Meine politischen Ansichten haben sich nicht geändert. Haben sich Deine verändert?
Geändert hat sich mein Blick auf die politischen Geschehnisse. Geändert hat sich mein Verständnis für die politischen Zusammenhänge, mein Wissen um die globale politische Matrix.
Verändert hat sich die politische Begrifflichkeit insgesamt. Die Inhalte der deutschen Parteien haben sich regelrecht verschoben. Das, was vor noch drei oder vier Jahren salonfähig rechts war, nämlich die CDU und CSU, ist heute eher links. Was einst die Linken waren, sind heute eher dem extrem linken Spektrum zuzuordnen. Rechts ist inzwischen ein Schimpfwort, es gehört nicht ins derzeitige Narrativ. Diese Jacke will sich keine der Altparteien anziehen. Das politische Coleur ist inzwischen ein verschwommener Zweckgemeinschafts-Brei. Die historisch gewachsenen „alten“ Parteien strampeln sich gegen eine einzige alternative Partei ab. Demokratie in Deutschland: Alle gegen einen.
Mein wichtigster Schritt, den ich vor fast fünfundzwanzig Jahren tat, war den Stecker an meinem Fernsehgerät zu ziehen. Es war mein Not-Aus. Ich fühlte mich unglaublich manipuliert. Den letzten Beitrag den ich sah, war ein Bericht aus einem afrikanischen Land. Es wurden Nahaufnahmen eingeblendet, in denen zu sehen war, wie Fliegen in den großen hungrigen Kinderaugen saßen, es wurden dicke, aufgeblasene Kinderbäuche herangezoomt und zu deren dürren, knochigen Beinchen geschwenkt, um an den im staubigen Schmutz tapsenden Kinderfüßen zu verharren.
Zuvor sah ich Kommentare, Meinungen und eine Diskussion zu irgendeinem Thema, bei dem offensichtlich war, wessen Meinung die als „richtige“ zu gelten hatte. Ich erinnere mich, wie mich das alles aufregte. Und dann kam dieser Bericht aus Afrika. Mir liefen die Tränen. Ich konnte sie nicht stoppen. Und das machte mir unglaublich Angst. Ich spürte, dass meine Reaktion nicht normal war.
Dann lief ein Spielfilm. Ich weiß heute nicht mehr, welcher das gewesen ist. Letztendlich ist es auch egal, denn ich wachte auf, als das Ende bereits lange gewesen ist. Ich konnte mich nicht auf den Film konzentrieren und schlief erschöpft ein.
Ich ging zu meinem kleinen Fernsehgerät, zog den Stecker und schaltete bis heute nie wieder ein solches Gerät ein.
Eine etwas robustere, abgebrühtere Seele hätte das lässig weggesteckt. Dieses Erlebnis erzählte ich nur einigen wenigen Menschen. Die meisten konnten mich nicht verstehen. Einige lachten mich aus, andere nannten mich zu empfindlich, schließlich sei das nun mal die heutige Zeit und es gäbe ja noch viele schöne Sender, Filme und Dokumentationen, die man sich anschauen könne. Heute kenne ich sehr viele Menschen, die sich ebenso vom Fernsehgucken verabschiedet haben.
Ich kann es nicht erklären, aber in den übertragenen Sendungen schwang immer etwas mit, das mich lange Zeit beschäftigte, mich erschöpfte und auslaugte. Meine Informationen holte ich seit dem aus der Tagespresse und aus dem Hörfunkt. Es tat mir gut, diesen Weg gewählt zu haben. Ich habe es keinen einzigen Tag bereut.
Heute sehe ich ab und zu Beiträge des Öffentlich Rechtlichen verpackt in Dokumentationen und Beiträgen auf YouTube zum Beispiel. Und jedes Mal muss ich feststellen: Nur gut, dass ich mir das nicht mehr antue.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen, die sich den ständigen argumentierten Nachrichten, Informationen, Diskussionen, den permanent wiederholten Schlagworten, Satzstellungen, eindringlichen Warnungen und so weiter und so fort, unterwerfen, ihre politischen Ansichten entsprechend den Narrativen ändern. Es ist deren Erkenntnis, geformt aus dem Gesehenen und Gehörten. Es ist letztendlich der Erziehungsauftrag des Öffentlich Rechtlichen.
Erwähnen möchte ich noch, dass die politische Ansicht nicht zwingend etwas mit dem Kreuzchen auf einem Wahlzettel zu tun hat.
Das Bild machte ich während der Weihnachtstage in unserer Nähe am Höchsten. Ich wählte es aus, weil es symbolisch ist für die Zeit, die Phase, in der wir uns augenblicklich bewegen.
Haben sich Deine politischen Ansichten geändert? Erzähle uns doch davon und schreibe es einfach ins Kommentarfeld.
Ich möchte zu gern lernen, äußere Einflüsse von meiner Seele wischen zu können, um all meine Aufgaben und Pläne unbelastet erledigen zu können. Das gelingt mir leider nicht immer.
Das aktuellste Beispiel ist das Schreiben meines Blogbeitrages, das ich über eine Woche vor mir herschiebe. Nicht, dass ich es nicht gern tue, oder keine Zeit hätte oder so. Nein, es sind die aktuellen Geschehnisse. Und ich weiß, wenn ich sofort reagiert hätte, wären die Gäule mit mir durchgegangen und ich hätte mich um Kopf und Kragen geschrieben. Also ließ ich das erst einmal etwas sacken, um nicht in einem spontanen Ausbruch bei irgendwelchen die „Wahrheit“ gepachteten World-Wide-Web-Überwachern in Ungnade zu fallen.
Inzwischen hat sich mein Gemüt beruhigt und ich bin in der Lage, meine Worte mit Bedacht zu setzen.
