Ja, natürlich. Genauso weit weg, wie Du 😉 Schenke uns nichts, bezahle einfach die Tankfüllung oder das Bahnticket stattdessen und sei mit offenem Herzen da. Wer, wenn nicht wir, wissen, wie teuer ein solcher Tripp ist, den wir immer wieder unternehmen, um die Familie wenigstens ab und an zu treffen. Das nächste Mal bereits in zwei Wochen, sofern es die Gesundheit zulässt.
Ich bin ziemlich abgeschweift. Als ich soeben den Text durchlese muss ich wirklich lächeln. Das ist einfach nur geschrieben, geschrieben, geschrieben. Ohne, dass ich ein genaues Ziel vor Augen hatte. Es ist geplappert. Eins folgte dem nächsten. Kurz überlege ich, ob es Sinn ergibt, oder ob ich einfach die Delete-Taste drücke.
Ich lasse es stehen. Auch deshalb, weil sich in dieser Situation ganz sicher unendlich viele Menschen wiederfinden werden. Die Zeiten, dass sich fast alle Familienmitglieder im Umkreis von einhundert Kilometern verbinden können, sind seit langer Zeit Geschichte. Meine eigene Familie ist sehr klein. Jedoch im ganz deutschsprachigen Raum verteilt. Durchschnittlich liegen zwischen jedem von uns etwa sechshundert Kilometer. Es ist eine besondere Herausforderung. Und es gehört viel Feingefühl, ein ehrliches Herz und das Vernachlässigen des eigenen Egos dazu. Den einen geht es finanziell sehr gut, die anderen haben, gerade unter der augenblicklichen Situation sehr zu knabbern. Es sind alles Dinge, über die keiner gern redet. „Über Geld spricht man nicht. Man hat es einfach.“ Mit dieser lapidar hingeworfenen Weisheit bin ich aufgewachsen. Ich denke, dass inzwischen diese arrogante Denkweise so mancher revidieren musste. Das Leben ist oftmals ein harter Lehrer.
So wie ich es in der Überschrift notierte: „Komm wie Du bist. Sei einfach da.“ Das trifft den Punkt in meinem Herzen. Ob mit einem kleinen Geschenk im Gepäck, oder ohne. Alles ist vollkommen in Ordnung!
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Dieses Bild ist aktuell. Ich mag mich derzeit selbst nicht anschauen. Deshalb habe ich es mit dieversen Filtern und ein paar Tricks manipuliert. Und Hocus Pocus sind Augenringe verschwunden und die Blässe wirkt plötzlich total vornehm 😅
… okay, okay! Nennen wir es schicker. Sagen wir Patchwork !
Das klingt doch nach etwas, irgendwie dazugehörig, salonfähig,Teil einer, dieser, modernen Gesellschaft.
Das Irrwitzige: Ich gehöre dazu, bin also ein solches Flickerl.
Seit drei Tagen bin ich damit beschäftigt, Weihnachtsgeschenke liebevoll zu verpacken. Und das sind schon einige! Meine Gedanken schweifen zu den einzelnen, die diese kleinen Präsente erhalten werden.
In diesem Jahr nach längerer Zeit nicht mal so einfach mit der Post auf den Weg gebracht, sondern ganz persönlich. Persönlich heißt, eine Flickerl-Tour von knapp zweitausend Weihnachtskilometern durch Deutschland.
Fast alles ist verpackt und dennoch verharre ich und denke an unser Patchwork, das sich auch in diesem Jahr verändert hat.
Mir erscheint eine Familie wie eine pulsierende Zelle, ständig in Bewegung und was nicht passt, irgendwie ungesund ist, wird abgestoßen, um früher oder später ersetzt zu werden. Klingt hart, aber so ganz unverschnörkelt betrachtet, ist es so.
Ganz gleich, wieviele Jahre die abgestoßene Zelle in dieser Familie verharrte, jetzt gehört sie nicht mehr dazu. Sie ist nicht blutsverwandt. Das wird mir immer ein Rätsel bleiben. Ich habe das vor etlichen Jahren am eigenen Leib erfahren und kann die Situation sehr genau nachfühlen. Jeder von uns, der in einer Partnerschaft lebt, steht in einem Teil der Familie mit einem Bein im potentiellen Aus.
Oh verdammt, jetzt bin ich aber abgeschweift. Ich ziehe das Schleifenband fest und lege das Päckchen zu den anderen. Nachher, so nehme ich mir vor, werde ich den beiden jungen Frauen, die ihre Kinder den Vätern zur Familienweihnachtsfeier mitgeben werden, ein paar Zeilen schreiben. Sie werden mir fehlen.
… noch ein paar Leckereien zu den Geschenktüten und dann ist alles reisebereit.
Euch allen wünsche ich schöne und erholsame Weihnachtstage im Kreise Eurer Familien.
Genießt das Fest, die Zeit und insbesondere den Augenblick.