Was mich unendlich aufregte, waren die ersten Zusammenkünfte im Thüringer Landtag nach der letzten Landtagswahl. Schon immer interessiere ich mich für die politischen Geschehnisse in unserer Welt. Und dabei bilde mir selbst gern meine Meinung. Deshalb schaute ich mir die Liveübertragungen direkt aus dem Landtag Thüringen an. Also ohne dem Gequatsche von irgendwelchen Reportern von Sendern, wie MDR, Phönix und so weiter, die sich gleichfalls auf diese Liveübertragung schalteten und den Zuschauern ihre Meinung systemtreu oktroyieren.
Was ich dort in diesem Landtag sah und erlebte, hielt ich bisher in der deutschen Politik für unmöglich. Es war einfach nur gruselig, beschämend, absolut unwürdig und zutiefst respektlos, gar hinterlistig, unterste Schublade. Als ich das abgekarterte Spiel der Wahlverlierer gegen den Wahlgewinner wahrnahm, fiel ich vom Glauben ab. Wurde doch all denen, die das Drama ansahen, klar vor Augen geführt, dass es diesen Politiker vollkommen wurscht ist, was der Souverän, also die Wähler wollen.
Das nächste Unverständnis machte sich in mir breit, als ich die entsprechenden Nachrichten hörte, die etwas ganz anderes berichteten, als sich dort tatsächlich abspielte. Was ganz sicher noch im Netz zu finden ist, wenn Du es nicht gesehen haben solltest und Du Dir selbst eine Meinung bilden willst.
Das nächste was mich unendlich auf die Palme brachte, war die Sache mit dem Syrer, der mal fix wegen Liebeskummer (so die offizielle Aussage in den Medien) zu seiner Ex, die ihn vor drei! Jahren mit den Kindern verlassen haben soll, mit einer Machete und Messer auf die Menschen in Essen losging, zwei Wohnhäuser in Brand setzte und mit einem Lieferwagen in die Schaufenster von Läden fuhr. Es gab dreißig Verletzte. Darunter waren vier schwerverletzte Kinder.
Der Innenminister von NRW sagte doch etwa: „Das gibt es immer schon. Das ist nicht neu, dass Menschen, weil sie private Rachegelüste haben, quasi Amok laufen. Und dass da alle Mittel eingesetzt werden, ist in der Vielfalt vielleicht neu. Aber sowas gab’s immer.“ (Zitat)
Und damit war’s erledigt. Leute, gwöhnt Euch einfach daran. Das ist halt so in der Vielfalt.
Ich habe das Gefühl, dass wir uns an die neuen Umstände tatsächlich beginnen zu gewöhnen. Wir kapitulieren. Es geschieht inzwischen so oft, dass es der Erwähnung nicht wert erscheint.
Dieses Geschehen war in unseren Medien immerhin eine kleine Meldung unter vielen und wurde in den Nachrichten bis zum Abend unwichtig.
Es gab in den letzten Tagen so viele Dinge, die mich aufregten. Was natürlich völlig sinnlos ist. Wem nutzt es, wenn ich mich darüber ärgere, außer, dass es meine eigene Energie abzieht.
Das gesamte parteienpolitische Geklüngel in unserem Land ist derzeit unerträglich. Machtbesessen agieren sie zum Teil willkürlich in einem nicht nachvollziehbaren Aktionismus und hoffen wahrscheinlich, das eine Jahr bis zur nächsten planmäßigen Bundestagswahl aussitzen zu können.
Nun, entweder die Leute stumpfen ab, weil denen alles total egal geworden ist, oder sie glauben treuherzig schäfchengleich dem, was ihnen täglich aus den Öffentlich Rechtlichen vorgegaukelt wird oder aber die Menschen hauen mit der Faust auf den Tisch und machen dem ganzen Trödel zeitnah ein Ende.
Ach ja, übrigens würde ich auch gern etwas Vernünftiges lernen 😉 Nämlich die Glaskunst. Ich mag insbesondere das Muranoglas. Das würde sich wunderbar mit meinem sehr farbintensiven Malstil ergänzen.
Wenn etwas wächst, dann wird es größer und gewaltiger, nun, auf jeden Fall heißt Wachstum, dass es mehr geworden ist, als zuvor. Es ist also aus einem vorherigen Zustand gewachsen.
Nun höre ich, dass Deutschland auf ein „Nullwachstum“ zusteuert. Ich höre diese Begrifflichkeit und kann es vom Sinn her nicht erfassen. Es ist ähnlich, wenn Herr Habeck meint, dass ein Betrieb nicht insolvent sei, wenn er zahlungsunfähig ist, sondern eben einfach nur aufhört zu arbeiten.
Wie kann etwas wachsen, wenn es nicht wächst? Aus meiner naiven Sicht ergibt es keinen Sinn. Wenn etwas bei Null steht, dann stagniert das ganze Ding. Mein böser Hintergedanke: Das kann nur ein Begriff aus der Politik sein. Denn da scheint alles möglich.
Bezeichung für einen Zustand der Volkswirtschaft, in dem wesentliche wirtschaftliche Größen (z. B. Bruttoinlandsprodukt, Produktionspotenzial, Kapital, Bevölkerung) Steigerungsraten von 0 % aufweisen. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Interner Link:Grenzen des Wachstums (siehe dort) und um eineInterner Link: nachhaltige Entwicklung (siehe dort) wurde auch die Forderung nach Nullwachstum erhoben, konkret in Form eines realen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bzw. des realen BIP-Wachstums je Einwohner von 0 % .
Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.“ (Zitat)
In dem Zitat findet Ihr den Begriff „Steigerungsrate von 0 %“. Wie kann es eine Steigerung von null Prozent geben. Da ist nix gestiegen! Oder doch???
Ja, in mir grollt es ungemein, sobald ich einen unserer derzeitigen Politiker unisono das Wort „Demokratie“ tönen höre. Ihr habt keine Ahnung, wie mir da der Kamm schwillt. Gleich gefolgt der abgedroschene Begriff „Vielfalt“. Dieses Wort hat im Rahmen der Politik einen genauso negativen Beigeschmackt verpasst bekommen, wie das Wort „querdenken“. Beides eigentlich schöne deutsche Wörter, die jedoch wahrscheinlich fast keiner in einem anderen als eben diesen neu-politischen Zusammenhang betrachten vermag.
Könnte ich zwei Wörter zu Unwörtern 2024 erklären, wären es genau diese: Demokratie und Vielfalt
Ich kann mich nicht erinnern, bis vor drei Jahren das Wort „Demokratie“ derart überstrapaziert wahrgenommen zu haben. Es gibt seitdem kaum ein Statement das in den Öffentlich Rechtlichen gesendet wird, in dem nicht wenigstens zwei bis drei Mal dieses Wort Erwähnung findet. Ich denke, je öfter sie etwas explizit betonen, es mantramäßig daherbeten, schwingen sich die Redner selbst auf dieses Niveau und beginnen wahrscheinlich ernsthaft selbst daran zu glauben, was sie da erzählen. Wir kennen das von Kindern oder Menschen, die Flunkern oder einem das X für ein U vormachen wollen, die immer wieder etwas wiederholen, drumherumreden und erklären und erklären. Irgendwann glauben sie dann selbst ihren Fantasien.
Meine Fragen: Haben wir eine echte Demokratie? Eine Regierung des Volkes? Ist in unserer Regierung die Opposition ein fester Bestandteil unseres demokratischen Systems? Gilt die freie Meinungsäußerung? Gilt die Pressefreiheit? Gilt der friedliche Regierungswechsel?
Ich möchte heute nicht näher darauf eingehen, sondern nur ein paar Fragen in den Raum stellen und Dich bitten, unvoreingenommen darüber nachzudenken.
Vielleicht denkst Du dabei auch an die Wahlen in Thüringen und Sachsen am vergangenen Wochenende. Wird in deren Ergebnis dem Willen des Volkes Rechnung getragen werden? Werden die Parteien mit den meisten Stimmen ihren Wählerauftrag ausüben können? Wird von den Politikern, und den Parteien, die sich um einen Wählerauftrag bewarben, also sich zur Wahl stellten, die demokratische Entscheidung der Wähler, also des Volkes, dem Souverän, tatsächlich akzeptiert? Oder wird wieder mit politischen Tricks des Wählers Willen außen vorgelassen? Wird hier nicht der Wähler zum Narren, zum Idioten gemacht? Ist es da nicht verwunderlich, wenn die Menschen abstumpfen und sich sagen, es sei doch eh alles egal, man habe sowieso keinen Einfluss; zu wählen sei sinnlos? Ist das so?
Auch hier lasse ich meine Fragen einfach zum Nachdenken so stehen.
Heute möchte ich nicht näher auf das Wort Vielfalt eingehen. Auch, wenn es in mir einen ähnlichen Groll auslöst, weil man dieses Wort, wenn es nicht in einem politisch-ideologischen Zusammenhang gebraucht wird, es immer genau in den Kontext bringen muss, weil es inzwischen verpolitisiert wurde.
Darauf gehe ich bei Gelegenheit noch einmal etwas genauer ein.
Für heute Schluss!
Ich gönne mir jetzt einen Kaffee, lese noch ein paar Zeilen und dann auf in den Tag☀️🌻
Habt einen schönen!
Herzlich, Eure Petra Kolossa.
PS: Ich muss noch etwas ergänzen. Das alles nur, weil es in mir grollt, als ich soeben eine Schlagzeile las 😄
Ich bitte folgendes gaaaaanz neutral zu betrachten. So, als würdest Du die Situation in einem Newspaper auf dem Saturn lesen, zum Beispiel.
Vor nicht allzu langer Zeit waren die Menschen in dem kleinen geografischen Ländchen auf der Erde, das Deutschland heißt, politisch gesehen die Linken, die roten Socken, also politisch abseits. Die Grünen, waren die etwas belächelten verträumten, an der Realität vorbeigeschrammten Ökos. Die Schwarzen und ein wenig auch die Gelben waren in jeder Hinsicht die pragmatische wirtschaftliche Stärke, die eine Sicherheit für das Land gaben. Das waren die Rechten. Rechts zu sein, rechts zu wählen war vernünftig und und für die Deutschen das Normale. Entweder der Wähler war rechts oder eine rote Socke. … bis zum Wahlkampf 2020 und die anschließende Bundestagswahl 2021. Dann war plötzlich alles ganz anders. Seitdem gibt es entweder politisch-ideologischer Gehorsam, erzeugt durch rot-gelb-grün, der sogenannten Ampel, oder Nazi, den Menschen, die sich rechts fühlen und sich nicht getrauen, es auszusprechen, um nicht abgestempelt, angefeindet und ausgegrenzt zu sein. Die ehemalige rechte CDU hält sich aus allem in der Opposition geschmeidig zurück und biedert sich mal hier und mal da an. Abwartend, bei Gelegenheit wieder aufzuspringen, ohne zu wissen, wohin wirklich. Das alles war innerhalb von etwa drei! Jahren möglich.
Der Jupiteraner sitzt da auf seinem Bänkchen auf dem Saturn, empfängt also die News und kann die verirrten Erdlinge dieses kleinen Fleckchens Erde nicht verstehen. Er wiegt seinen Kopf, legt das Gelesene beiseite und wartet mit Spannung auf das, was in den nächsten Stunden und Tagen aus dem Netz tropfen wird.
Die Wahlen in Thüringen, wie auch in Sachsen, ergaben einen klaren Wählerauftrag für Blau-Schwarz, also AfD und CDU. Zwei Drittel der Wähler wollen das so. Sprechen wir von Thüringen: Mit zehn Prozent Vorsprung ist die AfD der klare Wahlsieger. Das ist rechnerisch einfach Fakt. Nun denkt sich der normale Wähler, also der Souverän: Super! Jetzt soll der Wahlsieger beginnen, sein Team zusammenzustellen.
Aaaaaber nix da! In diesem Land geht es nicht darum, was das Volk will. Es geht nicht darum, was das Beste für dieses Land ist. Nein! Es geht nur um Macht und Posten. Mit Tricks und Kniffen versuchen sich die absoluten Verlierer und Abgewählten über Wasser zu halten und ihre Wahlergebnisse zu addieren, um eine Koalition bilden zu können.
Über das Chamäleon BSW möchte ich mich hier raushalten. Ich habe Sahra Wagenknecht wirklich geachtet und sehr geschätzt. Sie lässt mich in absolutem Unverständnis zurück. Habe ich mich derart in ihr getäuscht?
Mit der AfD will keiner, weil das ja Nazis seien. Und man will ja nicht seinen „guuuten Ruf“ riskieren. Für einen Zusammenschluss CDU-BSW-SPD fehlt eine Stimme. Da biedert sich der abgewählte Ministerpräsident der Linken an, einzuspringen. Wenn das zustande kommt, bekäme das Bundesland Thüringen rein hypothetisch eine rot-rot-rote Regierung. Die Menschen wollten absolut „rechts“ und bekämen komplett „links“.
… Der Jupiteraner kratzt sich am Kopf und singt:
„Zwei mal drei macht vier. Widdewiddewitt und drei macht Neune! Wir machen uns die Welt … widewiddewitt, wie sie uns gefällt …“
Vor vier Jahren, konkret am 17. März 2020, schrieb ich eine Notiz in meinen Kalender: „Mein C-Tag“. Ein Jahr später machte ich dieses Datum zu meinem ganz persönlichen „Corona-Gedenktag“. Ich erinnere mich, als wäre es heute. Vor meinen Augen spulen sich diese Minuten haarklein ab. Ich kam aus einem Termin und ging zu meinem Auto. Wie meistens schaute ich auf mein Smartphone, um die eingegangenen Emails und Nachrichten zu checken. Als ich diese Email las, wo mir, wie auch meinen Kolleginnen und Kollegen, mit sofortiger Wirkung untersagt wurde, die Arbeit fortzusetzen, konnte ich noch nicht ahnen, dass das bis zum heutigen Tag mein letzter Auftrag in dieser Art, im direkten Kontakt mit Menschen vor Ort gewesen ist.
Als diese Notiz in meinem Kalender auch in diesem Jahr aufploppte, sinnierte ich darüber, wie sehr sich mein Leben, meine Wahrnehmung und Gefühlswelt seit diesem Datum verändert haben. Diese Zeit hat uns Menschen geprägt. Sie hat unsere Gesellschaft stark verändert. Dieser gelungene Coup beflügelt die Macher dieser politischen Welt bis heute und sie sind nicht bereit, das Gefühl der Macht loszulassen. Sie nutzen den Lauf, um mit dem in dieser Coronazeit erpobten und bewährten Druck ihren Willen der Gesellschaft aufzuzwingen. Das größte und einfachste Instrument sind ihre Medien und Angstmache. Zwangsgebührenfinanziert, staatlich, gefügig, vierundzwanzig Stunden lang an sieben Tagen die Woche verfügbar, manipulativ, suggestiv, indoktriniert. Tropfen für Tropfen erfährst Du was gut und böse ist, was schwarz und was weiß, was richtig und was falsch ist, wie Du denken sollst, was Du denken sollst, wie Du handeln sollst, dass Du Angst haben musst.
In den letzten drei Tagen sah ich eine ganze Menge meiner geschriebenen Notizen aus den letzten vier Jahren durch. Und ich stellte für mich fest, dass noch nicht die Zeit gekommen ist, diese Texte offiziell zu verarbeiten.
Dennoch pickte ich anläßlich meines „Corona-Gedenktages“ eine Notiz für Euch heraus. Diese schrieb ich damals ein Jahr nach dem offiziellen Lockdown. Wir steckten also mittendrin.
Ein Samstag, Mitte April im Jahr 2021
Es ist ein trüber und sehr kühler Morgen. Die Sonne liegt hinter den dunstigen Wolken und hat wenig Lust, sich anzustrengen, mir den Gefallen zu tun, mehr Licht und Wärme zu senden. Ich schaue in die noch immer mit Schnee bedeckten Alpen und nehme mit meinem Auto die verschlungenen Straßen ins Tal.
Die kleine Stadt mit der imposanten Basilika auf dem höchsten Punkt im Ortszentrum zieht unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist wahrlich ein beeindruckendes Gebäude, die größte Barockkirche nördlich der Alpen, in Weingarten.
Weingarten kennt man als eine kleine quirlige und geschäftige Stadt mit unendlich vielen kulturellen und künstlerischen Aktivitäten, mit Straßencafés, Restaurants, Weinstuben, kleinen Geschäften, Galerien, studentischem Treiben.
Heute, wie seit über einem Jahr ist die Stadt grau. – Passend zum Tag, denke ich. Es ist Samstagmorgen. Geöffnet haben im Stadtzentrum die Supermärkte und Bäckereien. Die Menschen stehen mit ihren Masken schweigend in großen Abständen voneinander in einer Schlange draußen vor den Türen. Sie warten, an der Reihe zu sein, eintreten zu dürfen, um ihren Einkauf zu tätigen.
Ich fahre weiter zu meinem Ziel. Ein geschäftlicher Auftrag führt mich. Einen Parkplatz zu finden, war immer ein Problem. Inzwischen nicht. Ich greife nach meiner Tasche und gehe zu meinem Ziel. Ein großer Aufsteller mit den üblichen Anweisungen, die man auf Anordnung zu beachten habe und der Hinweis, dass nur drei Personen den doch ziemlich großen Raum betreten dürfen, steht mitten im Vorraum und versperrt jedem Eintretenden den Weg. Dieses Teil schreit regelrecht nach Beachtung, denke ich.
Vor mir steht eine Frau. Sie sieht mich kommen und macht sich sofort mir gegenüber Luft. Mit dumpfer Stimme schimpft sie, dass in dem Raum acht Personen seien, obwohl nur drei erlaubt sind. Keiner würde etwas sagen. Kein Wunder, dass wir alle Covid kriegen werden, wenn sich keiner daran halte, was vorgeschrieben sei. Sie schimpft und schimpft. Die Maske in ihrem Gesicht saugt sich mit jedem Luftholen fest an ihren Mund. Dieser Sauerstoffmangel muss ein Kraftakt für sie sein, denke ich und möchte ihr am liebsten sagen, sie solle aufhören, sich so dermaßen zu erregen.
Ich schaue in den Raum und sehe, dass vier Personen, wahrscheinlich eine Familie, gemeinsam etwas zu erledigen haben und drei weitere sich in großem Abstand in dem Raum befinden. Innerlich verdrehe ich die Augen und denke: Mein Gott! Wo ist das Problem?
Eine Person verlässt den Raum. Die Frau vor mir bleibt stehen und will nicht hineingehen. Ich bitte sie, ihre Sache zu erledigen. „Ich gehe dort nicht rein! Es sind noch zu viele!“ Ich sage zu ihr, dann werde ich es jetzt tun. „Nein!“, faucht sie mich an. „Ich bin die nächste! Nicht Sie! Sie warten!“ Eine Mitarbeiterin bittet die Frau, einzutreten. „Nur drei dürfen in den Raum!“, schreit sie. Die Mitarbeiterin bittet mich, zu kommen. Die Frau stellt sich in die Tür. „Sie warten!“, weist sie mich an.
Nun gut. Ich sah, dass die Familie ihre Sache erledigt hat und den Raum nun verließ. Damit war auch das Problem dieser Frau erledigt. – Ist das tatsächlich nur ihr Problem? Was geschieht hier mit uns Menschen?
Meinen Auftrag habe ich erledigt und begebe mich auf den Heimweg. Die Sonne hat sich entschieden, schwach durch die Wolken zu schauen. Ich zwinkere ihr entgegen und fahre über Ravensburg, um bei einem meiner Lieblingsbäcker, der sich in einem Supermarkt eingemietet hat, anzuhalten.
Kurz verweile ich hinter dem Steuer und lasse die Situation auf mich wirken. Auch hier stehen die Menschen mit ihren Masken in großen Abständen schweigend in einer Reihe an, um mit einem nächsten Einkaufswagen Einlass zu bekommen. Diese Reihe von Leuten wirkt trist, grau, der Situation ergeben.
Ich ziehe den Zündschlüssel ab und gehe zu dem Bäcker hinein. Lange muss ich nicht warten. Und ich freue mich, eine mir seit vielen Jahren bekannte Verkäuferin hinter dem Tresen zu entdecken. Sie ging vor etwas über einem Jahr in den Ruhestand. Sie freute sich darauf. Wir haben oft miteinander gesprochen.
„Oh, das ist aber schön, sie hier zu treffen.“, sage ich und ergänzte: „Sie können auch nicht loslassen?“
Sie lachte. „Wissen sie, ich bin froh hier sein zu können. Auch wenn es nur stundenweise ist. Zu Hause werde ich verrückt. Seit mein Mann gestorben ist, ist es ohne Kontakte nach draußen schrecklich einsam.“ Sie lächelt. „Ich gehe jeden Tag spazieren, bin draußen. Aber allein. Ich bin ein kommunikativer Mensch. Mein Sohn wohnt mit seiner Familie in Australien. Er verliebte sich dort und blieb nach seinem Studium in Melbourne. Wo soll ich hingehen? In ein Café, ins Kino, ins Theater, soll ich reisen, eine Kunstausstellung besuchen … sagen Sie mir, was soll ich machen, um unter Leute zu kommen? Es ist doch alles geschlossen und gesperrt. Ich bin fit, aber ich gehe auf die siebzig zu. Einige meiner langjährigen Freunde leben in ganz Deutschland verteilt, einige leben nicht mehr. Ich wollte noch so vieles tun, mein Englisch an der Volkshochschule auffrischen, wieder tanzen, Freunde besuchen, reisen …“
Sie lächelt. „Ich habe mich wirklich gefreut, als mein Chef mich anrief und fragte, ob ich stundenweise aushelfen könne. Über dreißig Jahre habe ich für die Bäckerei gearbeitet. Ich genieße die Stunden hier.“
Sie packt meine Tüten und kassiert mich ab und sagt dabei: „Ich freue mich wirklich, Sie zu sehen. Und ich weiß ja, wie Ihr Lächeln ist. Ich denke mir Ihre Maske einfach weg.“, lacht sie und sagt: „Bis zum nächsten Mal. Hoffentlich bald.“
Ich sitze wieder im Auto und werde in fünfzehn Minuten zu Hause sein. Meine Gedanken sind noch bei meiner letzten Begegnung. Ein süß-bitterer Geschmack macht sich breit. Es ist wunderbar für sie, dass sie der Hölle Einsamkeit für eine gewisse Zeit entkommen und auf diese Weise dieses traurige Loch stopfen kann.
Die Ampel steht auf Rot. Ich schaue auf den in voller Pracht mit Frühjahrsblühern übersäten Hang rechter Hand. Ein etwas breiterer asphaltierter Weg führt hinauf in ein modernes Wohngebiet.
Auf einem Tretroller stehen drei Jugendliche, eng umschlungen und kommen lachend den Weg heruntergesaust. Ich lasse das Fenster auf der Beifahrerseite herunter. Unbedingt möchte ich den Sound dieser fröhlichen Fuhre aufschnappen. Ein breites Lächeln macht sich in meinem Gesicht breit. Es tut so gut, diese Zwölf- bis Vierzehnjähren so ganz normal zu erleben. Es ist ein menschliches Bedürfnis nach Nähe, Berührung und Umarmung.
Die Ampel schaltet. Ich fahre weiter, lasse das Fenster wieder hoch, wische mir mit dem Handrücken die feuchten Augen trocken, und denke: Wir können es uns heute noch nicht ausmalen, was wir unseren Kindern mit diesen ganzen Vorschriften, der Gängelei und den Verboten nehmen und antun. Es wird gravierende Spuren in ihren Seelen hinterlassen und folglich das menschliche Leben perspektivisch sehr verändern.
Heute ist Frühligsanfang.
Als ich mir am Nachmittag vor unserem Haus ein wenig die Füße vertrat, machte ich unter anderem dieses Bild.
Die Schneeglöckchen und Winterlinge haben sich bereits verabschiedet.
Stattdessen kämpften sich durch die Hinterlassenschaften der kühlen Jahreszeiten Veilchen, Gänseblümchen, Primeln, Himmelschlüsselchen und Gewitterblümchen. Der Frühling hat die Wiese erobert …
Habt einen wunderbaren Tag.
Herzlich, Eure Petra Kolossa.
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Es faucht der Sturm da draußen und es wollte heute nie richtig Tag werden. Ich bin froh, mit einer warmen Tasse Tee in den Händen diesen ungemütlichen, wenn auch nicht frostigen, Tag in der gemütlichen Wohnung verbringen zu dürfen.
Der Winter hat in dieser Saison nur kurz vorbeigeschaut und ist wahrscheinlich mit Blick auf das Energiedilemma voller Verständnis für uns schnell wieder abgehauen. Nun, vielleicht erinnert sich dieser Winter auch an die Aussage aus der Politik vom November. Eine geschmolzene Schneeflockenträne rollt ihm die Wange herunter und er ist voller Zweifel, ob er Deutschland vielleicht doch komplett umschiffen sollte, also mal einfach den frostigen Teil ausfallen lässt. – Wir werden sehen, wie er sich entscheiden wird. Entsprechend des kalendarischen Winters hätte er noch ein paar Wochen Zeit, sich auszutoben.
Es ist Februar. Und bald ist der 14. Februar. Ihr wisst schon, der Valentinstag. Vor zwei Jahren schrieb ich dazu einen Beitrag. Hier könnt Ihr diesen gern lesen. Auch wenn das, was Ihr in diesem Beitrag findet, seine volle Gültigkeitkeit auch heute noch hat, habe ich extra für Euch heute ein weiteres Design herausgepickt, das so fantastisch zu diesem Tag passt.
„Tal der Liebe“. So der Titel dieses Bildes. Das Original findet Ihr hier, in meinem Shop für Originale und Unikate. – Und Ihr könnt Euer Liebhaberstück zum kleinen Preis hier auswählen. Zum Beispiel …
🔺️🔻 Und spätestens jetzt bemerkt Ihr, dass ich einen Beitrag, den ich vor einigen langen Tagen zu schreiben begann, erst heute zu Ende bringe. Zwischenzeitlich kam mir der 12. Februar entgegen und ich nutzte den Bloggertag „12 von 12“ und spiegelte meinen Tag in Bildern.
Es scheint so, dass es mir von Tag zu Tag schwerer fällt, leicht und unbeschwert daher zu plappern. Die äußeren Umstände blockieren meine Leichtigkeit. In meinem Leben lernte ich, sehr genau zuzuhören, zu beobachten und Schwingungen aufzunehmen. Wir tun das sicher alle, um einem diversen Selbstschutz wegen. Es steckt in uns. Bei einem mehr, beim anderen weniger.
Da ich mich seit nun über zwanzig Jahren nicht mehr aus dem Fernsehgerät beplappern lasse und die gelieferten Nachrichten aus dem Öffentlich Rechtlichen Rundfunk dosiert zwei bis drei mal am Tag konsumiere, ist mein Hirn ziemlich unbeeinflusst. Ich kann also, das Gehörte und das Gelesene sehr nuanciert verarbeiten. Es schmerzt mich unendlich, bewusst zu erleben, was mit uns getan wird, was wir mit uns machen lassen.
Ich kann es nicht mehr ertragen, von Politikern für dumm gehalten, verklappst und belogen zu werden. Ich kann es nicht mehr ertragen, von respektlosen, selbstüberschätzten, machtgierigen, Gehorsam einfordernden Akteuren an der Nase herumgeführt zu werden. Ich kann es nicht mehr ertragen, wie politisch international arrogant auf den Pudding gehauen wird. Ich kann es nicht mehr ertragen, zu erleben, wie in unserem kleinen Land stigmatisiert wird. Das ist das größte Elend, das überhaupt von uns allen zugelassen wird. Hier wird eine riesengroße Menschengruppe von etwa dreißig!!! Millionen Menschen ins Aus gedrückt. Und wir gucken einfach zu und lassen es uns aus Angst vor Repressalien gefallen. Repressalien, die sich eine Politikerriege, die nur eine Minderheit der Wähler wollte, anmaßt. Das Ergebnis, ein politisches Spielchen, das das Wahlgesetz hergibt, wenn die niedrigen Prozentzahlen nichtgewählter Parteien zusammengerechnet werden, eine minimalistische Mehrheit ergeben. Es lebe hoch, unsere Ampel-Regierung. Welch ein Graus!
Ich habe mich bereits sehr weit rausgelehnt. Das weiß ich. Jeder darf seine Meinung sagen. Das darf jeder Mensch auf der ganzen Welt. Natürlich. Wenn es jedoch in das jeweilige politische Narrativ nicht passt, hat man eben Pech und muss mit Konsequenzen rechnen. Selbstverständlich. Das moderne Mundtotmachen ist das Sperren der Accounts, der Webseiten, des Zugangs zu den sozialen Medien. Schrecklich für Blogger, YouTuber, Shop-Betreiber, Podcaster – für alle, die ihr Wirken auf diese Weise nach außen tragen. Für viele geht das ans Eingemachte und es ist existenzbedrohend. Also wägt jeder sehr genau ab, was er tut, auch ich. Deshalb verwende ich diverse Wörter nicht, um den Suchmaschinen nicht in die Hände zu spielen.
Jetzt habe ich mir etwas Luft gemacht, Platz in meiner Seele geschaffen. Ganz sicher bringt es mir etwas Leichtigkeit und vor allem hoffentlich die Schreibfreude zurück.
Muss aus Dir etwas heraus? Tue es einfach. Unten im Kommentarfeld hast Du ausreichend Platz. Mache Deiner Seele Luft.
Jetzt genieße ich einen guten Kaffee, wünsche Euch einen schönen Nachmittag, genießt Euren Sonntag ☕😊
Heute verbrachte ich am Nachmittag temporär immer wieder Phasen im Auto. Zeiten, in denen sich irgendwelche Radiosender mit schrecklicher Musikauswahl, entsprechend der regionalen Sendefähigkeit zuschalteten. Es war mir heute egal, da ich sowieso bald wieder parken werde, um Termine wahrzunehmen. Also möge es tun, was es will, dachte ich. Ich dachte das solange, bis ich die Nachrichten serviert bekam. Einmal, in einer halben Stunde wieder und mich überkam das Gefühl, als warte dieses Radio nur solange, bis ich wieder einsteige, um mir wiederum diese Informationen um die Ohren zu hauen.
Der Kampf der Bewerber um eines der wichtigsten Ämter unseres Landes. Der eine verstrickt im dicksten Finanzsumpf, aber es scheint keinen zu stören. Und dieser tut so, als gäbe es keine äußerst fragwürdigen Umtriebe seinerseits und hätte zu gern dieses Amt inne. Der andere wird blasser und blasser. Auch das scheint keinen zu stören.
Ein Mann fühlte sich in einer Tankstelle von einem anderen verbal angegriffen, weil er von ihm verlangte, eine Maske zu tragen und erschoss diesen kurzerhand. So konnte ich hören. Diese Tat ist wahnsinnig tragisch und unakzeptabel, ohne Frage. Und es sind selbstverständlich Konsequenzen zu ziehen. Dringend.
Die Bewerberin auf dieses wichtige Amt unseres Landes schlussfolgerte laut daraus, den Querdenkern müsse nun endgültig der Kampf angesagt werden. Auf den Unterschied von „Querdenker“ und „Querulanten“ will ich hier nicht weiter eingehen. Schon das Verbiegen dieses Wortes entbehrt jeglicher Grundlage. Jedoch: Ein einzelner Mensch begeht eine Straftat unter irgendeinem Vorwand und die Frau Kandidatin schlussfolgert für eine riesengroße Gruppe von Menschen. In unserem Land gab es in der Vergangenheit mehrfach derartige Vorfälle. Es wurden gar Politiker angegriffen, getötet und verletzt. Einer sitzt bis heute im Rollstuhl. Jedoch wurde niemals von einem Täter, also von einer einzelnen Person mit einer irren, kranken Vision auf eine Gruppe von vielen Menschen gespiegelt. Welch ein Kleingeist steckt in dieser Frau. Aber es stört keinen.
Vor nicht allzulanger Zeit war ich in einem Supermarkt einkaufen. Dort gibt es drei Kassen. Ein Mann betritt den Markt. Eine der Kassiererinnen bittet diesen sehr höflich, einen Einkaufswagen zu nehmen, bevor er den Markt betritt. Der rastet aus und brüllt die Mitarbeiterin in deutlich gebrochenem Deutsch an: „Du Nazi! Du Nazi, Nazi!“ Er begann laut zu lachen, machte eine Geste mit seinen Fingern und betrat den Laden ohne Einkaufswagen. Keiner der vielen Leute in diesem Markt, kein Mann, niemannd sagte einen einzigen Ton zu dieser Situation. Alle! ließen diesen Menschen gewähren. Warum? Weil alle Angst haben, in einen Topf geschmissen zu werden. Mir steht es nicht zu, zu sagen, dass dieser Mann wahrscheinlich einen Migrationshintergrund hat und den Eindruck hinterließ, aus dem arabischen Raum zu stammen. Denn mit dieser Äußerung werde ich als ausländerfeindlich abgestempelt. Was ich absolut nicht bin. Aber diese Kanzlerkandidatin tut es pauschal. Sie schmeißt einen FDP-Politiker, der von den Thüringern gewählt wurde in einen Topf der Nazis. Sie stellt alle die, die anders denken als das, was ihr Non plus Ultra ist, unter Generalverdacht, nennt diese Querdenker, die zu bekämpfen seien. Es ist eigentlich ganz simpel geworden in unserem Land. Hier sind die, die aus Angst das tun, was angesagt ist. Angst vor beschriebenen und heraufbeschworenen Szenarien, Angst vor Ausgrenzung, Angst vor Bestrafung, Angst vor Beschneidung der geglaubten Freiheit. Nun, und da sind die anderen, die hinterfragen und nicht bereit sind, die mit Honig beschmierte Kröte zu schlucken. Und damit es alle in diesem Land auch wirklich verstehen, nennen wir diese andere Gruppe mal Querdenker. Und wenn wir das den ganzen Tag in den Medien hoch und runter reiten, ist doch alles klar. Diese Menschen gehören nicht mehr zu dieser Gesellschaft, sind unsolidarisch. Es gibt Politiker die das gar öffentlich äußern dürfen. Das Beste sei, diese Menschen in einer separaten Stadt einzusperren, also zu internieren. So seien sie unter sich. Aber auch das interessiert keinen. Wenn einer etwas dazu sagen würde, würde er sich als Querdenker outen. Das will ja schließlich keiner sein.
Zwischen den Nachrichten hörte ich einen Teil eines Interviews mit einem mexikanischen Mann, der sich selbst als Migrant bezeichnete. Der sagte, dass er niemals die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen würde. Er sei als Migrant in einer besonders glücklichen Situation. Er müsse überhaupt nichts. Er meinte er könne eklektisch handeln und leben. Er nehme sich aus verschiedenen Nationen das, was zu ihm passe und baue sich sein Leben. Es sei eine priviligierte Situation in diesem Land.
Ich schaltete das Radio aus.
In der Regel höre ich ein einziges Mal am Tag die Nachrichten. Tue ich es mehrmals, scheint mein Kopf zu explodieren. Ich gehöre zu den Menschen, die zuhören und das Gesagte verdauen. Und ich frage mich, wie das die Menschen aushalten, die Tag für Tag von früh bis spät sich das Fernsehen und Radio antun. Wie sehr müssen diese Menschen abstumpfen.
Unser öffentlich rechtliches gebührenfinanziertes Fernsehen und Radio unterliegt einem Bildungsauftrag. Jeder Zuschauer und Zuhörer unterwirft sich freiwillig der täglichen politischen Bildung (und Formung), ganz nach dem Sinne der jeweils aktuell regierenden politischen Strömung. Ob das wirklich jedem von uns bewusst ist?
Heute habe ich nur mal laut gedacht. Vielleicht für den einen zu laut, für den anderen nicht laut genug …
Es gibt Tage, an denen es schwerfällt, alles in sich hineinzufressen und die Klappe zu halten. Also scheue Dich nicht, und schreibe auch Du gern Deine Meinung unten in die Kommentare.
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Noch knapp zwanzig Minuten, dann wird die Fähre anlegen und mich gemütlich von Konstanz nach Friedrichshafen schippern.
Auf einer bequemen Bank, mache ich mich breit. Mein Blick ruht auf dem Hafen. Wie doch dieser grässliche Betonklotz die Kulisse ruiniert, denke ich.
Bild: Holger Wagner
Herrlich, noch eine viertel Stunde Zeit, ich krame meinen Tolino aus der Tasche, schlage ihn auf, um in meinem Buch zu lesen.
Gerade habe ich mich in die ersten Zeilen vertieft, als sich zwei Männer laut diskutierend auf der anderen Seite meiner in Beschlag genommenen Bank fallen lassen.
„Ick kann dir sagen, ick hab nischt, aber überhaupt nischt gegen die. Die können nischt dafür, dass die dort untergekommen wurden, wo die jetze sind“, erklärt der eine dem anderen in einem saloppen Slang. „Und weeste, der zuvor da war, den se rausgehauen haben, weil dat arme Schwein ’ne Tüte mit abgelaufenen Fressalien mitgehen ließ, war och in Ordnung. Irgendwo aus Asien kam der, ick wees nich genau.“
„Ist der blöd? Warum macht der so was?“
„Gelegenheit, einfach Gelegenheit. Lag ja sozusagen im Müll“, sagt er und redet gleich weiter. „Hast du schon mal einen gesehen, der bei ’ner Reinigungskolonne reich geworden ist?“
„Nö. Aber jeder weiß, dass das verboten ist.“
„Klugscheißer!“
Die zwei zünden sich eine Zigarette an und ich fühle mich ertappt, weil ich total neugierig dem Gespräch folge. Meine Augen stieren auf Tolino und die Ohren hängen am Gespräch hinter meinem Rücken.
Der eine stößt seinen Qualm genussvoll aus und nimmt das Gespräch wieder auf:
„Tja, und jetze ham wir ’nen Schwarzen. Der is bestimmt ein cooler Typ. Kann schon sein. Nur versteht der keen Wort Deutsch. Es heißt, der würde Deutsch lernen, aber ick merk nischt davon. Is ja ooch alles jut.“ Er überlegt kurz und meint: „Weeste, die armen Kerle könn nischt dafür. Die Politiker, die dat eingerührt haben, die allet off die janz unten abwälzen, die interessiert dat nich, wie wir klar kommen.“
„Hör mir auf mit Politik, die ist mir egal“, sagt der andere.
„Sollte aber nicht. Allet is Politik“, belehrt der erste. „Pass uff. Der Schwarze kam zu mir und wollte irgend etwas. Ick hab ihn ja nich verstanden. Dann begriff ick, dass ick ihm irgendeine Maschine erklären sollte, die ick selber nie bedient habe.“ Er schnaubt kurz: „Sollte da mal einen Kurs machen. Unbezahlt! Dat bei Mindestlohn. Hab’s mir bisher verkniffen“, ergänzt er.
„Also gleich mal zwei Unbekannte. Sprache und Technik!“, warf der andere altklug ein. „Jo, so könnte man sagen. Dann kam noch die aus dem Büro oben dazu. Die meinte, die Chefin hätte gesagt, ick solle ihm dat erklären. Ick sagte, wie soll ick dat erklären, wenn der mich nicht versteht? Da meinte die, ick soll mir Mühe geben. Da hab ick ihr gesagt: ‚Richte der Chefin aus, dat sie sich darum kümmern soll, dat Frau Merkel einen Dolmetscher schickt …“
Die Fähre sendet ihr Signal und wird gleich anlegen. Ich schiebe meinen Tolino in die Tasche. Beim Aufstehen drehe ich mich um und sehe die beiden Männer, irgendwo in den Dreißigern, noch immer rauchend und ernsthaft in ihr Gespräch vertieft.
Ich schlendere zum Anleger und denke bei mir, wie viele Aspekte, in diesen wenigen, einfachen, Sätzen frequentiert wurden, wie breit doch das politische Geschehen greift und bewegt. – Hass? Nein, Hass hörte ich in keinem Satz.